Zwischen Kanu-Rennsport und Kanu-Slalom

Kanusport

Ein neuer olympischer Zyklus begann…

Für die Kanutinnen und Kanuten war das 2017er Jahr ein nacholympisches und somit Jahr eins im neuen olympischen Zyklus 2016-2020.

Zwischen Kanu-Rennsport und Kanu-Slalom

Kanusport – Symbolfoto

Die sportlichen Höhepunkte waren dabei die Weltmeisterschaften im Kanu-Rennsport in Racice bzw. im Kanu-Slalom in Pau und die Europameisterschaften im Kanu-Rennsport in Plowdiw bzw. im Kanu-Slalom in Tacen.

Bei den Elite-EM im Kanusport erkämpfte Deutschland zwölf Medaillen, darunter siebenmal Gold, wobei im Bereich Kanu-Rennsport zehn Medaillen (sechsmal Gold) und im Bereich Kanu-Slalom zwei Medaillen (einmal Gold) errungen wurden.

Von Plowdiw 2017….

Im europameisterlichen Plowdiw schafften die Titel für die deutsche Mannschaft Sebastian Brendel im Canadier-Einer über die 1000 Meter bzw. 5000 Meter, Max Hoff im Kajak-Einer über 5000 Meter bzw. im Kajak-Zweier über 1000 Meter (mit Marcus Gross), Franziska Weber/Tina Dietze im Zweier-Kajak über 500 Meter und der gebürtige Schweriner Peter Kretschmer, der mit Yul Oeltze Gold im Canadier-Zweier über 1000 Meter.

Erfolgreichste Nation der EM Kanu-Rennsport wurde Ungarn mit sechzehn Medaillen, darunter zehnmal Gold.

Für einen Athleten eines Vereines in M-V gab es zuletzt bei den EM 2011 in Belgrad im Kanu-Rennsport Gold. Martin Hollstein vom SC Neubrandenburg wurde seinerzeit Europameister im Kajak-Zweier über 1000 Meter.

…nach Racice 2017

Bei den 2017er Weltmeisterschaften im Kanu-Rennsport in Racice lieferten sich Deutschland und Ungarn erneut ein Duell um die globale „Pole Position“. Deutschland setzte sich knapp durch und erkämpfte zwölf Medaillen, darunter sechsmal Gold. Ungarn kam auf zehn Medaillen, darunter fünfmal Gold.

Die WM-Titel 2017 erreichten aus deutschem Blickwinkel Sebastian Brendel (C 1, 5000 Meter bzw. 1000 Meter, dazu im C 4 über 1000 Meter mit Stefan Kiraj, Jan Vandrey bzw. Conrad Scheibner), Tom Liebscher (K 1, 1000 Meter, dazu im K 4 über 500 Meter mit Ronald Rauhe, Max Rendschmidt bzw. Max Lemke) und Peter Kretschmer sowie Yul Oeltze im C 2 über 1000 Meter.

Europa war bei den WM 2017 im Kanu-Rennsport dominierend, holte 21 der 27 Goldmedaillen. Für „Übersee“ konnten Neuseeland, Australien und Kanada mit jeweils zwei ersten Rängen die europäische Phalanx durchbrechen. Bei den Para-Kanu-WM 2017 an gleicher Stelle war hingegen Australien mit fünfmal Gold am besten. Para-WM-Titel errangen zudem Großbritannien (drei), Russland, die Ukraine, Spanien und Italien (jeweils eine). Anja Adler vom deutschen Para-Kanu-Team jubelte über Silber.

Den letzten WM-Titel im Kanu-Rennsport für einen Athleten eines Vereines in M-V sicherte sich Erik Rebstock in Duisburg 2013 im Canadier-Vierer über die 1000 Meter.

Europameisterlicher und weltmeisterlicher Kanu-Slalom-Sport

Im Kanu-Slalom war bei den EM 2017 in Tacen Frankreich mit zweimal Gold, einmal Silber, zweimal Bronze. Deutschland erreichte die EM-Bilanz von einmal Gold, einmal Silber, wobei im Canadier Einer-Team das Trio Sideris Tasiadis, Nico Bettge und Franz Anton den ersten Rang für Schwarz-Rot-Gold belegten.

Bei den WM 2017 in Pau im Kanu-Slalom  folgten für die deutsche Mannschaft zweimal Gold, einmal Silber, zweimal Bronze. Die Goldenen gingen an Jasmin Schornberg, Ricarda Funk bzw. Lisa Fritsche im Kajak-Einer-Team und an Caroline Trompeter im Einer-Kakak-Extreme.

Rückblick auf den olympischen Kanu-Sport 2016

Viermal Gold – wie bei den WM 2015 und bei den EM 2016 – gab es dann auch bei der olympischen Regatta im Kanu-Rennsport 2016 in Rio de Janeiro. Max Rendschmidt, Tom Liebscher, Max Hoff bzw. Marcus Gross triumphierten im K 4 über 1000 Meter. Sebastian Brendel errang zweimal Gold – einerseits im C 1 über 1000 Meter, andererseits im C 2 über 1000 Meter, zusammen mit Jan Vandrey. Zu ihrer zweiten olympischen Goldmedaille in Rio kamen ebenfalls Max Rendschmidt und Marcus Gross: im K 2 über 1000 Meter.

Silberne Momente im Kanu-Rennsport in Rio erlebten Franziska Weber bzw. Tina Dietze im K 2 über 500 Meter und Sabrina Hering, Franziska Weber, Steffi Kriegerstein und Tina Dietze im K 4 über 500 Meter. Eine olympische Bronzemedaille geht zudem auf das sportliche Konto von Ronald Rauhe, die er zeitgleich im K 1 über 200 Meter zusammen mit Saul Craviotto aus Spanien holte. Mit dieser Ausbeute wurden die deutschen Kanu-Rennsportlerinnen und -Rennsportler die erfolgreichsten in Rio.

Ungarin Danuta Kozak mit dreimal Olympia-Gold 2016

Die beste Kanu-Rennsportlerin in Rio war indes die Ungarin Danuta Kozak, die Gold im K 1, im K 2 und im K 4, jeweils über die 500 Meter, errang. Die Neuseeländerin Lisa Carrington sorgte mit ihrer olympischen Goldmedaille im K 1 über 200 Meter für die einzige nicht-europäische Goldmedaille im Kanu-Rennsport bei Olympia 2016 (außerdem Bronze im K 1 über 500 Meter). Europa war ohnehin der dominierende Kontinent im olympischen Kanu-Rennsport 2016, die europäischen Athletinnen und Athleten schafften 29 der 37 Medaillen.

Brasilien mit drei Medaillen

Für Australien gab es nur einmal Bronze – durch Ken Wallace und Lachlan Tame im K 2 über 1000 Meter. Gastgeber Brasilien jubelte über drei Medaillen im Kanu-Rennsport – durch Isaquias Queiroz (Bronze im C 1 über 200 Meter und Silber im C 1 über 1000 Meter) sowie durch Erlon Silva und nochmals Isaquias Queiroz (Silber im C 2 über 1000 Meter).

Martin Hollstein vom SC Neubrandenburg wurde 2008 Olympiasieger im Kanu-Rennsport. Foto: M.M.

Olympisches Gold im Kanu-Rennsport holten zuletzt der gebürtige Peter Kretschmer (KC Potsdam) im Zweier-Canadier über 1000 Meter 2012 in London und Martin Hollstein vom SC Neubrandenburg im Zweier-Kajak über 1000 Meter 2008 in Peking.

Paralympischer Kanu-Sport 2016

Die sechs Paralympics-Goldmedaillen im Kanu-Rennsport schafften indes Großbritannien (drei), Australien, die Ukraine und Polen (je eine). Für DEutschland gab es dort zweimal Silber durch Tom Kierey und Edina Müller.

Kanu-Slalom bei den Olympics 2016

Die vier olympischen Goldmedaillen im Kanu-Slalom teilten sich Großbritannien, Frankreich, die Slowakei und Spanien.

Kanusportiver Blick nach 2018

Im Jahr 2018 finden die EM im Kanu-Rennsport in Minsk und die WM in Montemor-o-Velho statt. Im Kanu-Slalom sind die Austragungsorte der EM 2018 Prag und der WM 2018 Rio de Janeiro.

Und die nächsten olympischen Wettkämpfe, im Kanu-Rennsport wie im Kanu-Slalom, sind 2020 in Tokyo.

Marko Michels

 

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