Der gebürtige Schweriner Schwimmer Carl Louis Schwarz über die kommende WM und eigene Ziele…

Die Schwimm-Weltmeisterschaften 2017 in Budapest rücken immer näher. Nur noch zwei Wochen, dann starten die 17.Welt-Titelkämpfe im Becken-Schwimmen, Synchron-Schwimmen, Langstrecken-Schwimmen, Wasserspringen und Wasserball WM vom 14.Juli bis 30.Juli in der ungarischen Hauptstadt.

Leider nicht mit dabei ist Carl Louis Schwarz, Jahrgang 1995, einst für den PSV Schwerin startend, jetzt Mitglied des Potsdamer SV. Der gebürtige Schweriner verpasste leider die Qualifikation für die WM 2017, nachdem er 2015 noch im WM-Team des Deutschen Schwimm-Verbandes war.

Das Rücken-Schwimmen der Herren bei den WM

Das 22jährige Schwimm-Ass aus M-V ist ein Rücken-Spezialist und das Rücken-Schwimmen bei den Herren hatte bei den bisherigen WM ja schon einige namhafte Protagonisten. Der Schwimmer des SC Turbine Erfurt konnte bei den WM 1973 bzw. 1975 jeweils Gold über die 100 Meter sowie einmal Gold über die 200 Meter Rücken erkämpfen. Sowohl über die 100 Meter als auch über die 200 Meter war dann Igor Poljanski (Sowjetunion) erfolgreich. Zu Doppel-WM-Gold über die 100 Meter bzw. 200 Meter kam ebenfalls 1998 Lenny Krayzelburg (USA). Der Wahl-Rostocker Thomas Rupprath schaffte hingegen 2003 Gold über die 50 Meter.

Ein überragender Rücken-Schwimmer, insbesondere bei WM, war zudem der Amerikaner Aaron Peirsol, der sich 2001 Gold über die 200 Meter sicherte, 2003 bzw. 2005 jeweils Gold über die 100 Meter sowie 200 Meter holte, 2007 Gold über die 100 Meter errang und 2009 noch einmal Gold über die 200 Meter erschwamm. Sein Landsmann Ryan Lochte sicherte sich den WM-Titel über die 200 Meter 2007, 2011 und 2013. Auch ein Franzose bestimmte das Rücken-Schwimmen bei WM mit. Camille Lacourt triumphierte 2011 über die 100 Meter sowie 2013 und 2015 jeweils über die 50 Meter.

Und der Australier Mitch Larkin war bei den WM 2015 der Beste über die 100 Meter und 200 Meter.

Wie beurteilt nun Carl Louis Schwarz das kommende WM-Geschehen auf den Rücken-Distanzen bei den Herren? Wie geht es für ihn weiter?

MV-SPORT fragte nach

Carl Louis Schwarz über die kommende WM in Budapest, seine verpasste Quali, wichtige Wettkämpfe für ihn im Sportsommer 2017, die nächsten sportlichen Ziele und sein Leben neben dem Schwimm-Becken

„Strebe nun die EM 2018 und die WM 2019 an…“

Frage: Carl Louis, in diesem Jahr geht es leider nicht zur WM… Ist die Enttäuschung darüber noch groß? An welchen Wettkämpfen wirst Du 2017 noch teilnehmen?

Carl Louis Schwarz: Nein, die Enttäuschung darüber ist nicht mehr groß und sie war es auch nicht. Da die Normen in diesem Jahr ziemlich hart waren und ich mich nur über die 100 Meter Rücken qualifizieren konnte sowie nicht über die 50 Meter Rücken, war schon im Vorfeld davon auszugehen, dass die Qualifikation wohl nicht gelingt, wenn ich nicht einen „Riesensprung“ machen würde. Der blieb leider aus.

An Wettkämpfen stehen jetzt noch etwas andere Events auf dem Plan, beispielsweise ein Fluss-Schwimmen in China vom 12.Juli bis 17.Juli und dann das Schweriner Schlossschwimmen am 13.August. Und dann schaue ich mal, an welchen Schwimm-Veranstaltungen ich noch teilnehmen werde.

Frage: Welches sind Deine weiteren sportlichen Ziele im aktuellen olympischen Zyklus?

Carl Louis Schwarz: Die weiteren Ziele in diesem Zyklus sind möglichst die Teilnahmen an den nächsten EM und WM. Die nächsten europäischen Titelkämpfe sind dabei 2018 in Glasgow und die nächsten Weltmeisterschaften finden 2019 in Gwangju statt.

Frage: Wer sind Deine Favoriten über die Rücken-Distanzen bei den WM in Budapest? Was erwartest Du allgemein vom deutschen Schwimm-Team 2017?

Carl Louis Schwarz: Ich denke, dass es schwierig sein wird,  an Ryan Murphy aus den USA vorbei zu kommen. Das ist auch der Tatsache geschuldet,  dass viele andere Rücken-Schwimmer in dieser Saison noch keine starken Leistungen zeigten.

Ferner hoffe ich, dass die deutsche Mannschaft möglichst gut abschneiden wird –  trotz des kleinen Teams (vier Becken-Schwimmerinnen und zehn Becken-Schwimmer – redaktionelle Anmerkung!). Ich drücke den deutschen Schwimmerinnen bzw. Schwimmern die Daumen, dass sie möglichst in den Bereich ihrer Bestleistungen gelangen.

Frage: Am 15.Juli gibt es das 19.Olympiaschwimmfest in Rostock. Einen Tag später, am 16.Juli, folgt der Landespokal des Schwimmverbandes M-V an gleicher Stelle. Warst Du eigentlich auch selbst Aktiver beim Olympiaschwimmfest? Wenn ja, welche Erinnerungen verbindest Du mit dieser Veranstaltung?

Carl Louis Schwarz: Ja, ich habe schon einmal am Olympiaschwimmfest teilgenommen. Damals war es für mich immer etwas Besonderes in Rostock einen Wettkampf zu schwimmen, weil es eine große und imposante Schwimmhalle war bzw. ist. Danach habe ich natürlich schon viele andere größere und bessere Schwimmhallen gesehen, aber es ist immer noch eine schöne Erinnerung an frühere Zeiten.

Letzte Frage: Welche Herausforderungen – neben dem Schwimmbecken – stehen für Dich ansonsten auf der Agenda?

Carl Louis Schwarz: Neben dem Schwimmen studiere ich noch Wirtschaftsingenieurwesen an der Technischen Hochschule Wildau. Viel Zeit für andere Dinge habe ich deshalb nicht.

Vielen Dank, weiterhin bestes Engagement für den Schwimmsport und weiterin alles erdenklich Gute – persönlich, sportlich und im Studium!

Marko Michels

Foto (Michels): Das Schloss-Schwimmen in Schwerin ist inzwischen ein fester Bestandteil im schwimmsportlichen Terminkalender in M-V.