Wasserspringen und Rostock. Das ist seit den 1950er Jahren eine sportliche Erfolgsgeschichte. Eine mit heute zahlreichen Platzierungen und Medaillen bei internationalen Großereignissen für die Athleten der Hansestadt. Zu Rostocks Top Springerinnen und Springern der Gegenwart gehören u.a. Anna Shyrykhay, Saskia Oettinghaus oder Jette Müller.

Interview

Impression von einem früheren Springertag in Rostock. Foto: Wolfgang Gross

Andreas Kriehn, Vorsitzender des Wasserspringclub Rostock e.V., über das bisherige Wettkampf-Jahr 2018, kommende sportliche Herausforderungen für die Rostocker Athletinnen bzw. Athleten, die Situation im Nachwuchs-Bereich und die Perspektiven des Bundesstützpunktes

Frage: Herr Kriehn, die erste Jahreshälfte ist „abgehakt“. Wie lief es für die Elite- bzw. Nachwuchs-Springerinnen und -Springer des WSC bei den nationalen und internationalen Konkurrenzen?

Andreas Kriehn: Wir können sagen, dass unsere Rechnung aufgegangen ist und der erste Zielabschnitt  für unsere Athletinnen und Athleten erreicht wurde. Wir konzentrierten uns vor allem auf die in Rostock durchgeführte A/B Meisterschaft. Mit 22 Gold-, 7 Silber- und 2 Bronze-Medaillen wurden unsere Erwartungen übertroffen.

Bei den durchgeführten Wettkämpfen in Rostock, der offenen Internationale Deutschen Meisterschaft, dem 63. Internationalen Springertag, dem Eurawasser-Cup, sowie den vielen anderen nationalen und internationalen Wettkämpfen erreichten unsere Sportlerinnen und Sportler  gute Platzierungen und vor allem die nötigen Normpunkte für eine Kader-Einstufung.

Frage: Werden Sportlerinnen bzw. Sportler des WSC im Sommer bei den Elite- bzw. Nachwuchs-EM starten? Haben die Youngster internationale Herausforderungen vor sich?

Andreas Kriehn: Bei der A/B Meisterschaft erkämpften sich Anna Shyrykhay, Leonard Bastian in der A-Jugend sowie Jette Müller, Thalea Paschel und Naomi Hinzmann in der B-Jugend die nötigen Qualifikationspunkte für die Junioren-EM in Helsinki. Wir hoffen, dass durch eine gute Platzierung bei der Junioren-EM eine Qualifizierung für die Junioren-WM folgt.

Leider konnte sich Saskia Oettinghaus bei den Deutschen Meisterschaften durch eine langfristige Verletzung und dem damit verbundenen Trainingsausfall nicht für die Europameisterschaft qualifizieren.

Frage: Wie ist zurzeit der Zuspruch zum WSC? Wie viele Mitglieder zählt der Verein zurzeit? Wie viele Nachwuchs-Athleten sind darunter?

Andreas Kriehn: Natürlich zieht das erfolgreiche Abschneiden im Nachwuchs-Bereich auch das Interesse vieler Kinder am Wasserspringen nach sich. Trotzdem verlangt es von uns täglich Spitzentraining anzubieten, um die gesichteten Kinder optimal auf den Leistungssport vorzubereiten. Mit circa 150 Kindern im Nachwuchs-Bereich sowie 10 Bundeskadern stehen wir derzeit gut da. Darauf lässt sich aufbauen.

Insgesamt betreuen wir über 700 Mitglieder, angefangen beim Kindersichtungsschwimmen ab 5 Jahre bis zum Senioren-Sport. Vor allem durch die vielen Wettkämpfe in diesem Jahr hieß es viel Trainingsausfall für unsere Mitglieder und auch für die anderen Vereine. Für das Verständnis möchte ich mich im Namen des Vorstandes bedanken.

Wenn es uns weiterhin gelingt, die nötigen qualifizierten Trainer an unserem Bundesstützpunkt zu halten bzw. beim Trainerwechsel sofort erfolgreich nach zu besetzen, in der 5. Klasse genügend Athletinnen bzw. Athleten in die Eliteschule des Sports einzuschulen sowie mit der Stadt Rostock, dem Land M-V und den Sponsoren wie bislang so gut zusammenzuarbeiten, steht der erfolgreichen Entwicklung des Wasserspringens am Bundesstützpunkt Rostock nichts im Wege.

Letzte Frage: Die Wasserspringer des WSC Rostock standen in der Vergangenheit oft im Schatten der Springerinnen. Wie ist es heute? Gibt es männliche Athleten mit Perspektiven?

Andreas Kriehn: Momentan liegen die Mädels weiterhin ein kleines Stückchen in Führung. Ich finde  die Entscheidung von Tim Dreiucker, auf dem Turm anzugreifen, den richtigen und auch erfolgreichen Schritt in die Zukunft. Leonard Bastian hat jetzt bei der Junioren-EM seine Bewährungsprobe. Für Paul Deiß, Carlos Taranu, die bei den A/B Meisterschaften viel dazu gelernt haben, heißt es bis 2019 den nötigen Schwierigkeitsgrad  aufzubauen, um die internationalen Qualifikationsnormen zu erfüllen. In den Startlöchern sitzen schon die erfolgreichen  Athleten der C-Jugend und die Landeskader des WSCR. Ich wünsche allen Athleten weiterhin viel Erfolg.

Vielen Dank und weiterhin bestes Engagement für das Wasserspringen in Rostock!

M. Michels