Andreas Kriehn vom WSC Rostock über das Wettkampf-Jahr 2017 und kommende Höhepunkte im Wasserspringen

Saskia Oettinghaus und Louisa Stawczynski bei der goldenen Siegerehrung zum Wettbewerb Synchronspringen vom Drei-Meter-Brett bei den Europaspielen 2015. Foto: Monika Dietrich/WSC Rostock

Das „Wassersprung-Jahr“ 2017 ist  auch schon im Endspurt. In Mecklenburg-Vorpommern gab es dabei ebenfalls wichtige Wettkämpfe und Meisterschaften. Aber nicht nur in M-V…

Wie verliefen aber nun die letzten elf Monate aus sportiver Sicht im Wasserspringen?!

Nachgefragt bei Andreas Kriehn, Vereinsvorsitzender des WSC Rostock

Andreas Kriehn über Vergangenes und Kommendes im Wasserspringen

„Ziehe vor jeder Springerin bzw. jedem Springer meinen `Hut`…“

Frage: Das Wassersprung-Jahr 2017 ist schon wieder zu drei Vierteln um. Wie lautet Ihr Resümee aus Rostocker Sicht?

Andreas Kriehn: Der WSC-Rostock konnte den Schwung aus dem Jahr 2016 mitnehmen, seine gute Entwicklung im letzten Trainingsjahr fortgesetzt und sich als Bundesstützpunkt weiter gefestigt. Mit 8 DSV-Kadern und 27 Landeskader haben wir eine gute sportliche Grundlage im oberen Bereich. Bei Deutschen Meisterschaften holten wir 27 Gold-, 22 Silber- und 14 Bronze-Medaillen.

Saskia Oettinghaus vertrat uns, trotz ihres Abitur-Jahres, beim Internationalen Springertag in Rostock, bei den Europameisterschaften und der Universiade. Jette Müller und Anna Shyrykhay (beide WSC Rostock) starteten bei den Jugend-Europameisterschaften in Bergen. Und im internationalen Kräftemessen holten unsere Springerinnen bzw. Springer bei den DYM in Dresden, beim Sieben-Nationen-Wettkampf und bei den internationalen Wettbewerben in Sofia bzw. Rijeka 19 Medaillen.

Frage: Wer imponierte Ihnen dabei besonders beim WSC Rostock? Wie bewerten Sie etwaige internationale Perspektiven der WSC-Springerinnen und Springer?

Andreas Kriehn: Ein Wasserspringer braucht circa zehn Jahre, um in die deutsche Spitze zu kommen, dann noch einmal rund vier Jahre, um sich international zu etablieren – und das ab dem sechsten Lebensjahr.

Deswegen „ziehe“ ich vor jeder Wasserspringerin bzw. jedem Wasserspringer, der diesen Weg eingeschlagen hat bzw. auch durchhält, meinen „Hut“ und möchte mich bei den Eltern für den starken Rückenhalt bei dieser dualen Karriere ihrer Kinder herzlich bedanken.

Stellvertretend für alle Athletinnen bzw. Athleten freue ich mich besonders über die Leistung von Tim Dreiucker, der vom Turm versucht, eine schwierige Serie aufzubauen: Viel Glück dabei! Insbesondere Saskia Oettinghaus wünsche ich für das Jahr 2018 viel Erfolg im Senioren-Bereich und hoffe,  Saskia bei der Internationalen Deutschen Meisterschaft in Rostock und beim Springertag erfolgreich zu sehen.

Frage: Wie entwickelte sich der Zuspruch bei den jungen Sporttalenten zum Wasserspringen beim WSC?

Andreas Kriehn: Mit über 130 Athleten im Nachwuchs-Bereich kann man nur feststellen, dass die Trainer und Übungsleiter auf diesem Gebiet eine gute Arbeit leisten. Die Sichtung von geeigneten Kindern und deren Weiterführung bis in den oberen Bereich, verbunden mit Spaß an dieser faszinierenden Sportart, ist unsere Philosophie.

Frage: Wie beurteilen Sie das internationale Kräfteverhältnis im Wasserspringen – ein Jahr nach Rio?

Andreas Kriehn: Diese Frage würde ich gerne nach dem Internationalen Springertag 2018 beantworten, wenn sich die Elite der Wasserspringerinnen und Wasserspringer  Rostock trifft. Wer heute im Herren-Bereich internationale Erfolg haben möchte, muss sich mit den viereinhalb Sprüngen in fast allen Ausführungen und Sprunggruppen auseinandersetzen

Letzte Frage: An welchen Wettkämpfen nehmen die Rostocker WSC-Athletinnen und Athleten 2017 noch teil?

Andreas Kriehn: In diesem Jahr stehen im Dezember in Berlin noch die Deutsche Mannschaftsmeisterschaft und der DSV-Kür-Pokal sowie in Dresden der Zwinger-Pokal auf dem Programm. Wer unsere Springer in Aktion sehen möchte, kann zudem gerne am 25.November 2017 von 14.00 Uhr bis 17.00 Uhr in das Hallenschwimmbad Neptun zur 18. Rostocker Springershow kommen.

Allerletzte Frage: Und… Wann steigt der Internationale Springertag in Rostock 2018?!

Andreas Kriehn: Der 63. Internationale Springertag Rostock, der gleichzeitig als 24. FINA Diving Grand Prix ausgetragen wird, findet von 23.Februar 2018 bis 25.Februar 2018 statt.

Vielen Dank, weiterhin bestes Engagement für das Wasserspringen und maximale Erfolge!

Die Fragen stellte: M.Michels.

Rückblick auf die olympischen Wassersprung-Entscheidungen 2016

Die olympischen Wassersprung-Konkurrenzen in Rio de Janeiro 2016 liegen auch schon wieder fünfzehn Monate zurück liegen. 136 Springerinnen und Springer aus 29 Ländern wetteiferten um die 24 Medaillen und die acht Entscheidungen waren natürlich sehr hochklassig.

Zwar erkämpften die Chinesinnen und Chinesen sieben der acht vergebenen Goldmedaillen in Rio, aber die Mitbewerberinnen bzw. Mitbewerber aus aller Welt haben deutlich aufgeholt und China mitunter schon übertroffen.

Bei den Damen-Konkurrenzen sahen die Ergebnisse folgendermaßen aus: Vom 3 Meter Brett siegte Shi Tingmao, im Synchronspringen vom 3 Meter-Brett Shi Tingmao/Wu Minxia und im Synchronspringen vom 10 Meter-Turm Chen Ruolin/Liu Huixia. Im Herren-Bereich lauteten die Gewinner Cao Yuan, im Synchronspringen vom 3 Meter-Brett Chris Mears/Jack Laugher (Großbritannien) und im Synchronspringen vom 10 Meter-Turm Chen Aisen/Lin Yue. Die Siege vom 10 Meter Turm gingen an Ren Quian (Frauen) und Chen Aisen (Herren).

Die 24 Medaillen teilten sich neun Länder: China holte zehn Medaillen (darunter 7 x Gold), Großbritannien 1 x Gold, 1 x Silber, 1 x Bronze, die USA 2 x Silber, 1 x Bronze, Italien 1 x Silber, 1 x Bronze, Malaysia 1 x Silber, Mexiko 1 x Silber, Kanada 2 x Bronze, Australien und Deutschland jeweils 1 x Bronze.

Im besonderen Blickpunkt: Tania und Patrick

Stark präsentierten sich nicht zuletzt die Briten, aber eine Wasserspringerin aus Italien und ein Wasserspringer aus Deutschland verdienen besondere Achtung und Aufmerksamkeit.

Die so sympathische Tania Cagnotto aus Italien erkämpfte bei ihrer fünften Olympia-Teilnahme endlich ihre verdienten olympischen Medaillen und Deutschlands Patrick Hausding wurde Dritter  vom 3 Meter Brett. Seit Jahren gehören die Beiden zu den Besten des  Wasserspringens weltweit.

Auch im Rückspiegel: Die WM im Wasserspringen im Juli 2017 in Budapest / Goldene Sprünge für das „Reich der Mitte“

Im Wasserspringer bei den WM 2017 in Budapest wurde China in den 13 Entscheidungen wieder einmal, wie auch bei Olympia  in Rio 2016, die Nummer eins – mit 8 x Gold, 5 x Silber, 2 x Bronze. Deutschland holte hier 1 x Silber, 1 x Bronze durch Patrick Hausding (Einzel vom Drei-Meter-Brett, Silber) und ebenfalls Patrick Hausding/Sascha Klein (Synchronspringen vom Zehn-Meter-Turn, Bronze).

Die erfolgreichsten Teilnehmerinnen und Teilnehmer kamen natürlich aus dem „Reich der Mitte“: bei den Frauen Ren Qian mit 2 x Gold, 1 x Bronze bzw. Shi Tingmao mit 2 x Gold und bei den Herren Chen Aisen bzw. Xie Siyi mit jeweils 1 x Gold, 1 x Silber.

M.M.