Mit Wasserspringerin Anna Shyrykhay im Gespräch

Wasserspringerin Anna Shyrykhay aus Rostock. Foto: Monika Dietrich/WSC Rostock

Anna Shyrykhay. Foto: Monika Dietrich/WSC Rostock

Sechs Wasserspringer und -springerinnen stehen im diesjährigen Universiade-Team des Allgemeinen Deutschen Hochschulsportverbandes. Das sind die beiden Rostockerinen Saskia Oettinghaus (sportlich mittlerweile nach Dresden gewechselt) und Anna Shyrykhay sowie die Berlinerin Jana Lisa Rother. Dazu die drei Herren Nico Herzog (Halle), Alexander Lube (Aachen) und Frithjof Seidel (Berlin).

Die 19-jährige Anna Shyrykhay, die von Bundesstützpunkttrainer Michail Sachiasvili trainiert wird möchte in Neapel konstant gute Leistungen zeigen, ihr bestmögliches Leistungspotenzial abrufen. Im Interview spricht sie über ihre Ambitionen, ihre sportlichen Hoffnungen und ihre Begeisterung für das Wasserspringen

Interview

Frage: Die Konkurrenzen der Universiade 2019 warten… Was sind dort deine Ziele?

Anna Shyrykhay: Meine Leistung zu zeigen! So wie ich mir es im Training erarbeitet habe.

Frage: Wer sind in Neapel deine ärgsten Konkurrentinnen?

Anna Shyrykhay: Ich springe dieses Jahr das erste Mal in der offenen Klasse. Deswegen ist die Konkurrenz recht neu für mich. Es ist also schwierig zu sagen, wer die ärgsten Konkurrentinnen sein werden. Bei der letzten Universiade 2017 in Taipeh, ohne die chinesischen Springerinnen, waren bei den Frauen Mexiko und Nordkorea dominierend. In diesem Jahr dürfte hingegen wieder mit den chinesischen Sportlerinnen zu rechnen sein.

Frage: Wie sieht dein gegenwärtiger Trainingsalltag aus? Gab es spezielle Änderungen im Hinblick auf die Universiade?

Anna Shyrykhay: Vor bestimmten Wettkämpfen ändert sich das Training immer. Vor der Universiade ist es nicht anders.

Erfolge von Anna Shyrykhay (Auswahl):

  • 15-fache Deutsche Jugendmeisterin 2012 bis 2018
  • 2-malige Deutsche Hallenmeisterin 2019 (1m-Brett; 3m-Brett Synchron)
  • Fizeeuropameisterin Jugend 2015 (1m-Brett)
  • 3 x unter den Top Ten bei der Jugend-WM 2018

Frage: Was ist für dich das Faszinierende am Wasserspringen? Wann hast du dich für das Wasserspringen entschieden?

Anna Shyrykhay: Das Faszinierende für mich im Wasserspringen ist die Ästhetik des Sports. Aber auch die Anwendung der eigenen physischen Kraft auf das Geschehen, also die Sprünge und die Kontrolle darüber.

Wann ich mich für das Wasserspringen entschieden habe, ist schwer zu sagen? Da könnte ich mehrere Daten nennen, die mich aber im Grunde genommen immer nur mehr an den Sport gebunden haben. Der erste Schritt zum Wasserspringen war wohl, als ich selbst – nach dem Schwimmen lernen – auf die Sprunganlage zeigte und fragte, ob ich das nicht auch machen kann.

Frage: Du konntest schon an zahlreichen internationalen Wettkämpfen teilnehmen… Was sind für dich bislang die schönsten Momente deiner Karriere?

Anna Shyrykhay in Aktion. Foto: Monika Dietrich / WSC Rostock

Anna Shyrykhay. Foto: Monika Dietrich/WSC Rostock

Anna Shyrykhay: Natürlich die erfolgreichsten Wettkämpfe… Die JEM 2015 in Moskau und die Jugend-Weltmeisterschaft 2018 in Kiev. Natürlich waren aber auch viele andere Wettkämpfe und Lehrgänge, besonders im Ausland, sehr schöne Ereignisse! Im Prinzip bringt einen jeder Wettkampf voran, da man aus Fehlern lernen kann, erfahrener wird und eine gewisse Wettkampfhärte erlangt.

Frage: Welche Ambitionen verfolgst du 2019 und 2020? Wie ist dein sportlicher „Fahrplan“?

Anna Shyrykhay: Ich möchte weiterhin an meiner Leistung arbeiten, diese verbessern und dann natürlich bei Wettkämpfen zeigen.

Letzte Frage: Und deine beruflichen Ambitionen? Deine Hobbys?

Anna Shyrykhay: Für Hobbys bleibt leider wenig Zeit. Und genaue berufliche Ambitionen habe ich auch noch nicht so genau. Zunächst möchte ich mich einfach nur weiterbilden und das erlernen, was mich interessiert. Momentan ist das Psychologie.

Vielen Dank und einen erfolgreichen Universiade-Wettkampf!


 

Rostocker Universiade-Historie im Wasserspringen

Universiade-Bronze gab es 1993 in Buffalo durch die Rostockerin Silke Krüger, die vom Drei-Meter Brett hinter der Leipzigerin Britta Baldus und der Kanadierin Paige Gordon Ditte wurde. Vom Ein-Meter-Brett sprangen  zwei Jahre später, 1995 in Fukuoka,  die beiden Rostockerinnen Dörte Lindner und auch Silke Krüger zu Gold und Silber.

Vom Drei-Meter-Brett reichte es für Dörte Lindner ebenfalls 1995 zu einer Medaille. Dörte kam auf Platz drei hinter Rao Lang (China) und Maria Jose Alcala (Mexiko).

Das deutsche Frauen-Team, mit Dörte Lindner und Silke Kröger, jubelte zudem über Gold vor den USA und China. Vordere Platzierungen erreichte bei der Universiade 2007 in Bangkok zudem der Rostocker Frank Sander: Rang vier beim Synchronspringen, Rang sieben vom Drei-Meter-Brett und Rang acht vom Ein-Meter-Brett.

Text und Interview: Marko Michels