Die TSG Wismar im Fokus – Interview mit Geschäftsführer Klaus-Dieter Soldat

Das Team der TSG Wismar in Aktion. In Wismar spielten auch die 1993er Weltmeisterinnen Heike Axmann und Andrea Bölk. Foto: M.M.

Das neue Jahr 2018 ist auch schon wieder zwei Monate alt. Es gab bereits zahlreiche sportliche Großereignisse, ob auf internationaler, nationaler und regionaler Ebene. Auch die TSG Wismar hat in diesem Jahr noch eine Menge vor sich, der nicht nur den Frauen- bzw. Herren-Handballsport hervorragend präsentiert, sondern auch unter anderem  in der Sportakrobatik, im Kanu-Sport, im Radsport und im Turnen eine erfolgreiche Tradition hat.

Welche Ambitionen hat die TSG Wismar 2018? Nachgefragt beim TSG-Geschäftsführer Klaus-Dieter Soldat

Klaus-Dieter Soldat über die sportliche Situation der Handball-Damen der TSG Wismar, die weiteren Sparten der TSG Wismar und die Erfolge des Vereines

„Wieder im Aufstiegsrennen dabei…“

Frage: Das Jahr ist gerade einmal zwei Monate alt, da gab es frohe Kunde „in Sachen“ Frauen-Handballsport… Wie ist jetzt die sportliche Situation bei den Damen der TSG Wismar in der Oberliga Ostsee-Spree 2017/18? Nach dem erfolgreichen Einspruch gegen den Punkteabzug Ende 2017 – wie ist jetzt konkret die Sachlage?

Klaus-Dieter Soldat, Geschäftsführer der TSG Wismar. M.M.

Klaus-Dieter Soldat: Es kam nach eingehender Prüfung der Sachlage zum Punkteabzug der TSG Wismar mit nur zwei Punkten für das Spiel vom 11. November 2017 gegen den Berliner TSC, das Spiel in Spandau am 4. November 2017 hatten wir ja sportlich verloren. Insofern war der Einspruch für die TSG Wismar richtig. Der positive Bescheid traf am 22. Januar 2018  ein und beinhaltete noch vierzehntägige Einspruchsfristen der  Landesverbände.

Einsprüche blieben jedoch aus und so wurde die Punkte-Korrektur am 5. Februar 2018 rechtlich wirksam. Die TSG Wismar ist mit vier Minus-Punkten als Tabellen-Zweiter in der Tabelle wieder im Aufstiegsrennen dabei. In diesem Zusammenhang ist dem Verbandsgericht der Oberliga Ostsee-Spree aber großer Respekt zu zollen.

Dieses hat die Entscheidung nach den vorliegenden Fakten entschieden, bei der von Vereinsseite als auch von der spielleitenden Stelle Fehler eingeräumt werden mussten.

Frage: Welche sportlichen Ziele hat das erste Team der TSG Wismar 2018 – auch in der Perspektive?

Klaus-Dieter Soldat: Das Saisonziel 2017/18 ist sportlich nach den ereignisreichen letzten Wochen mit dem Ziel des Aufstieges in die 3. Liga des Deutschen Handball-Bundes noch erreichbar. Was das Perspektivische betrifft: Wir müssen stets die Gesamtmöglichkeiten in Wismar für den weiblichen Handball jedes Jahr aufs Neue mit großer Anstrengung absichern. Der gute Nachwuchs geht wegen der Ausbildung oder des Studiums in die „Ferne“, was auch ständig Probleme mit sich bringt.

Frage: Wie ist die sportliche Lage bei den anderen Handball-Teams, bei den Herren und beim Nachwuchs, der TSG?

Klaus-Dieter Soldat: Der männliche Bereich hat sich sehr stark formiert und ist im Erwachsenenbereich auch ein Zuschauermagnet (nach den Frauen) geworden. Die Mannschaft unter Sven Hühnerbein und Maik Robitt hat sich strukturell bzw. finanziell stabilisiert und visiert auch die Oberliga an. Im männlichen Nachwuchs wirkt Antje Funke seit Jahren erfolgreich und forciert damit die positive männliche Entwicklung.

Frage: Die TSG Wismar wird oftmals nur mit dem Handballsport in Verbindung gebracht. Dabei feiern auch die Sportakrobaten, Turnerinnen, Radsportler oder Kanuten seit Jahren große Triumphe. Welche Erfolge gab es für diese 2017? Wie ist der Zuspruch – bei den jungen Sport-Talenten – zu diesen Sportarten bei der TSG Wismar?

Klaus-Dieter Soldat: In der Tat wird unser „Mehrspatenverein“ allzu gern meistens öffentlich mit dem Handball dargestellt. Die Abteilung ist ja mit circa 300 Mitgliedern  personell am stärksten aufgestellt. Aber Mitgliederzahlen von 130 im Turnen, 103 im Kanu-Sport oder 52 bei der Sportakrobatik erbringen ebenfalls großartige sportliche Leistungen. Die letzte Sportlerehrung des Kreissportbundes Nordwestmecklenburg unterstreicht diese Feststellung eindrucksvoll, denn aus diesen Sparten wurden einige  Sportlerinnen und Sportler auch geehrt wurden. Unser erfolgreichster TSG-Akteur war 2017 – international betrachtet –  im Senioren-Radrennsport unser Vize-Weltmeister im Straßenfahren und WM-Dritter im Zeitfahren Günter Hoffmann.

Frage: Die TSG Wismar hatte ja mit Peter Handschak einen erfolgreichen Skisportler in den eigenen Reihen. Ist Peter Handschak noch Mitglied bei der TSG? Und: Verfolgten Sie den olympischen Wintersport 2018 auch ein wenig?

Klaus-Dieter Soldat: Sportfreund Peter Handschack ist seit einigen Jahren nicht mehr in Wismar, hat seinen Lebensmittelpunkt nach Dresden verlagert. Damit wäre das Wirken im Verein als auch im Verband M-V nichtmehr zeitgemäß gewesen.

Die Olympischen Winterspiele in Pyeongchang  habe ich sehr interessiert und intensiv verfolgt. Die deutschen Leistungen wurden im Vergleich zu den Spielen 2014 in Sotschi bemerkenswert gesteigert. Die Koreanerinnen und Koreaner waren tolle Gastgeber, die viel finanziellen Aufwand betrieben haben. Hoffen wir auf eine entsprechende Nachhaltigkeit der Sportanlagen und Wettkampfstätten, damit die winterolympischen Impulse von 2018 dort nicht verloren gehen – wie es leider in den Vorjahren bei einigen Olympia-Orten der Fall war.

Vielen Dank und weiterhin eine positive Entwicklung für die TSG Wismar!

M.Michels