Symbolbild

Im nächsten Jahr ist es wieder soweit. Die Olympischen und Paralympischen Spiele rufen. Austragungsort ist bekanntlich die japanische Hauptstadt Tokyo. Auch einige Schweriner Sportlerinnen und Sportler streben zum größten Sportereignis der Welt. Ganz traditionell. Zwar war der erste olympische Teilnehmer Schwerins kein Sportler. 1932 in Los Angeles nahm der Schriftsteller Alfred Meyer an den olympischen Kunstwettbewerben (von 1912 bis 1948 ausgetragen) im Bereich Literatur teil. Bei den Spielen 1976 in Montreal waren es dann gleich drei Athleten, die glänzten. Olympisches Gold holten Schwimmerin Andrea Pollack, Ruderer Michael Wolfgramm und Boxer Jochen Bachfeld.
Die vorerst letzten olympischen und paralympischen Siege für die Landeshauptstadt erkämpften sich 2012 die Zwillingsschwestern Ramona und Carmen Brussig (Judo) und der Kanu-Rennsportler Peter Kretschmer.

Und wie sieht es aktuell aus? Nachgefragt bei Dirk Pollakowski, Geschäftsführer des Stadtsportbund Schwerin e.V.

„Sport fördert auch den Zusammenhalt in der Gesellschaft…“

 

Tokyo 2020 rückt immer näher: Welche SchwerinerInnen haben reale Chancen dabei zu sein?

Dirk Pollakowski: Da gibt es einige Kandidatinnen und Kandidaten. Allen voran ist hier der aktuelle Schlagmann des Deutschland-Achter Hannes Ocik von der Schweriner Rudergesellschaft zu nennen. Im Bereich des Boxsports gibt es ebenfalls einige Chancen. Ich denke da an Sarah Scheurich und auch an Ornella Wahner, die im letzten Jahr erste deutsche Amateur-Boxweltmeisterin wurde. Sie ist zwar nicht Mitglied des BC Traktor Schwerin, trainiert aber am hiesigen Olympiastützpunkt.

Radsprinterin Lea-Sophie Friedrich und der Segler Malte Winkel vom Schweriner Yacht-Club sind für mich zudem aussichtsreiche Kandidaten. Für die deutschen Volleyballfrauen wird es schwer, die Qualifikation zu schaffen. Ich hoffe, dass dieses trotzdem gelingt und dann ist bestimmt auch mindestens eine Schwerinerin im Kader.

Allerbeste Paralympics-Chancen haben Ramona und Carmen Brussig. Ramona würde ihre fünften Paralympics erleben, für Carmen wären es die vierten – und Medaillen gab es für beide stets! Ich hoffe nicht zuletzt, dass es im Radsport oder auch in der Leichtathletik weitere Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Schwerin geben wird.

Stadion am Lambrechtsgrund in Schwerin – Austragungsstätte zahlreicher sportlicher Wettkämpfe. Foto: M.M.

Wie bewerten Sie die Entwicklung des Schweriner Sportes in den letzten zwei Jahrzehnten?

Dirk Pollakowski: Die Vereinslandschaft in Schwerin hat sich sehr positiv entwickelt. Anfang der Neunziger gab es in Schwerin 31 Sportvereine mit 8.800 Mitgliedern, heute sind es 109 Vereine mit rund 18.000 Mitgliedern, entsprechend vielfältig ist auch die Angebotspalette.

Sportstätten wurden durch die Stadt Schwerin, aber auch viele durch die Initiative von Vereinen saniert, einige konnten neu entstehen, so zum Beispiel die „Arena“ am Lambrechtsgrund. …Oder auch die durch den ARGUS e.V. gebaute Sporthalle.

Die nächsten Ziele für den Stadtsportbund?

Dirk Pollakowski: Wir wollen weiterhin immer mehr Schwerinerinnen und Schweriner zum Sporttreiben animieren. Sport hat eine wichtige Ausgleichsfunktion zum beruflichen Alltag, hält gesund, macht in der Gemeinschaft besonders viel Spass und fördert auch den Zusammenhalt in der Gesellschaft. Wenn er dann noch integre Persönlichkeiten, wie unter anderem Stefan Nimke hervorbringt, so entfaltet er zudem eine Vorbildwirkung.

Vor kurzem fand die Sportlerehrung des Jahres 2018 durch den Landessportbund statt… Schwerin schnitt ja auch sehr gut ab!

Dirk Pollakowski: Ja, Hannes Ocik, der Ruderer der Schweriner Rudergesellschaft, 2018 erneut Europameister bzw. Weltmeister mit dem Deutschland-Achter, und das Volleyball-Team des SSC Palmberg Schwerin, als Deutscher Meister 2018, gewannen in ihren Kategorien.

Aber auch die anderen geehrten Athletinnen und Athleten, die in ihren Kategorien erste Ränge belegten, verdienen den größten Respekt, wie unter anderem Triathletin Lena Meißner, Goalball-Ass Rene Tiede bzw. das Team vom Rostocker Goalballclub Hansa e.V. oder Para-Leichtathletin Lindy Ave. Überhaupt haben alle Sportlerinnen und Sportler, die stets ihr Bestes geben, sowie deren Trainer, Übungsleiter und Betreuer – die Mehrheit ist dabei ehrenamtlich aktiv – ein riesiges Dankeschön verdient. Ohne sie würde der Sport in M-V nicht funktionieren…

Dann weiterhin beste sportliche Erfolge!

mic

Hintergrund

Der Stadtsportbund Schwerin ist Berater und Dienstleister der ihm angeschlossenen Sportvereine. Außerdem fungiert er als Bindeglied zum Landessportbund MV.