„Die Freude am Sport und das Treffen von guten Freunden stehen im Vordergrund…“

Impression vom Spiel Wassersport Warnow e.V. gegen Potsdam 2018. FOTO: János Zierath

Mecklenburg-Vorpommern ist bekanntlich eine Hochburg des Kanu-Rennsportes. Seit 1970 gehören Athleten und Athletinnen aus Neubrandenburg, Rostock oder Schwerin zu den fleißigen Medaillensammlern bei Olympischen Spielen, WM oder EM. Namen wie Rüdiger Helm, Bernd Olbricht, Andreas Dittmer, Ramona Portwich, Anke von Seck, Katrin Borchert oder Peter Kretschmer sind weit über die Grenzen von M-V hinaus sehr bekannt.

Doch hierzulande gibt es nicht nur Enthusiasten für den Kanu-Rennsport. Nein, auch Kanu-Polo hat im deutschen Nordosten, speziell in Rostock, einen hohen Stellenwert. Ende Juni/Anfang Juli wurde dabei wieder das traditionelle Kanu-Polo-Turnier in Rostock ausgetragen – zum mittlerweile dreizehnten Mal.

Wie kam es aber zur Begeisterung für Kanu-Polo hierzulande? Nachgefragt bei Dr. Janos Zierath, Organisator des Rostocker Kanu-Polo-Turniers

Interview

„Die Freude am Sport und das Treffen von guten Freunden stehen im Vordergrund…“

Frage: Kanu-Polo und Rostock. Seit wann gibt es diese „Symbiose“? Wer hatte die Idee zum Kanu-Polo-Turnier in Rostock?

Dr. János Zierath: Kanupolo wird seit 1998 an der Universität Rostock gespielt. Eingeführt wurde der Sport von den damaligen Physikstudenten Toralf Ziems, Stefan Otto und Michael Thurm. Als die Gruppe ein gewisse Größe erreicht hatte und das erste Auswärtsturnier gewonnen werden konnte, kam die Idee eines eigenen Turniers auf.

Der Turnierplan vor 13 Jahren wies noch viele Lücken auf, so dass schnell ein Termin am ersten Juli-Wochenende gefunden wurde. Dieser Termin ist für viele Kanu-Poloten im gesamten nord- und mitteldeutschen Raum inzwischen geblockt.

Frage: Woher kommt Ihre Begeisterung für Kanu-Polo? Was fasziniert Sie an dieser Sportart?

Dr. János Zierath:  Ich bin nicht selber auf diesen Sport gekommen, sondern wurde von einem meiner Kommilitonen einfach mitgenommen. Am Kanu-Polo fasziniert mich die Vielfalt der Bewegungsmöglichkeiten und was gibt es Schöneres, als den Sommer auf dem Wasser mit Freunden zu verbringen.

Frage: Kürzlich fand das 13.Kanu-Polo-Turnier in Rostock statt. Wer setzte dort die sportlichen Akzente? Wie war die Stimmung?

Dr. János Zierath: Das 13. Rostocker Kanupolo-Turnier wurde durch die Mannschaft K-Polo aus Kopenhagen durch ein Golden Goal gegen den Hamburger Kanuclub gewonnen. Es war nach 2014 der zweite Sieg für die Mannschaft aus Dänemark, die damit den dritten Turniersieg in Folge des Köpenicker Kanuclubs verhindert hat. Diese erreichten aber immerhin den dritten Platz.

Zur Veranstaltung an sich: Das Rostocker Turnier ist beliebt – auch wegen seiner ausgelassenen Stimmung. Da es sich um ein Universitätsturnier außerhalb des Pflichtturnierkalenders des Deutschen Kanu-Verbandes handelt, stehen für die meisten die Freude am Sport und das Treffen von guten Freunden im Vordergrund. Durch die vielen Spielmöglichkeiten im Flußbad hat das Turnier  auch bei Familien sehr großen Zuspruch.

Frage: Im Kanu-Polo werden seit 1993 EM bzw. seit 1994 WM ausgetragen. Dazu ist Kanu-Polo im Programm der „World Games“, der Weltspiele in den nichtolympischen Sportarten. Welche sind die derzeit führenden Nationen im Kanu-Polo der Damen und der Herren?

Dr. János Zierath: Deutschland gehört derzeit zu den führenden Nationen im Kanu-Polo. Das zeigt auch der Doppelsieg der Damen und Herren bei den World Games 2017 in Breslau. Für die Weltmeisterschaften Anfang August in Welland (Kanada) erwarte ich persönlich bei den Herren einen sehr engen Kampf zwischen Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien und bei den Damen zwischen Deutschland, Neuseeland, Italien und Frankreich.

Letzte Frage: Sie sind ja nicht nur im Kanu-Polo engagiert, sondern auch an der Uni Rostock. Wie sieht Ihr dortiger Aufgabenbereich aus?

Dr. János Zierath: Ich unterrichte das Fach Elastische Mehrkörpersysteme aus dem Fachgebiet der Numerischen Mechanik an der Fakultät für Maschinenbau und Schiffstechnik. Ziel dieses Fachgebietes ist es, den Studierende ein universellen Berechnungswerkzeug näher zu bringen, mit dem man in der Lage ist, dynamische Abläufe aus der Biomechanik, der Automobilindustrie oder auch der Windenergie simulieren zu können. Des Weiteren betreue ich drei Doktoranden die sich mit dynamischen Analysen aus dem Bereich der Windenergie auseinandersetzen.

Außerdem organisiere ich ehrenamtlich den „Tag der Technik“ mit den Hochschulen Rostock, Wismar, Stralsund und Neubrandenburg, um Schülern den Ingenieurberuf seine Möglichkeiten näher zu bringen.

Vielen Dank und weiterhin bestes sportliches und universitäres Engagement!

M.Michels