Judosportliche Frauen-Power aus deutscher Sicht bei den U 18-EM

Annika Würfel mit Bronze im Einzel-Wettkampf/Team-Gold für die deutschen U 18-Frauen als Krönung…

Annika Würfel bei den erfolgreichen DM in Herne. Foto: Dirk Spörcke, VfK Bau Rostock
Annika Würfel bei den erfolgreichen DM in Herne. Foto: Dirk Spörcke, VfK Bau Rostock

Das Judo-Land M-V kann und darf wieder jubeln. Mit Annika Würfel, Jahrgang 2000, vom VfK „Bau“ Rostock 94  e.V., hat Mecklenburg-Vorpommern wieder ein judosportives Kronjuwel auf der Tatami.

Bei den Kadetten-Europameisterschaften im Judo, Altersklasse U 18, vom 30. Juni bis 2. Juli in Kaunas (Litauen) gewann Annika zusammen mit Team-Kameradin Seija Ballhaus in der Gewichtsklasse bis 52 Kilogramm Bronze. Siegerin in dieser Gewichtsklasse wurde die Ungarin Szofi Csabas vor der Israelin Gefen Primo.

Insgesamt starteten bei den U 18-EM im Judo in Kaunas 196 junge Damen und 234 junge Herren. Die Titelkämpfe dominierten – bezüglich der Einzel-Ergebnisse – die Mannschaften aus Russland (3 x Gold, 1 x Silber, 5 x Bronze), Georgien (3 x Gold, 1 x Silber, 1 x Bronze), Deutschland (2 x Gold, 1 x Silber, 5 x Bronze) und der Türkei (2 x Gold, 2 x Bronze).

Für Schwarz-Rot-Gold waren dabei in den Einzel-Konkurrenzen folgende Teilnehmerinnen und Teilnehmer besonders erfolgreich: jeweils mit Gold Mascha Ballhaus (bis 48 Kilogramm) bzw. Marlene Galandi (bis 70 Kilogramm), mit Silber Annabelle Winzig (bis 63 Kilogramm) und jeweils mit Bronze Johann Lenz (bis 81 Kilogramm), Seja Ballhaus (bis 52 Kilogramm), Jana Gussenberg (bis 48 Kilogramm), Hanna Rollwage (über 70 Kilogramm) und eben Annika Würfel (bis 52 Kilogramm).

Es herrschte aus deutscher Sicht also judosportliche Frauen-Power bei den U 18-EM in Kaunas. Die Krönung „des Ganzen“ war dann noch das Mannschaftsgold für das deutsche U 18-Frauen-Team! Bei den jungen Herren jubelte im dortigen Team-Wettkampf Georgien.

Super Resultate also für das deutsche Judo-Team in Kaunas und auch für Annika Würfel aus Rostock!

Judosportiver Höhepunkt: Die Weltmeisterschaft

Der Saison-Höhepunkt im Judosport sind die Weltmeisterschaften vom 28. August bis 3. September in Budapest, die ersten globalen Titelkämpfe im neuen olympischen Zyklus 2016-2020, an dessen Ende die Olympischen Spiele 2020 in Tokyo stehen.

Vor mehr als 60 Jahren

Vor mehr als 60 Jahren, 1956, gab es die ersten Weltmeisterschaften im Judosport. Natürlich im Mutterland des Judo, in Japan, genau in Tokyo. Seinerzeit stand nur eine Gewichtsklasse auf dem Programm, in der offenen Klasse – und Japan war erwartungsgemäss dominant. So siegte Shokichi Natsui vor Yoshihiko Yoshimatsu. Auf Rang drei kamen gemeinsam zwei Europäer: Henri Courtine (Frankreich) und Anton Geesink (Niederlande).

Zwei Jahre später, 1958, war erneut Tokyo Austragungsort der Judo-WM und erneut wurde nur eine Entscheidung, in der offenen Klasse, angeboten. Japan war 1958 noch „mächtiger“. Koji Sone gewann vor Akio Kaminaga und Kimiyoshi Yamashiki (alle Japan), der gemeinsam mit Bernard Pariset (Frankreich), Rang drei belegte.

Erste WM in Europa

Die ersten Judo-WM ausserhalb Japans folgten 1961 in Paris – und dieses Mal fand die japanische WM-Herrlichkeit ein Ende. Der Niederländer Anton Geesink triumphierte in der offenen Klasse vor Titelverteidiger Kogi Sone, Kim Ui-Tae (Südkorea) und Takeshi Koga (Japan).

Drei Jahre später, 1964 bei den ersten olympischen Judo-Entscheidungen in Tokyo, überraschte der Niederländer Anton Geesink wieder die Japaner und wurde Olympiasieger in der offenen Klasse.

… Starteten bei den ersten Judo-WM 1956 nur 31 Judoka aus 21 Ländern, so waren es bei den vorerst letzten Judo-WM 2015 in Astana bereits 712 Judoka aus 118 Nationen. Budapest 2017 erwartet 729 Judoka aus 120 Staaten.

Judosportliche Highlights aus M-V-Sicht

Für M-V gab es bei internationalen Wettkämpfen schon einige Erfolge. Bei Olympia 1988 in Seoul gewann der gebürtige Schweriner Torsten Brechot (SC Dynamo Hoppegarten), Jahrgang 1964,  im Halbmittelgewicht die Bronzemedaille, zusammen mit Baschir Warajew (UdSSR), hinter Waldemar Legien (Polen) und Frank Wieneke (Bundesrepublik).

Der Schweriner Brechot hatte zudem einen erfolgreichen Vorgänger. Andreas Preschel, drei Jahre früher als Torsten Brechot in Schwerin geboren und ebenfalls in Hoppegarten aktiv, wurde 1983 Weltmeister im Halbschwergewicht in Moskau.

Und die Zwillingsschwestern Ramona und Carmen Brussig vom PSV Schwerin schafften bei den Paralympics im Judo-Sport schon einige Medaillen. Ramona wurde 2004 bzw. 2012 jeweils Erste, 2008 bzw. 2016 jeweils Zweite. Carmen holte 2008 Bronze, 2012 Gold und 2016 Silber.

Nur einige judosportliche Erfolgsbeispiele von vielen für M-V…

Marko Michels

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