Julia Leiding, Hannes Ocik und Malte Daberkow bei den Ruder-WM 2017

Vom 24.September bis 1.Oktober wird im amerikanischen Sarasota weltmeisterlich gerudert – die erste Ruder-Elite-WM im neuen olympischen Zyklus 2016/2020, dessen Höhepunkt die olympische Regatta 2020 in Tokyo ist.

Aus M-V-Sicht nehmen an den Ruder-Welt-Titelkämpfen in Sarasota Hannes Ocik (Schweriner Rudergesellschaft) im Herren-Achter (MV-SPORT berichtete) und Julia Leiding (Rostocker Ruder-Club von 1885) teil. Dazu gesellt sich noch als WM-Ersatz-Ruderer Malte Daberkow (Olympischer Ruder-Club von 1956 Rostock).

Die einziger mecklenburgische Ruder-Amazone bei den WM 2017, Julia Leiding, startet zusammen mit Carlotta Nwajide (Deutscher Ruder-Club von 1884, Hannover) im Doppelzweier und hofft natürlich auf maximale Erfolge.

M-V-Tradition im Frauen-Doppelzweier

Der Doppelzweier der Frauen ist ohnehin eine traditionsreiche Bootklasse aus M-V-Sicht bei olympischen und weltmeisterlichen Regatten. Die gebürtige Neukalenerin Anke Borchmann wurde 1977 in Amsterdam Weltmeisterin mit Roswietha Reichel. Zwei Jahre später, bei den WM 1979 in Bled, schafften die gebürtige Greifswalderin Cornelia Linse und die gebürtige Gnoienerin Heidi Westphal ebenfalls Gold. Bei der Olympia-Regatta 1980 in Moskau kam das Duo auf Rang zwei.

Neun Jahre danach jubelte hingegen die gebürtige Neubrandenburgerin Jana Sorgers mit Beate Schramm über WM-Gold 1989 im Doppelzweier – wieder einmal war Bled WM-Regatta-Ort.

Info: Achtmal olympisches Gold für Ruderinnen aus M-V

Seit 1976 ist der Rudersport für Frauen olympisch und auch Ruderinnen aus dem heutigen Mecklenburg-Vorpommern konnten sich in die olympischen Siegerinnen-Liste eintragen.

Montreal 1976 mit zweimal Gold

Bereits in Montreal 1976 gab es zweimal Gold für „M-V“. Die gebürtige Stralsunderin Monika Kallies, Jahrgang 1956, triumphierte im Achter zusammen mit Viola Goretzki, Christiane Knetsch, Ilona Richter, Brigitte Ahrenholz, Henrietta Ebert, Helma Lehmann, Irina Müller und Marina Wilke vor der UdSSR und den USA.

Im Doppelvierer mit Steuerfrau setzte sich dazu Anke Borchmann, in Neukalen 1954 geboren, zusammen mit Jutta Lau, Viola Poley, Roswitha Zobelt und Liane Weigelt, vor der UdSSR und Rumänien durch.

Bei den olympischen Entscheidungen 1976 im Frauen-Rudern waren die Deutschen aus Ost und West, insbesondere dank der DDR, mit 4 x Gold, 2 x Silber, 1 x Bronze am erfolgreichsten, vor Bulgarien mit 2 x Gold, 1 x Silber, der UdSSR mit 2 x Silber, 3 x Bronze, den USA mit 1 x Silber, 1 x Bronze und Rumänien mit 1 x Bronze.

Moskau 1980 mit einmal Gold

Vier Jahre später, bei den Spielen 1980 in Moskau, setzte die goldene Erfolgsserie für M-V Ramona Kapheim, geboren 1958 in Strasburg, zusammen mit Silvia Fröhlich, Angelika Noack, Romy Saalfeld und Kirsten Wenzel im Vierer mit Steuerfrau fort. Die Crew verwies Bulgarien und die UdSSR auf die Plätze zwei und drei.

In Moskau 1980 sicherten sich die DDR mit 4 x Gold, 1 x Silber, 1 x Bronze, die UdSSR mit 1 x Gold, 3 x Silber, 1 x Bronze, Rumänien mit 1 x Gold, 2 x Bronze, Bulgarien mit 1 x Silber, 2 x Bronze und Polen mit 1 x Silber die olympischen Medaillen im Frauen-Rudern.

Drei Goldene in Seoul 1988

In Seoul 1988 folgten drei „M-V-Goldmedaillen“ durch die gebürtige Neubrandenburgerin Jana Sorgers, Jahrgang 1967, die gebürtige Wismarerin Kathrin Haacker, Jahrgang 1967, und die gebürtige Bartherin Sylvia Müller, Jahrgang 1962.

Jana Sorgers erkämpfte im Doppelvierer zusammen mit Kerstin Förster, Kristina Mundt und Beate Schramm den Olympiasieg vor der UdSSR sowie Rumänien. Im Achter wurde 1988 Kathrin Haacker zusammen mit Annegret Strauch, Judith Zeidler, Ute Wild, Anja Kluge, Ramona Balthasar, Beatrix Schröer, Ute Stange und Daniela Neunast die Nummer eins vor Rumänien und China.

Und Sylvia Müller distanzierte im Vierer mit Steuerfrau zusammen mit Martina Walter, Gerlinde Doberschütz, Carola Hornig und Birte Siech die Konkurrenz aus China und Rumänien.

Die meisten Medaillen im Frauen-Rudern in Seoul 1988 sammelten die DDR mit 5 x Gold, Rumänien mit 1 x Gold, 2 x Silber, 2 x Bronze, Bulgarien mit 1 x Silber, 2 x Bronze, China mit 1 x Silber, 1 x Bronze, die USA bzw. die UdSSR mit jeweils 1 x Silber und Neuseeland mit 1 x Bronze.

Vier Jahre später, 1992 in Barcelona, kam dann auch eine Ruderin mit früheren MV-Bindungen zu Olympia-Gold. Sybille Schmidt, die im Jugendbereich für Dynamo Schwerin aktiv war, wurde bei den Spielen 1992 Olympiasiegerin im Doppelvierer.

Gold auch 1996 in Atlanta

Sechs Jahre nach Seoul 1988, bei den Olympischen Spielen 1996 in Atlanta, schafften Katrin Rutschow-Stomporowski, 1975 in Waren/Müritz geboren, und die bereits erwähnte Jana Sorgers, 1967 in Neubrandenburg geboren, zusammen mit Kerstin Köppen und Kathrin Boron die Goldmedaille vor der Ukraine und Kanada.

Elf Länder holten 1996 im Frauen Rudern Olympia-Medaillen, so Rumänien (2 x Gold), Kanada (1 x Gold, 2 x Silber, 1 x Bronze), Weissrussland bzw. Australien (jeweils 1 x Gold, 1 x Bronze), Deutschland (1 x Gold), die USA (2 x Silber), China bzw. die Ukraine (jeweils 1 x Silber) sowie Dänemark, die Niederlande und Frankreich (jeweils 1 x Bronze).

Vorerst letztes M-V-Gold im Frauen-Rudern 2004 in Athen

Bei den Olympischen Spielen 2004 in Athen gewann mit Katrin Rutschow-Stomporowski, 1975 in Waren/Müritz geboren, im Einer der vorerst letzte Olympiasieg im Frauen-Rudern für „M-V“. Hinter Katrin folgten Jekaterina Karsten (Weissrussland) und Rumjana Nejkowa (Bulgarien) auf den Rängen zwei und drei.

Im olympischen Medaillenspiegel 2004 der Ruderinnen siegte Rumänien mit 3 x Gold vor Deutschland mit 2 x Gold, 2 x Silber, Neuseeland mit 1 x Gold, Großbritannien mit 2 x Silber, 1 x Bronze, Weissrussland mit 1 x Silber, 1 x Bronze, den USA mit 1 x Silber, den Niederlanden mit 2 x Bronze, Bulgarien und Australien mit jeweils 1 x Bronze.

Wann wohl die nächste Ruderin aus M-V wieder einen Olympiasieg erkämpft?! Vielleicht bereits 2020 in Tokyo!

Marko Michels (Text, Foto)