Pyeongchang/Gangneung rufen auch die Kurzbahn- und Langbahn-Eisschnellläufer

Symbolbild – Eisschnelllauf

Die Kurzbahn-Eisschnellläuferinnen und Eisschnellläufer sind auch schon „heiß“ auf die olympischen Wettkämpfe im Februar 2018 in Gangneung.

Deutsches Duo im Short Track

Aus deutscher Sicht sind die Dresdnerinnen Anna Seidel und Bianca Walter dabei, die durchaus Außenseiter-Chancen haben.

EM 2018 in Dresden mit starken Niederländern und Italienerinnen

Bei den EM im Januar 2018 in Dresden holte Anna Seidel einmal Bronze über die 1000 Meter, wobei diese europäischen Titelkämpfe im Short Track letztendlich von den Starterinnen und Startern aus den Niederlanden (5 x Gold, 2 x Silber, 1 x Bronze, dank Sjinkie Knegt) und aus Italien (4 x Gold, 3 x Silber, dank Arianna Fontana und Martina Valcepina) bestimmt wurden.

Südkorea in der Grand Prix-Serie mit 35 Podesträngen

Die olympische Grand Prix-Saison 2017/18, zwischen Ende September 2017 und Ende November 2017, in Budapest, in Dordrecht, in Shanghai und in Seoul, stand ganz im Zeichen der Athletinnen und Athleten aus Südkorea und Kanada. Südkorea erkämpfte 35 Podestränge, darunter 15 x Gold, und Kanada sicherte sich 21 Podestränge, darunter 7 x Gold.

Weltcup-Medaillen errangen zudem die Niederlande (neun, darunter zweimal Gold), China (acht, darunter viermal Gold), Ungarn (sieben, darunter zweimal Gold), Italien (sechs), die USA (drei, darunter einmal Gold), Russland (drei), Großbritannien (zwei, darunter einmal Gold), Japan (eine) und Australien (eine).

Die Gesamt-Weltcup-Siege 2017/18 im Short Track errangen über die 500 Meter Marianne St-Gelais (Kanada/Frauen) bzw. Wu Dajing (China, Herren), über die 1000 Meter Kim Boutin (Kanada, Frauen) bzw. Sandor Liu Shaolin (China, Herren), über die 1500 Meter Choi Min-jeong (Südkorea, Frauen) bzw. Hwang Dae-heon (Südkorea, Herren) und in den Staffeln Südkoreas Frauen bzw. Kanadas Herren.

Die Elite-WM 2017 in der Rückschau

Bei den Elite-Weltmeisterschaften im Short Track in Rotterdam, vor Jahresfrist, im 2017 März gab es übrigens auch Erwartetes und nicht Erwartetes. Südkorea avancierte jedenfalls mit 11 Medaillen, darunter 4 x Gold, zur erfolgreichsten Nation. Dahinter folgten Gastgeber Niederlande mit 5 Medaillen, darunter 3 x Gold, Großbritannien (!) mit 4 Medaillen, darunter 3 x Gold, und China mit 4 Medaillen, darunter 2 x Gold. Kanada schaffte 7 Medaillen, aber kein WM-Gold… Plaketten erliefen sich auch Ungarn, Japan und Russland.

Die Überraschung der WM war zweifellos der WM-Titel der Britin Elise Christie im Mehrkampf, die zwar vor Jahresfrist, bei den WM 2016 in Seoul, schon WM-Dritte war, der man aber nicht unbedingt die WM-Goldene zugetraut hätte… Zudem errang Elise Christie noch Gold über die 1000 Meter bzw. 1500 Meter und Bronze über die 3000 Meter.  Nach ihrem Landsmann Wilf O`Reilly, der bei den Männern 1991 in Sydney Mehrkampf-Gold bei den Herren erreichte, ist Elise Christie nun die erste Britin, der das gelang. Wilf O`Reilly errang übrigens auch zweimal Gold (500 Meter, 1000 Meter) bei den damaligen olympischen Demonstrationswettkämpfen im Short Track in Calgary.

Gold in Rotterdam ebenfalls an Südkorea, China und die Niederlande 

Goldene Augenblicke erlebten in Rotterdam 2017 ausserdem Seo Yi-ra (Südkorea, Mehrkampf der Herren, 1000 Meter der Herren), dazu Silber über 3000 Meter und zweimal Bronze über 500 Meter und 1500 Meter. Sin Da-woon (Südkorea) triumphierte über die 1500 Meter. Lokal-Matador Sjinkie Knegt kam zu Gold über 500 Meter bzw. 3000 Meter und mit der niederländischen Herren-Staffel (dazu Mehrkampf-Silber für den Mehrkampf-Weltmeister von 2015 in Moskau). Bei den Frauen eroberte Fan Kexin (China) Gold über 500 Meter und mit der chinesischen Frauen-Staffel, Shim Suk-hee (Südkorea) war über die 3000 Meter die Beste.

Vom Short Track zum „normalen“ Eisschnelllaufen

Bei den Einzelstrecken-WM im „normalen“ Eisschnelllaufen im Februar 2017 in Gangneung waren hingegen die Niederlande wieder einmal das erfolgreichste Land mit 15 Medaillen, darunter 8 x Gold. Deutschland schaffte zweimal Silber durch Claudia Pechstein über die 5000 Meter bzw. Nico Ihle über die 500 Meter und einmal Bronze durch Patrick Beckert über die 10000 Meter. Neben den Niederlanden holten in Gangneung 2017 auch die USA (dreimal), Japan (einmal), Tschechien (einmal) und Südkorea (einmal) jeweils WM-Titel. Die Amerikanerin Heather Bergsma kam zu zwei Goldenen über 1000 Meter bzw. 1500 Meter. Doppeltes WM-Gold bei den Herren sicherten sich dort die Niederländer Kjeld Nuis (1000 Meter, 1500 Meter) und Sven Kramer (5000 Meter, 10000 Meter).

Zwischen der EM 2018…

Bei den EM kürzlich im Januar 2018 in Kolomna triumphierten die Niederlande sechsmal, Russland fünfmal, Italien zweimal und Österreich einmal. Für Schwarz-Rot-Gold gab es jeweils Bronze in der Team-Verfolgung der Frauen (Roxanne Dufter, Gabriele Hirschbichler, Michelle Uhrig) und über die 1000 Meter der Herren (Nico Ihle).

…und der Weltcup-Serie 2017/18

In der Weltcup-Serie 2017/18, die im November 2017 begann und deren Finale im März 2018 in Minsk stattfindet, gab es für die deutschen Sportlerinnen und Sportler bislang zweimal Gold, dreimal Silber, viermal Bronze. Claudia Pechstein siegte dabei beim Weltcup im November in Stavanger über 5000 Meter und beim Weltcup in Calgary im Dezember im Massenstart.

Heerenveen, Stavanger, Calgary, Salt Lake City, Erfurt und Minsk waren bzw. sind die Austragungsort im Weltcup im Eisschnelllaufen 2017/18.

Neun bei Olympia im Langbahn-Eisschnelllauf dabei

Fünf Eisschnellläuferinnen und vier Eisschnellläufer werden dann bei den Winterspielen 2018 für Deutschland an den Start gehen, so Patrick Beckert (ESC Erfurt), Judith Dannhauer (ESC Erfurt), Joel Dufter (DEC Inzell), Roxanne Dufter (DEC Inzell), Moritz Geisreiter (DEC Inzell), Gabriele Hirschbichler (DEC Inzell), Nico Ihle (Chemnitzer Skater Gemeinschaft), Claudia Pechstein (Eisbären Juniors Berlin), Michelle Uhrig (Berliner TSC).

Eisschnelllauf und Olympia: Eisschnelllaufen ist seit 1924 olympisch (für Frauen seit 1960, nachdem es bereits 1932 olympische Demonstrationswettkämpfe im Frauen-Eisschnelllaufen gab) und Short Track wurde 1992 in das olympische Programm aufgenommen (1988 bereits olympische Demonstrationssportart).

Marko Michels