Saskia Oettinghaus auf Rang dreizehn vom Drei-Meter-Brett

Sieben Tage, vom 12.Juni bis 18.Juni, wetteiferten die besten europäischen Wasserspringerinnen und Wasserspringer bei den kontinentalen Meisterschaften in Kiew um Titel und Medaillen.

128 Sportlerinnen bzw. Sportler aus 23 Ländern nahmen an den EM im Wasserspringen 2017 teil und hofften auf eine der 39 EM-Medaillen bzw. auf einen der 13 EM-Titel.

Russland stärkste Nation

Die quantitativ stärksten Aufgebote entsandten Russland (fünfzehn Sportlerinnen/Sportler), Deutschland, Großbritannien bzw. die Ukraine (je zwölf) und Italien (zehn).

Sportlich am erfolgreichsten waren ebenfalls die russischen Springerinnen bzw. Springer mit elf Medaillen, darunter dreimal Gold. Dahinter folgten die Ukraine (zehn Medaillen, dreimal Gold) und  Großbritannien (sechs Medaillen, dreimal Gold).

Frankreich und Italien kamen auf die Bilanz von jeweils zweimal Gold, einmal Bronze. Einmal Silber schaffte die Schweiz und eine Bronzene sicherte sich die Niederlande.

Vier Medaillen für Schwarz-Rot-Gold

Vier Medaillen standen nach Abschluß der Wettkämpfe in Kiew für die deutsche Mannschaft zu Buche: Bronze durch Tina Punzel/Lou Massenberg im Synchronspringen/Mixed vom Drei-Meter-Brett, Silber durch Patrick Hausding im Herren-Einzel vom Drei-Meter-Brett, Bronze durch Louisa Stawczynski im Frauen-Einzel vom Drei-Meter-Brett und Silber durch Tina Punzel/Friederike Freyer im Synchronspringen/Frauen vom Drei-Meter-Brett.

Im Frauen-Einzel-Wettkampf vom Drei-Meter-Brett kam die Rostockerin Saskia Oettinghaus – beim Sieg der Ukrainerin Hanna Pysmenska – auf Rang dreizehn. Ganz knapp hatte Saskia den Einzug in das Finale der besten zwölf Springerinnen verpasst.

Bislang 30 EM-Medaillen für M-V

Zwar gab es bei den EM in Kiew keine Medaillen für M-V, aber 30 Medaillen, darunter 10 x Gold, 11 x Silber, 9 x Bronze, konnten Wasserspringerinnen und Wasserspringer, die zumindest in M-V geboren wurden oder – befristet – einem mecklenburgischen Verein angehörten, in der EM-Geschichte im Wasserspringen bereits gewinnen.

Die spätere Wahl-Rostockerin, die Dresdnerin Ingrid Krämer-Gulbin gewann 1962 in Leipzig zweimal EM-Gold im Kunst- und Turmspringen. Vom Drei-Meter-Brett wurde seinerzeit Christiane Lanzke (SC Empor Rostock) Zweite. In den 1970ern gab es weitere EM-Highlights für das Rostocker Wasserspringen: Im Kunstspringen jubelten Heidi Becker (SC Empor) 1970 in Barcelona und Christa Köhler (SC Empor) 1977 in Jonköping jeweils über EM-Gold.

Die 1980er Jahre setzten die Rostock EM-Medaillen-Tradition im Wasserspringen fort. In Split 1981 wurde Dieter Waskow (SC Empor) Dritter vom Turm. Die gebürtige Rostockerin Katrin Zipperling, die für Dresden startete, belegte in Split`81 sogar Rang eins. Ramona Wenzel (SC Empor) sicherte sich hingegen 1983 in Rom EM-Bronze und 1985 in Sofia EM-Silber. In der bulgarischen Hauptstadt schaffte dann Thomas Knuths sogar Turm-Gold.

Nach der „Wende“ 1989/90 waren bei EM dann Dörte Lindner und Alexander Mesch aus Rostocker Sicht sehr erfolgreich. Dörte errang zwischen 1995 und 2000 dreimal Silber und einmal Bronze. Alexander sicherte sich jeweils EM-Gold 1997 in Sevilla (Synchronspringen vom Drei-Meter-Brett) und 2000 in Helsinki (Kunstspringen vom Ein-Meter-Brett) und einmal Silber.

Bronze erkämpften bei EM-Entscheidungen im Wasserspringen für M-V, speziell für Rostock, Borris Lietzow (2 x Bronze 1993/1995), Stefan Ahrens (3 x Bronze 1997/1999) und Christian Löffler (1 x Bronze 2002).

Silberne Momente bei EM erlebten der schon erwähnte Stefan Ahrens (1 x Silber 2000) und Annika Walter (1 x Silber 1997).

Zwischen 2000 und 2008 sorgte zudem die gebürtige Demminerin Heike Fischer für Medaillen-Glanz bei EM m Wasserspringen mit 2 x Gold (2002, 2004) und 3 x Silber.

Last but not least: Bei den Europaspielen 2015 in Baku gab es für Saskia Oettinghaus vom WSC Rostock Gold im Synchron-Wettbewerb im Kunstspringen, zusammen mit Louisa Stawczynski, und Bronze im Einzel-Wettkampf im Kunstspringen. Louisa holte 2017 in Kiew – wie erwähnt – einmal Bronze…

Nun geht es für die Wasserspringerinnen und Wasserspringer zu den Weltmeisterschaften vom 14.Juli bis 30.Juli in Budapest. Dort wird die Konkurrenz ungleich härter, denn in der ungarischen Hauptstadt starten ja auch die starken Wasserspringerinnen bzw. Wasserspringer aus China, Nordamerika, Australien und und und

Marko Michels

Foto (Monika Dietrich): Blick zurück auf Baku 2015: Gold für Saskia Oettinghaus und Louisa Stawczynski.