Radsportler Paul Martens über die WM 2018 und weitere Pläne

In Innsbruck fanden im September 2018 die Strassen-Radsport-WM statt. Am Start war auch der gebürtige Rostocker Paul Martens und die Wahl-Mecklenburgerin Trixi Worrack. Während Worrack Gold im Team-Wettkampf gewann, lief es für den beim „Team Lotto NL-Jumbo“ unter Vertrag stehenden 34-Jährigen, nicht so gut…

Symbolfoto

Paul Martens zur WM in Innsbruck, die Pläne für 2019, seine Begeisterung für den Radsport und die Verbundenheit mit Rostock

„Doch etwas mehr erhofft…“

Frage: Die Radsport-WM sind bereits wieder Historie. Wie lautet Ihr Resümee zur Entscheidung im Straßen-Einzel:

Paul Martens: Leider war mein Einsatz in Innsbruck nicht wirklich erfolgreich. Ich wusste vorab, dass es für mich aufgrund des Profils der Strecke schwer sein würde, aber ich hatte mir doch etwas mehr erhofft.

Einzel-Rennen der Herren in Innsbruck

Das WM-Rennen im Elite-Bereich der Herren wurde am 30. September auf einem Kurs von 258 Kilometern ausgetragen. Dort starteten 188 Fahrer aus 44 Ländern, von denen 76 das Ziel erreichten. Es gewann der Spanier Alejandro Valverde vor dem Franzosen Romain Bardet, dem Kanadier Michael Woods und dem Niederländer Tom Dumoulin.

Frage: Wie lautet ansonsten Ihr persönlicher Jahresrückblick?

Paul Martens: Ich war dieses Jahr sehr konstant und mit dem Team haben wir sehr viele Erfolge einfahren können, sodass ich mit dieser Saison durchaus zufrieden bin.

Frage: Wie sieht Ihre sportliche Planung für 2019 aus?

Paul Martens: Die große Frage wird sein, ob ich hauptsächlich für die Sprints eingesetzt werde, um Dylan Groenewegen oder eher als Helfer für unsere Klassementfahrer Roglic und Kruijswijk. Das wird aber erst im Winter entschieden.

Frage: Wie gelangten Sie eigentlich zum Radsport? Was waren Ihre größten Erfolge?

Paul Martens: Ich komme eher aus einer Schwimmsport-Familie, habe also seit meiner frühesten Kindheit Sport getrieben. Freunde unserer Familie waren hingegen eine Radsport-Enthusiasten und so bin ich mit dem Rennrad im Alter von zwölf Jahren in Kontakt gekommen. Seitdem habe ich es nicht mehr losgelassen…

Letzte Frage: Wie oft sind Sie jährlich noch in M-V?

Paul Martens: Meine Großeltern wohnen noch immer in Rostock. Ich versuche sie schon, mindestens einmal im Jahr zu besuchen. Aufgrund der Entfernung zu meinem neuen Zuhause (Belgien) und der intensiven Radsport-Saison sind häufigere Besuche allerdings kaum möglich.

Vielen Dank und weiterhin alles Gute!

Paul Martens:

  • fährt aktuell für das Team Lotto NL-Jumbo
  • startete viermal bei der Tour de France (2015, 2016, 2017, 2018)
  • außerdem dreimal bei der Vuelta a ESpana (2009, 2011, 2014) und zweimal bei Giro d`Italia (2008, 2013)
  • Webseite: http://www.paulmartens.de/

 

Straßen-Radsport-Asse aus Rostock

Rostock konnte schon einige Radsport-Asse hervor bringen. In den 1970ern konnte der gebürtige Rostocker Günther Schumacher, Jahrgang 1949, auf der Bahn mit dem Vierer zweimal Olympia-Gold (1972, 1976) und dreimal WM-Gold (1973, 1974, 1975) erkämpfen.

Jan Ulrich, ebenfalls in Rostock geboren (Jahrgang 1973) startete 2000 und 2004 bei Olympia. Unter den olympischen Ringen errang er dabei  2000 Gold in der Straßen-Einzel-Entscheidung und Silber im Zeitfahren. Zudem wurde Ulrich zweifacher Zeitfah-Weltmeister (1999, 2001) und Amateur-Straßen-Einzel-Weltmeister 1993, Im Jahr 1997 entschied er die Tour de France für sich und 1999 die Vuelta a Espana.

Ein weiterer gebürtiger Rostocker, Andre Greipel (Jahrgang 1982), jubelte 2011 über WM-Bronze im Straßen-Einzel 2011, startete bei Olympia 2012 und gewann elf Etappen bei der Tour de France.

Text und Interview: M. Michels