Bollewick (Franz Wego/ Hippothek). Nachdem es im vorigen Jahr coronabedingt keine Landesmeisterschaften im Gespannfahren gab, sind die Fahrsportler Mecklenburg-Vorpommerns froh, dass in diesem Jahr wieder eine solche stattfindet. Das verdanken sie Heinz Priestaff, der das schon für Mai geplante Turnier in Bollewick nicht vorschnell absagte, weil zu dem Zeitpunkt Wettkämpfe nur für Berufssportler möglich waren. Er war optimistisch und überzeugt, dass im weiteren Jahresverlauf für alle wieder Turniere möglich sein werden und hat das Turnier lediglich um zwei Monate auf den August verschoben. Umso dankbarer sind ihm nun alle, dass das beliebte Turnier in Bollewick, in unmittelbarer Nähe zur europaweit bekannten „Bollewicker Scheune“, am 7.und 8. August für Fahrer durchgeführt wurde.

Landesmeister im Vierspänner Fahren Mario Schild, der seine Schärpe und Medaille aus den Händen von Verbandspräsident Dr. Burkhard Dittmann erhielt. Foto: © Jutta Wego

Vor zwei Jahren fand in Bollwick die letzte Landesmeisterschaft im Vierspännerfahren statt. Die Landeskommission für Pferdesport in MV hat sie auch in diesem Jahr auf Wunsch aller Fahrer, weil die Bedingungen einfach ideal sind, wieder an diesen Traditionsstandort vergeben. Und wie vor zwei Jahren konnte Mario Schildt aus Nieköhr bei Gnoien erneut, mit der Meisterschärpe geschmückt, die Goldmedaille für den Meistertitel aus der Hand des Präsidenten des Landespferdesportverbandes Dr. Burkhard Dittmann, entgegennehmen.

Zuvor war ein hartes Stück Arbeit in den Teilprüfungen Dressur, Hindernisfahren und Geländefahren zu leisten. Die Grundlage für den Gesamtsieg legte der 43-Jährige in der Dressur, die zwar nicht seine Schokoladendisziplin ist, die er trotz neuer unerfahrener Pferde, die er im Gestüt Ganschow erwarb, mit 63,250 Prozent der möglichen Punkte gewann. Im Hindernisfahren fiel der Ball von einem Kegel, was den Sieg kostete, der an Robert Blender aus Loose in Schleswig-Holstein ging, der als einziger strafpunktfrei blieb. In der Meisterschaft blieb Mario Schildt aber vorne, zumal sein schärfster Konkurrent Fred Dittberner aus Kladrum im Kegelparcours einen rabenschwarzen Tag erwischte (25,07 Strafpunkte). Die Geländefahrt machte es am Sonntag nochmal spannend. „Ich bin selbst gespannt wie meine Pferde im Gelände reagieren, vor allem Wasser kennen sie noch nicht“, sagte er vor der Fahrt. Wer Mario kennt und ihn bei der Fahrt beobachtete, merkte sofort, dass er nicht alles riskiert wie sonst. Aber die Pferde machten willig mit – bis auf das Wasserhindernis. „Ich musste echt Überzeugungsarbeit leisten“, sagte er hinterher. Schließlich gingen sie aber ins Wasser, das lange Zögern kostete aber viel Zeit.

Ganz anders bei Fred Dittberner, der zuletzt mehrere familiäre Schicksalsschläge verkraften musste. Im Gelände ließ der 54-Jährige aber mit erfahrenen Pferden seine lange Erfahrung erkennen und fuhr sicher zum Sieg. „Ich gönne Fred den Sieg von ganzem Herzen, weil ein Pfundskerl ist und ein besonders schweres Jahr hat“, sagt der neue Landesmeister. Der musste im Gelände mit dem 3. Platz Vorlieb nehmen. Vor ihm platzierte sich noch Gerald Tuppat aus Dallmin (Prignitz), der seit Jahren etwas aus dem Ponymaß herausgewachsene Lewitzschecken vor dem Wagen hat. Die offen ausgeschriebene Kombinierte Wertung der Vierspänner gewann Mario Schildt (-157,57 Punkte) mit den Pferden Edelstein 5/Trak.), Goldina (5/Meckl.), Gam Boy (6/Meckl) und Toylana (&/ Litauer). Mit 164,32 Punkten wurde Robert Blender Zweiter vor Gerald Tuppat (-172,41). In der Meisterschaft holte Mario Schildt die Goldmedaille, Fred Dittberner wurde mit Silber Vizelandesmeister und die Bronzemedaille ging an René Stuhr aus Lübz.

Da kein Ponyvierspänner aus MV dabei war, entfiel diese Meisterschaft. Die M-Kombi der Ponyvierspänner gewann Frank Büst aus Klötze (Sachsen-Anhalt). Auch für Zweispänner gab es Kombinierte Prüfungen. In der Pony-Konkurrenz ging der Sieg nach Trittau an Stephan Koch. Ein achtbares Ergebnis erzielte auf dem 7. Platz Michele Schildt, 14-jährige Tochter von Mario Schildt, die mit ihren Welsh Ponys Rosenhof Jim-Bob und Rosenhof John-Boy vor allem im Gelände glänzte, in dem sie Dritte wurde. Bei den Großpferden ging der Sieg an Heino Gerich aus Klötze, gefolgt von Tobias Kriemann (Katzow), der die Geländefahrt gewann und Hans-Georg Schröder (Anklam). Den einzigen Sieg für den Gastgeber gab es in der Kombinierten Prüfung Klasse A für Zweispänner durch Frank Herrmann.