Russische Mannschaft bestimmt Niveau der Europameisterschaften

Die Europameisterschaften in der Rhythmischen Sportgymnastik in Budapest sind wieder Sportgeschichte. Wie gewohnt, bestimmte die russische Mannschaft das Niveau dieser Titelkämpfe. In allen sechs Entscheidungen gewannen die russischen Athletinnen Gold, dazu dreimal Silber. Dabei präsentierten sich die Zwillingsschwestern Arina und Dina Averina in beeindruckender Form. Dina wurde Europameisterin mit den Bändern, den Reifen und mit der Mannschaft. Ihre Schwester holte den Titel mit den Keulen, dem Ball und ebenfalls mit der Mannschaft.

Die weiteren EM-Medaillen gingen an:

  • Bulgarien (einmal Silber, zweimal Bronze)
  • Weissrussland (einmal Silber, einmal Bronze)
  • Italien (einmal Silber)
  • Israel (dreimal Bronze)

Insgesamt waren 231 Gymnastinnen aus 36 Ländern in Budapest aktiv. Für Deutschland starteten Lea Tkaltschewitsch (TSG Neu Isenburg) und Noemi Peschel (TSV Schmiden).

Als nächstes steht der eigentliche Jahreshöhepunkt für die Sportgymnastinnen auf dem Programm, die WM vom 29. August bis 3. September in Pesaro.


 

Rückblick – Rio 2016

Vor zehn Monaten begeisterten die Sportgymnastinnen noch bei den Olympischen Spielen in Rio. Und auch in Brasilien überzeugten die Russinnen sportlich und künstlerisch. Im Einzel-Wettkampf siegte Margarita Mamun vor der favorisierten Yana Kudryavtseva und der Ukrainerin Ganna Rizatdinova. Dazu sicherte sich Russland den Erfolg in der Gruppe (der fünfte seit 2000). Alle drei Athletinnen beendeten nach Rio ihre leistungssportliche Karriere.

Sehr gut präsentierte sich auch die 19-malige Deutsche Meisterin Jana Berezko-Marggrander (TSV Schmiden). Mit der Gruppe wurde sie zehnte. Auch Schwerins Erfolgs-Trainerin Petra Richter gab sich aus der Ferne zufrieden mit dem Deutschen Team: „Ich denke, die deutschen Sportgymnastinnen konnten ihr Leistungsvermögen abrufen. Leider schlichen sich  bei der deutschen Gruppe kleine Fangfehler bei den Übungen mit dem Band ein.  So reichte es mit dem 10. Platz am Ende leider nicht für das Finale. Die Keulen- bzw. Reifen-Übungen konnten schon sehr überzeugen.“ Berezko-Marggrander beendete nach ihrer zweiten Olympia-Teilnahme ebenfalls ihre sportliche Laufbahn.

 

RSG-Historie: Deutsche Gymnastinnen mit 14 WM-Medaillen

Gymnastinnen aus Deutschland (DDR, Westdeutschland und vereint) konnten in der WM-Geschichte insgesamt 5 x Gold, 6 x Silber, 3 x Bronze  holen.  In Kopenhagen 1967 wurde Ute Lehmann für die DDR Vize-Weltmeisterin im Mehrkampf. Dazu gewann sie Bronze mit dem Seil. Eine weitere Bronze-Medaille sicherten sich die DDR-Gymnastinnen im Gruppen-Finale 1973 in Rotterdam.

Carmen Rischer (BRD) durfte dann in Madrid 1975 über WM-Gold im Mehrkampf jubeln. Ihre Mannschaftskollegin Christiana Rosenberg holte Silber. In den Einzelkonkurrenzen setzten beide noch eins drauf. So gewann Rosenberg Gold mit dem Ball und mit den Keulen sowie Silber mit dem Band. Und Rischer avancierte zur Weltmeisterin mit dem Band sowie mit dem Reifen (zusammen mit der Japanerin Mitsuru Hiraguchi). Dazu holte sie Silber mit dem Ball und mit den Keulen.

(Anmerkung: 1975 nahmen die Länder des Ostblocks nicht an den WM im damaligen „Franco-Spanien“, in Madrid, teil.)

Nach ihren großen WM-Erfolgen ’75 konnte Carmen Rischer noch eine WM-Silbermedaille in Basel 1977 holen. 18 Jahre später gewann die Ostdeutsche Bianca Dittrich Bronze mit dem Ball bei der WM 1985 in Valladolid.

Die ersten WM 1963 in Budapest

Vor 52 Jahren, im Jahr 1963 in Budapest, fanden die ersten Weltmeisterschaften in der RSG statt und 28 Gymnastinnen aus 10 Ländern nahmen an diesen Welttitelkämpfen teil. Für die DDR starteten in der ungarischen Metropole seinerzeit Renata Valkstein, Irene Binder und Ute Lehmann. Drei Entscheidungen wurden in Budapest ausgetragen und dreimal siegte die für die UdSSR startende Ukrainerin Ljudmilla Sawinkowa. Die Sowjetunion erkämpfte in Budapest`63 dreimal Gold, dreimal Silber, einmal Bronze. Bulgarien kam auf zweimal Bronze.

 

Marko Michels

 

Mecklenburg-Vorpommern und die RSG

In M-V hat die Rhythmische Sportgymnastik ebenfalls eine gute sportive Heimat, so beim FSV Bentwisch, HTV Rostock, TSV Schwerin, SV Dassow und SV Empor Kühlungsborn. Gerade die Schweriner Gymnastinnen sind regional wie national sehr erfolgreich.