Deutschen Meisterschaften im Eiskunstlauf sind in Frankfurt mit den Kürwettbewerben zu Ende gegangen

Savchenko/Massot glänzen in Frankfurt

Eiskunstlauf – Symbolbild

Die Stars enttäuschten nicht: Die Vize-Weltmeister Aljona Savchenko/Bruno Massot liefen mit einer herausragenden Kür zu ihrem zweiten Deutschen Meistertitel. Silber und Bronze gingen an die Berliner Paare Minerva-Fabienne Hase/Nolan Seegert und Annika Hocke/Ruben Blommaert.

Savchenko/Massot verzauberten einmal mehr mit ihrer mit Höchstschwierigkeiten gespickten Kür zu „La terre vue du ciel“. Highlights waren der dreifache Twist, der dreifache Wurfflip und –Salchow sowie die Hebungen.

Da fiel es nicht weiter ins Gewicht, dass Massot den Toeloop nur doppelt sprang. Die Wahl-Oberstdorfer erhielten 229,38 Punkte. „Die Woche war sehr schwer. Wir haben heute gekämpft. Wir wussten nicht, ob es Tag oder Nacht ist, aber ich glaube wir haben das Beste für heute herausgeholt für heute“, kommentierte Savchenko. „Es war schwer nach dem Grand Prix Finale (in Japan). Ich denke, ich haben einen guten Job gemacht. Es ist ein gutes Training“, ergänzte Massot.

Hase/Seegert lieferten eine solide Kür mit guten dreifachen Würfen ab, hatten aber Probleme bei den Einzelsprüngen (168,99 Punkte). „Insgesamt haben wir uns ganz gut gemacht am Ende. Für uns ist das Ergebnis wichtig, denn wir haben gezeigt, dass wir auch etwas können. Insgesamt war der Wettkampf positiv“, sagte Seegert.

Hocke/Blommaert gelangen gute Hebungen und Pirouetten sowie der dreifache Wurfrittberger. Allerdings hatte Hocke Mühe bei den Einzelsprüngen und beim Wurfsalchow (164,66 Punkte). Das Duo konnte aber seinen Vorsprung in der Olympiaqualifikation vor Hase/Seegert halten. „Natürlich sind wir mit unserer Leistung nicht ganz zufrieden. Es war ein paar Fehler dabei, aber wir wissen, dass wir es besser können werden daran arbeiten und sind trotzdem froh, das geschafft zu haben, was wir in der kurzen Zeit geschafft haben“, betonte Hocke. Das Paar läuft erst seit knapp einem Jahr zusammen.

Paul Fentz erstmals Deutscher Meister

Nach viermal Silber und zweimal Bronze hat Paul Fentz seinen ersten Deutschen Meistertitel gewonnen. Titelverteidiger Peter Liebers musste bei seiner letzten Deutschen Meisterschaft mit Silber vorliebnehmen. Bronze ging an Catalin Dimitrescu.

Fentz glänzte mit dreifach Axel-dreifach Toeloop und weiteren vier Dreifachsprüngen sowie guten Pirouetten in seiner Kür zu „Game of Thrones“, stürzte jedoch beim vierfachen Toeloop. Der Berliner war dennoch mit insgesamt 231,60 Punkten klar vorne.

„Der Gewinn war unglaublich für mich. Ich habe die letzten vier Monate darauf hingearbeitet, und auch in den vergangenen Jahren habe ich mich bemüht, den Meistertitel zu gewinnen, jetzt hat es endlich funktioniert“, sagte der Berliner Fentz, der auch die Olympiaqualifikation für sich entschied.

Der sechsmalige Deutsche Meister Liebers hatte in seiner Kür mit einigen Sprungelementen Probleme und erreichte 207,59 Punkte. “Ich habe heute noch mal versucht alles herauszuholen, aber es hat am Ende eben nicht gereicht. So ist der Sport. Ich bin zwar traurig, auf der anderen Seite bin ich froh, dass dieser Teil der Saison vorbei ist. Ich freue mich auf meinen letzten Wettkampf, die Europameisterschaft in Moskau. Dort gibt es einen schönen Abschluss für mich“, kommentierte Liebers, der seine Karriere beenden wird.

Dimitrescu ist nach längerer Pause erst diese Saison wieder in Wettkämpfe eingestiegen und kam auf 173,42 Punkte. „Es ist ein sehr schönes Gefühl, dass ich hier wieder dabei bin. Es war ziemlich schwer, wieder an die Leistungen heranzukommen, die ich früher gezeigt habe und ich habe es noch nicht ganz geschafft“, meinte der Läufer des EC Oberstdorf, der aber in Ravensburg trainiert.

Nicole Schott gewinnt dritten Titel         

Nicole Schott hat sich ihren dritten Deutschen Meistertitel gesichert und Platz eins in der Olympiaqualifikation verteidigt. Der Essenerin gelangen in ihrer Kür zu „Schindlers Liste“ eine dreifach Toeloop-dreifach Toeloop Kombination und drei weitere dreifache Sprünge, nur den zweiten Flip riss sie auf. Die Wahl-Oberstdorferin kam insgesamt auf 177,86 Punkte. „Ich bin im Großen und Ganzen zufrieden mit dem ganzen Saisonverlauf. Es war viel und anstrengend für mich und ich wollte mein Bestes geben. Das war noch die Kirsche auf der Sahnetorte und ich habe mich sehr gefreut“, sagte Schott.

Titelverteidigerin Nathalie Weinzierl sicherte sich Silber mit 166,45 Punkten vor Lea Johanna Dastich (162,42 Punkte). Weinzierl, die zu den „Vier Jahreszeiten lief“ zeigte vier Dreifache und drei Pirouetten mit Level vier, zwei Sprünge gingen allerdings daneben. Dastich hatte in ihrer Kür zur „Westside Story“ fünf gute Dreifachsprünge im Programm.

„Mit meiner Gesamtleistung hier bin ich zufrieden, auch weil ich erst am Dienstag meine erste Kür nach drei Wochen durchgelaufen bin. Gerade in der Kür konnte ich für mich bestätigen, dass ich auch nach Fehlern zurück ins Programm kommen und kämpfen kann“, kommentierte Weinzierl.

„Ich habe hier und da kleine Fehler gemacht, die ich in den vorherigen Wettbewerben nicht gemacht habe und deswegen weiß ich, dass noch Luft nach oben ist. Ich hoffe, dass ich das im nächsten Wettkampf wieder fehlerfrei hinbekomme und dann wäre ich zu 100 Prozent zufrieden“, erklärte Dastich.

Kavita Lorenz/Joti Polizoakis verteidigen Titel

Kavita Lorenz/Joti Polizoakis haben ihren nationalen Titel verteidigt und sich Platz eins in der Olympiaqualifikation gesichert. Sie holten 165,07 Punkte. Katharina Müller/Tim Dieck blieben auf Rang zwei mit 156,66 Zählern vor Shari Koch/Christian Nüchtern (156,17 Punkte).

Lorenz/Polizoakis erhielten in ihrer romantischen Kür zu „Stolz und Vorurteil“ für fünf Elemente einen Level vier. „Es ist jedes Jahr schwer, den Titel zu verteidigen. Wir sind ganz in Ruhe an die Sache rangegangen. Wir haben gar nicht so viel an den Titel gedacht, sondern wir wollten einfach gute Programme präsentieren. Das ist uns dieses Wochenende gut gelungen. Aufgeregt waren wir auf alle Fälle. Natürlich freuen wir uns sehr, dass wir den Titel verteidigen konnten und unser Ziel haben wir erreicht“, sagte Polizoakis.

Müller/Dieck tanzten zu Musik aus „Bodyguard“ und hatten dieselben Levels wie die Sieger. „Wir hatten nichts zu verlieren, auch vor dem Short Dance nicht. Wir hätten nur gewinnen können. Wir sind vor allem mit unserer Leistung zufrieden. Wir haben in den letzten Jahren große Schritte nach vorn gemacht, das zeigt auch das Ergebnis und dass wir immer näher herankommen“, meinte Dieck.

Koch/Nüchtern überzeugten ebenfalls mit ihrer Darbietung zu „Io Ci Saro“. „Wir sind für uns gelaufen und wollten zeigen, was wir können. Wir können glaube ich stolz auf uns sein“, so Koch.

Pressemitteilung / Deutsche Eislauf-Union