Die olympische Eiskunstlauf-Saison 2017/18 beginnt „so richtig“…

Rostocker Eiskunstläuferinnen bei einer früheren Show-Veranstaltung in Schwerin Foto: M.M.

Nun ist es endlich so weit. Die olympische Saison 2017/18 im Eiskunstlaufen, deren Höhepunkte die Winterspiele in Pyeongchang im Februar 2018 und die WM in Moskau im März 2018 sind, beginnt mit der Grand Prix-Serie „so richtig“. Diese umfasst 2017/18 sieben Stationen. Auftakt ist der „Rostelecom-Cup“ in Moskau vom 20.Oktober 2017 bis 22.Oktober 2017.

Es folgen der „Skate Canada“ in Regina vom 27.Oktober 2017 bis 29.Oktober 2017, der „Cup of China“ in Peking vom 3.November 2017 bis 5.November 2017, die „NHK-Trophy“ in Osaka vom 10.November 2017 bis 12.November 2017, der Wettbewerb „Internationaux de France“ in Grenoble vom 17.November 2017 bis 19.November 2017 und der „Skate America“ in Lake Placid vom 24.November 2017 bis 26.November 2017. Den Abschluß bildet dann das „Grand Prix-Finale“ in Nagoya vom 7.Dezember 2017 bis 10.Dezember 2017.

Letzte globale Titelkämpfe vor Olympia 2018: Die WM 2017 in Helsinki

Vor mehr als einem halben Jahr, Ende März/Anfang April, begeisterten noch die Eiskunstläuferinnen und Eiskunstläufer bei den Weltmeisterschaften in Helsinki.

Dort siegten Evgenia Medvedeva (Russland) bei den Frauen, Yuzuru Hanyu (Japan) bei den Herren, Sui Wenjing/Han Cong (China) im Paarlaufen und Tessa Virtue/Scott Moir (Kanada) im Eistanzen.

WM-Silber für Aliona Savchenko und Bruno Massot

Aus deutscher Sicht gab es im Paarlaufen durch das seit Ende 2015 zusammen laufende Duo Aliona Savchenko/Bruno Massot Silber. Aliona und Bruno hatten bereits bei den EM 2016 bzw. 2017 jeweils Silber errungen und bei den WM 2016 den Bronze-Platz belegt.

Das vom gebürtigen Greifswalder Robin Szolkowy trainierte russische Paar Evgenia Tarasova/Vladimir Morozov, die amtierenden Europameister, kam auf Rang drei.

Robin Szolkowy selbst wurde mit Aliona Savchenko zwischen 2003 und 2014 unter anderem fünfmal Weltmeister, viermal Europameister und zweimal Olympia-Dritter.

Bei den Europameisterschaften im Eiskunstlaufen 2017 Ende Januar in Ostrava hatten sich übrigens die Goldmedaillen  Evgenia Medvedeva (Russland, Frauen-Einzel), Javier Fernandez (Spanien, Herren-Einzel), Evgenia Tarasova/Vladimir Morozov (Russland, Paarlauf – vor Aliona Savchenko/Bruno Massot) und Gabriella Papadakis/Guillaume Cizeron (Frankreich, Eistanz) gesichert. Die nächsten EM sind im Januar 2018 in Moskau.

Und beim Grand Prix-Finale im Eiskunstlaufen 2016/17 im Dezember 2016 in Marseille belegten Evgenia Medvedeva (Russland, Frauen-Einzel), Yuzuru Hanyu (Japan, Herren-Einzel), Evgenia Tarasova/Vladimir Morozov (Russland, Paarlauf) und Tessa Virtue/Scott Moir (Kanada, Eistanz) die ersten Ränge.

Vor 30 Jahren: Drittes WM-Gold für Katarina

Mit ein wenig Wehmut erinnert sich der interessierte Sportfan indes an die Eiskunstlauf-WM vor 30 Jahren, 1987 in Cincinnati, zurück, als Katarina Witt den dritten ihrer vier WM-Titel beim damaligen „Klassenfeind“, der heute der neue „Große Bruder“ ist, gewann. Seinerzeit gab es noch den „Kalten Krieg“ zwischen Ost und West, der seit 2014 wieder künstlich aufgewärmt wird, und das „schönste Gesicht des real existierenden Sozialismus“, also „KW“,  ließ das amerikanische Eis „schmelzen“.

So begeisterte sie als „Maria“ aus der „West Side Story“ das amerikanische Publikum und revanchierte sich für ihre WM-Niederlage 1986 in Genf gegen Debi Thomas (USA). Katarina verwies 1987 Debi Thomas, deren Landsfrau Caryn Kadavy, Liz Manley (Kanada), Kira Iwanowa (SU), Claudia Leistner (Westdeutschland), Jill Trenary (USA), Midori Ito (Japan), Anna Kondraschowa (SU) und Joanne Conway (Großbritannien) auf die weiteren Plätze.

Das waren noch Eiskunstlauf-Zeiten!

M-V und das weltmeisterliche Eiskunstlaufen

Sehr erfolgreiche eiskunstlaufsportive Zeiten hatte in der Historie auch M-V…

Mecklenburger und Vorpommern qualifizierten sich leider nicht für die WM 2017, was durchaus auch passend gewesen wäre… Denn: Die Medaillen-Bilanz „für M-V“ bei Eiskunstlauf-WM lautet  5 x Gold, 4 x Silber, 2 x Bronze.

In den 1970ern gewann der gebürtige Rostocker Rolf Oesterreich, Jahrgang 1952, mit seiner Partnerin Romy Kermer (beide SC Dynamo Berlin) im Paarlaufen Bronze bei den WM 1974 in München, Silber bei den WM 1975 in Colorado Springs und nochmals Silber bei den WM 1976 in Göteborg (dazu unter anderem Olympia-Silber 1976 in Innsbruck).

Und in den 2000ern sorgte der gebürtige Greifswalder Robin Szolkowy, Jahrgang 1979, mit seiner Partnerin, der bereits erwähnten Aliona Savchenko, die nach dem Rücktritt von Robin 2014 seit 2015 mit Bruno Massot läuft, für sportliche Sternstunden im Paarlaufen…

So gab es für das Duo fünfmal WM-Gold (2008 in Göteborg, 2009 in Los Angeles, 2011 in Moskau, 2012 in Nizza, 2014 in Saitama), zweimal WM-Silber (2010 in Turin, 2013 im kanadischen London) bzw. einmal WM-Bronze (2007 in Tokyo). Bei Winter-Olympia „schürften“ Robin und Aliona ebenfalls Edelmetall – Bronze in Vancouver 2010 und Bronze in Sotschi 2014.

Exkurs: Rückblick auf die WM 2016 in Boston

Wie war das aber noch vor Jahresfrist, bei den WM 2016 in Boston?

Gold für Frankreich, Spanien, Russland und Kanada

Im Eistanzen gab es 2016 erwartungsgemäß den Erfolg des französischen Duos Gabriella Papadakis bzw. Guillaume Cizeron, die bereits 2015 WM-Gold erliefen und auch schon zweimal EM-Gold, 2015 in Stockholm und 2016 in Bratislava errangen. Dahinter folgten zwei amerikanische Eistanz-Paare: Maia Shibutani bzw. Alex Shibutani sowie Madison Chock bzw. Evan Bates.

Bei den Herren verteidigte der 24jährige Spanier Javier Fernandez seinen WM-Titel von 2015 in Shanghai erfolgreich vor dem Olympiasieger von 2014 Yuzuru Hanyu (Japan), Jin Boyang (China) und Michail Kolyada (Russland).

Und bei den Frauen gewann die sechzehnjährige Jewgenija Medwedjewa (Russland), auch Europameisterin 2016 und im letzten Jahr Junioren-Weltmeisterin,  vor der Amerikanerin Ashley Wagner, ihrer Landsfrau Anna Pogorilaya, EM-Dritte 2015 bzw. 2016, und der Amerikanerin Gracie Gold.

Im Paarlaufen durfte sich hingegen die langjährige Partnerin des gebürtigen Greifswalders Robin Szolkowy, also Aliona Savchenko, über WM-Bronze 2016 mit ihrem neuen Mitstreiter Bruno Massot über Bronze freuen.

Den Sieg verdienten sich die Titelverteidiger Meagan Duhamel bzw. Eric Radford aus Kanada mit einer atemberaubenden Kür vor dem chinesischen Duo Sui Wenjing bzw. Han Cong, Aliona und Bruno sowie Ksenia Stolbowa bzw. Fedor Klimow (Russland).

Last but not least: Die Synchron-Eiskunstlauf-WM 2017 mit russischem Erfolg

Als die Eiskunstläuferinnen und Eiskunstläufer ihre WM-Titelträger 2017 in Helsinki längst ermittelt hatten, war mit dem weltmeisterlichen Eiskunstlaufen noch lange nicht Schluß. Vom 7.April bis 8.April wurden die 18.Welt-Titelkämpfe im Synchron-Eiskunstlaufen in Colorado Springs ausgetragen. Dort triumphierte letztendlich Team „Paradise“ aus Russland vor Team „Marigold IceUnity“ aus Finnland und Team „NEXXICE“ aus Kanada. Anfang April 2018 folgen dann die 19.Welttitelkämpfe im Synchron-Eiskunstlaufen in Stockholm.

Marko Michels