Schmerzhafter Abschied

KapitĂ€n Jennifer Geerties verlĂ€sst den SSC Palmberg Schwerin. Am Montag wurden außerdem Ralina Doshkova (D), Tessa Polder (MB) und Nanaka Sakamoto (AA) verabschiedet.

VerlĂ€sst nach fĂŒnf Jahren den SSC: MannschaftskapitĂ€nin Jennifer Geerties. Foto: Eckhard Mai

FĂŒr eingefleischte Fans des SSC Palmberg Schwerin ist diese Nachricht vielleicht sogar noch schwerer zu verdauen als die verlorene Meisterschaft: Außenangreiferin und KapitĂ€nin Jennifer Geerties hat den Volleyball-Rekordmeister ĂŒberraschend um vorzeitige Auflösung ihres bis 2020 gĂŒltigen Vertrages gebeten, um fĂŒr die nĂ€chste Saison ein Angebot im Ausland anzunehmen. „Ich war fĂŒnf Jahre in Schwerin und es waren sehr sehr schöne Jahre. Die Entscheidung ist mir nicht leicht gefallen. Ich wĂŒnsche dem Team fĂŒr nĂ€chste Saison alles Gute und viel Erfolg. Ich bin mir sicher die Mannschaft wird einen guten KapitĂ€n finden.“, sagte die 25-JĂ€hrige gestern Abend bei der SSC-Fanparty am Restaurant „Seewarte“. Den neuen Club wollte sie allerdings noch nicht nennen.

„Wahrscheinlich darf einen sowas gar nicht ĂŒberraschen, wenn man so eine Weltklasse-Spielerin im Kader hat, die sich in der Nationalmannschaft und diese Saison auch in der Champions League international hervorragend prĂ€sentiert hat“, so SSC-GeschĂ€ftsfĂŒhrer Andreas Burkard. „Es gibt einfach einige Ligen in Europa, die fĂŒr jede Spielerin interessanter sind als die Bundesliga, sowohl finanziell als auch von der Leistungsdichte her. Wenn jemand die Chance bekommt, dort zu spielen, wollen wir nicht im Weg stehen. Aber es ist natĂŒrlich extrem bedauerlich fĂŒr uns. Mit Jenny verlieren wir eine unheimlich wichtige Spielerin, die fĂŒr den SSC mit zahlreichen Erfolgen verbunden ist und sich hier auch zur Stammspielerin der Nationalmannschaft entwickelt hat. Wir sagen ein riesiges Danke fĂŒr alles, was wir gemeinsam erreicht haben, und wĂŒnschen ihr nur das absolut Beste fĂŒr ihren weiteren Weg.“

Jennifer Geerties, geboren in Emlichheim, kam 2014 nach Schwerin, erkÀmpfte sich hier einen Platz als Stammspielerin und war seit letzter Saison MannschaftskapitÀn. Mit dem SSC wurde sie zweimal Deutsche Meisterin, einmal Vizemeister, gewann zweimal den Supercup, einmal den DVV-Pokal und zweimal den dritten Platz im Europapokal. 2018/19 spielte sie mit dem SSC erstmals in der Champions League.

Jennifer Geerties – Foto: Eckhard Mai

Mit der KapitĂ€nin wurden gestern Abend noch drei weitere Spielerinnen offiziell verabschiedet, deren VertrĂ€ge auslaufen: die bulgarische Diagonalspielerin Ralina Doshkova, die niederlĂ€ndische Mittelblockerin Tessa Polder und die japanische Außenangreiferin Nanaka Sakamoto. „Alle drei waren eine Bereicherung fĂŒrs Team, haben sich hier gut entwickelt und immer im Sinne der Mannschaft gearbeitet“, lobt Andreas Burkard. „Nanaka sind wir superdankbar, dass sie die Ausleihe von ihrem Club Denso an uns gewagt hat, obwohl sie kein Deutsch und kaum Englisch spricht. Sie hat uns mit ihrer Persönlichkeit und ihrer Spielart wertvolle Impulse gegeben und nimmt hoffentlich auch EinflĂŒsse von uns mit nach Hause. Tessa und Ralina wĂŒnschen wir alles Gute und bei ihren neuen Teams auch die Spielzeiten, die sie fĂŒr ihre weitere Entwicklung brauchen.“

Im Mittelblock wird es keinen Neuzugang geben: „Hier sind wir gut bestĂŒckt, da zur neuen Saison Marie Schölzel wieder in Schwerin spielen wird. Auf Diagonal hingegen werden wir einen neuen starken Backup fĂŒr Kimberly Drewniok suchen.“ Und nun auch eine neue Außenangreiferin.

Text: Kathrin Wittwer / SSC

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