Zwischen Dragon Grand Prix, EM und Hanse Sail

Einige segelsportliche Großereignisse standen oder stehen im Juli/August 2017 bereits auf der Agenda, ob die 80.Warnemünder Woche, der Dragon Grand Prix vor Kühlungsborn, die offenen Jugend-EM im Laser Radial vor Gdynia, die EM in der 420er Klasse vor Athen oder die 27.Hanse Sail in Rostock.

Bei den Drachen-Seglern, also beim Dragon Grand Prix vor Kühlungsborn, setzte sich das deutsche Boot „Powwow“ (D 1172) mit Steuermann Pedro Andrade vor den russischen Booten „Annapurna“ (RUS 27) mit Steuermann Anatoly Loginow bzw. „ROCKNRollo“ (RUS 76) mit Steuermann Dimitri Samochin  und dem schwedischen Boot „HIGH TIMES“ (SWD 389) mit Steuermann Karl-Gustaf Löhr durch.

Vor Gdynia, bei der offenen JEM im Laser Radial, sicherten sich bei den Mädchen Wiktoria Golebiowska aus Polen und bei den Jungen Nicholas Bezy aus Hongkong die Gesamt-Erfolge. Aus M-V war mit Theresa Wierschin, Paul Bothe und Leif Thorge Meyer ein Trio in Aktion.

Bei der kommenden Hanse Sail in Rostock vom 10.August 2017 bis 13.August 2017 wird natürlich auch gesegelt, so unter anderem bei der Hai-Kutter-Regatta von Nysted nach Warnemünde oder bei der Hanse Sail-Regatta. Dort wird das Duell zwischen dem Zweimaster „Greif“ und dem Dreimaster „Royal Helena“ die Segelsport-Fans sicher begeistern.

Blick in die Segel-Historie

Ja, M-V und Segeln. Das bedeutet auch „Frauen-Power“… Gleich dreifaches WM-Gold holten beispielsweise Ines Bohn bzw. Sabine Rohatzsch (SC Traktor Schwerin, Schweriner Yacht-Club) bei den 470ern „vom Wasser“: 1990, 1993 und 1994. Eine gebürtige Grevesmühlenerin, Wibke Bülle, sammelte ebenfalls segelsportliches WM-Edelmetall, so erkämpfte sie unter anderem WM-Bronze 1991, WM-Silber 1997 jeweils bei den 470ern und WM-Silber 2002 und 2003 in der Yngling-Klasse.

Die ISAF-WM 2014

Segelsportliche WM-Einsätze gab es für M-V auch bei den kompakten Welt-Titelkämpfen vor drei Jahren. Beim segelsportlichen Großereignis im olympischen Zyklus 2012-2016, den ISAF-WM 2014, gab es dabei spannende und hochklassige Regatten.

Damals, vom 6. bis 21.September 2014, fanden die vierten ISAF-Weltmeisterschaften, die Weltspiele im olympischen Segelsport, vor Santander statt. Am erfolgreichsten waren die Sportlerinnen und Sportler aus Frankreich mit 3 x Gold, 1 x Bronze, den Niederlanden mit 2 x Gold, Australien mit 1 x Gold, 1 x Silber, 2 x Bronze, Neuseeland mit 1 x Gold, 1 x Silber und Großbritannien mit 1 x Gold, 3 x Bronze.

Auch Mecklenburger und Vorpommern waren vor Santander aktiv, so Theodor Bauer (Röbeler Segler-Verein „Müritz“) im „Laser Standard“. Aus Schwerin starteten in der Nacra 17-Klasse Jakob Lenz und Susann Brechlin vom Schweriner Segler-Verein von 1894. Dort siegten, wie erwähnt, Billy Besson bzw. Marie Riou aus Frankreich vor Santiago Lange bzw. Cecilia Carranzo Saroli (Argentinien) und Jason Waterhouse bzw. Lisa Darmani (Australien). Für Jakob und Susann reichte es zwar nicht für eine vordere Platzierung, aber dennoch klasse, dass das Schweriner Duo bei den WM 2014 am Start war.

Das Segel-Land M-V und Olympia

Mecklenburg-Vorpommern, wie ganz Deutschland, feierte in den letzten Jahrzehnten eine Reihe guter Erfolge bei olympischen Regatten…

Günstige Winde in der Vergangenheit erwischten vor allem in den letzten Jahrzehnten acht deutsche Segler bzw. Crews: im Finn-Dinghi 1964 Willi Kuhweide sowie 1976 Jochen Schümann, im Flying Dutchman 1976 Eckart Diesch bzw. Jörg Diesch, im Star 1936 Peter Bischoff bzw. Hans-Joachim Weise, im Soling 1988 sowie 1996 Thomas Flach, Bernd Jäkel bzw. Jochen Schümann, bei den 470ern 1976 Harro Bode bzw. Frank Hübner und bei den Ein- bis Zwei-Tonnern 1900 Georg Naue, Heinrich Peters, Ottokar Weise bzw.Martin Wiesner – alles Olympiasieger „Made in Germany“ im Segelsport.

Auch für Mecklenburger und Vorpommern „standen“ die olympischen Winde gut

Insgesamt stehen 27 olympische Medaillen, zuletzt 2016 vor Rio de Janeiro Bronze durch die Crew Erik Heil/Thomas Plößel (49er Klasse), die auch vom Rostocker Mike Knobloch trainiert wurden, im deutschen segelsportlichen Buche – und das Schöne daran bzw. darin, ist die Tatsache, dass auch Rostocker und Mecklenburger allgemein diesbezüglich verewigt sind.

Vor allem die Rostocker „Drachen“ waren zwischen 1964 und 1972 bei Olympia bestens dabei: Peter Ahrendt, Wilfried Lorenz und Ulrich Mense schafften 1964 Silber. Paul Borowski, Konrad Weichert und Karl-Heinz Thum sorgten 1968 (Bronze) und 1972 (Silber) ebenfalls für segelsportliches Olympia-Edelmetall bei den Drachen.

Und „so“ ging es weiter…Vor Kingston 1976 gab es außerdem segelsportlichen Medaillen-Zuwachs für M-V. Der gebürtige Rostocker Dieter Below und seine Crew wurden Olympia-Dritte im Soling. Jörn Borowski/Egbert Swensson (Rostock) waren dann vor Tallinn 1980 weit vorn: mit Silber bei den 470ern.

Zuletzt nahmen mit dem heutigen LSB-Geschäftsführer und Vize-Präsidenten des DSV Torsten Haverland mit Ronald Rensch (Schweriner Yacht-Club-470er) vor Savannah 1996 und mit Monika Leu (Schweriner Yacht-Club-470er, mit Steffi Rothweiler) vor Athen 2004 sowie mit Franziska Goltz (Schweriner Segler-Verein von 1894-Laser Radial) vor Weymouth 2012 zwei Segler und eine Seglerin aus Vereinen in Mecklenburg-Vorpommern an Olympischen Spielen teil.

Des Weiteren startete 1988, bei den Olympischen Spielen in Seoul, die gebürtige Ribnitz-Damgartnerin Susanne Theel, mit Silke Preuß, bei den 470ern teil und wurde Siebente. Vier Jahre später segelte die bereits erwähnte, gebürtige Grevesmühlenerin Wibke Bülle, mit Nicola Birkner, bei den 470ern 2000, bei den Olympischen Spielen in Sydney, zu Platz fünf.

Mal schauen, wie günstig „die Winde“ für die deutschen Seglerinnen und Segler, auch jene aus M-V, noch im Sportsommer 2017 „wehen“…

Marko Michels

Foto (Michels): Segelsport in M-V, wie hier bei der traditionsreichen Senatoren-Regatta im Rostocker Stadthafen, ist eine Erfolgsgeschichte.