Zwischen EM , WM und Jugend-Olympia

Martin Hollstein vom SC Neubrandenburg wurde 2008 Olympiasieger im Kanu-Rennsport. Foto: M.M.

Für die Kanu-Rennsportlerinnen und -sportler ist 2018 ebenfalls „Halbzeit“ im olympischen Zyklus 2016-2020 – mit dem Höhepunkt „Olympia 2020 in Tokyo“.

In diesem Jahr stehen dabei einige wichtige Regatten auf dem Programm, so EM und WM. Im Mai werden die Weltcups in Szeged (18.5.-20.5.) und in Duisburg (25.5.-27.5.) ausgetragen. Die Elite-EM folgen dann vom 8.Juni bis 10.Juni in Belgrad. Die Junioren- bzw. U 23-EM gibt es ab Ende Juni (28.6.-1.7.) in Auronzo. Spannend wird es ebenfalls bei den Junioren- und U 23-WM in Plowdiw vom 26.Juli bis 29.Juli.

Der Saison-Höhepunkt sind indes die Elite-WM vom 23.August bis 26.August in Montemor-o-Velho. In Hamburg „steigen“ die Deutschen Meisterschaften zwischen 29.August und 2.September.

Weitere wichtige Regatten 2018 sind unter anderem die Wettkämpfe „Olympic Hopes“ (14.9.-16.9.) und die Wettkämpfe im Kanu-Rennsport während der Olympischen Jugend-Sommerspiele 2018 im Oktober in Buenos Aires.

Rückblick auf Olympia 2016 in Rio

Bei den olympischen Entscheidungen im Kanu-Rennsport in Rio 2016 war die deutsche Kanu-Rennsport-Mannschaft mit 4 x Gold, 2 x Silber, 1 x Bronze vor Ungarn mit 3 x Gold, Spanien mit 2 x Gold, 1 x Bronze, Grossbritannien mit 1 x Gold, 1 x Silber und der Ukraine bzw. Neuseeland mit jeweils 1 x Gold, 1 x Bronze am erfolgreichsten.

So triumphierten für „Schwarz-Rot-Gold“ in Rio Max Rendschmidt/Marcus Gross (K 2, 1000 Meter), Max Rendschmidt, Marcus Gross, Max Hoff bzw. Tom Liebscher (K 4, 1000 Meter), Sebastian Brendel (C 1, 1000 Meter) und Sebastian Brendel/Jan Vandrey (C 2, 1000 Meter).

Europa dominierend

Überraschend war bei der olympischen Kanu-Rennsport-Regatta die eindeutige Überlegenheit der Europäerinnen und Europäer in den zwölf Entscheidungen. Von den 37 vergebenen Medaillen erkämpfte „der alte Kontinent“ 29, war einem Anteil von rund 78 Prozent entspricht. Dazu errang Europa elf der zwölf Olympiasiege im Kanu-Rennsport, holte also 92 Prozent der olympischen Goldmedaillen im Kanu-Rennsport.

Lediglich die Neuseeländerin Lisa Carrington durchbrach die europäische Sieges-Phalanx im Kanu-Rennsport in Rio, triumphierte im K 1 über 200 Meter.

Insgesamt schafften 19 Länder olympische Medaillen 2016 im Kanu-Rennsport, darunter 6 Länder eine oder mehrere Goldmedaillen. Gastgeber Brasilien hatte mit Isaquias Queiroz, der 2 x Silber, 1 x Bronze holte, auch einen Erfolgs-Kanuten.

Leider qualifizierte sich für Rio 2016 keine Kanu-Rennsportlerin und kein Kanu-Rennsportler aus M-V… Das kann aber in Tokyo 2020 schon wieder ganz anders aussehen.

Olympische Meilensteine für den Kanu-Rennsport M-V

Was waren jedoch „die olympischen Meilensteine“ für Kanu-Rennsportlerinnen und Kanu-Rennsportler aus M-V bei Olympischen Spielen?!

Die erfolgreichsten Kanutinnen und Kanuten bei Olympia aus M-V kommen zumeist aus Neubrandenburg, aber auch aus Rostock und Schwerin: Ramona Portwich (Rostock) – 3 x Gold, 2 x Silber – 1988-1996, Andreas Dittmer (Neustrelitz-Neubrandenburg) – 3 x Gold, 1 x Silber, 1 x Bronze – 1996-2004, Anke von Seck (Rostock) – 3 x Gold, 1 x Silber – 1988-1992  und Rüdiger Helm (Neubrandenburg) – 3 x Gold, 3 x Bronze – 1976-1980.

Der olympische Medaillen-Regen für Kanutinnen und Kanuten aus M-V begann übrigens mit der Silbermedaille von Ilse Kaschube (Neubrandenburg) 1972 im K 2 über 500 Meter.

Die ersten olympischen Kanu-Rennsport-Goldmedaillen gab es dann 1976 durch Rüdiger Helm, Bernd Olbricht und Carola Zirzow (alle SC Neubrandenburg). Martin Hollstein (SC Neubrandenburg) erkämpfte 2008 mit Andreas Ihle im Zweier-Kajak über 1000 Meter die vorerst letzte olympische Goldmedaille für einen Verein M-V (2012 erkämpfte Martin Hollstein Bronze!).

Und bei den olympischen Kanu-Wettbewerben 2012 im Dorney Lake bei Windsor, gewann dennoch ein Mecklenburger Gold. Peter Kretschmer, 1992 in der Landeshauptstadt M-V geboren,  wurde mit Kurt Kuschela Goldmedaillen-Gewinner im Zweier-Canadier über 1000 Meter.

Kanu-Enthusiastinnen und -Enthusiasten aus M-V starteten auch für andere Länder bei Olympia…

Die 1969 in Waren/Müritz geborene Katrin Borchert, die zunächst für den SC Neubrandenburg startete und bei den Spielen 1992 Kanurennsport-Silber, mit Birgit Fischer, Anke von Seck und Ramona Portwich gewann, wanderte Mitte der 1990er Jahre nach Australien aus und startete danach für „Down Under“ bei den Olympischen Spielen. So erkämpfte Katrin Bronze bei den Spielen 1996 mit Anna Wood mit dem Zweier-Kajak über 500 Meter und bei den Spielen 2000 Bronze im Einer-Kajak über 500 Meter.

Greifswalder für U.S.-Team aktiv

Zwar nicht zu den „Kängurus“, dafür aber zu „Uncle Sam“ zog es einen Greifswalder: Bei den Olympischen Spielen in Mexiko-City 1968 nahm ein Vorpommer an den olympischen Wettbewerben im Kanurennsport teil, aber „unter dem Sternenbanner“ – Peter Weigand, Jahrgang 1941, Geburtsort Greifswald. Er war Olympionike des USA-Teams, dorthin wanderte er aus. Peter Weigand startete dabei im Kanu-Rennsport, mit seinem Sportkollegen Paul Beachum, im Kajak-Zweier über 1000 Meter.

Marko Michels