SPORT1-Moderatorin Nele Schenker über die „World Games“ 2017 in Wroclaw

Dieser Sportsommer wird wahrlich heiß und abwechslungsreich.

Der Konföderation-Cup im Herren-Fußball – ein Jahr vor den Herren-WM in Russland – ist im Sportsommer 2017 ein sportlicher Höhepunkt, dem weitere folgen: die WM im Taekwondo in Muju, die Frauen-Fußball-EM in den Niederlanden, die WM im Fechten in Leipzig, die WM im Schwimmen, Wasserspringen, Synchronschwimmen, Langstreckenschwimmen und Wasserball in Budapest, die WM in der Leichtathletik in London, die WM im Kanu-Rennsport in Racice, die WM im Judo in Budapest, die WM im Ringen in Paris, die WM in der Rhythmischen Sportgymnastik in Pesaro, die WM im Rudern in Sarasato, und und und

Dazu gibt es aber auch noch die Sommer-Universiade, die Weltspiele im Studentensport, in Taipeh vom 19.August bis 30.August und nicht zuletzt die „World Games“, die Weltspiele in den nichtolympischen Sportarten, vom 20.Juli bis 30.Juli in Wroclaw (MV-SPORT berichtete bzw. berichtet, wie zuvor ROSTOCK-SPORT über die „World Games“ 2005 in Duisburg, 2009 in Kaohsiung und 2013 in Cali sowie die dortigen Erfolge der Sportlerinnen bzw. Sportler aus M-V, aktuell über die Veranstaltung 2017 in Wroclaw).

Die Wettkämpfe in Wroclaw werden auch im Fernsehen, bei SPORT1, übertragen. Sachkundige Moderatorin zu den „World Games“ 2017 wird auch Nele Schenker sein, die seit 2011 für SPORT1 bei den verschiedensten Sportveranstaltungen im Einsatz ist.

Wie beurteilt nun Nele Schenker die kommenden „World Games“ in Wroclaw?!

Nele Schenker über ihre journalistische Tätigkeit während der „World Games“ 2017, die Bedeutung der „World Games“, ihre Sympathie für dieses Sport-Event, die umfangreiche SPORT1-Berichterstattung dazu und ihre aktuellen SPORT1-Einsätze

„Mir liegt die Vielfalt des Sports einfach am Herzen!“

Frage: Nur noch vier Wochen bis Wroclaw und dann startet die neben den Olympischen bzw. Paralympischen Spielen und den Universiaden bedeutendste Multi-Sport-Veranstaltung der Welt – die „World Games“… Und in Deutschland werden die meisten mit den Schultern zucken, da die „World Games“ kaum bekannt sind. Wie werden Sie versuchen, den fußball-, profibox- und motorsportverrückten Deutschen diese Sportspiele näher zu bringen?

Nele Schenker: Ganz einfach: Wir bringen mit den „World Games“ eine große Vielfalt an Sportarten endlich einmal auf den Schirm! Viele laufen leider unterm Radar und haben gar nicht die Chance, wahrgenommen zu werden. Mit unserer sehr umfangreichen Berichterstattung bieten wir diesen Sportarten eine Bühne – wie ich finde eine, die sie unbedingt verdient haben!

Frage: Sie sind ja eigentlich Leichtathletin… Welche Sportarten in Wroclaw haben es Ihnen aber besonders angetan?

Nele Schenker: Ja, ich war Leichtathletin und davor Kunstturnerin. Daher interessiere ich mich persönlich sehr für die Rhythmische Sportgymnastik, Tumbling und das Trampolinspringen. Letzteres habe ich früher auch selbst gemacht. Der besondere Reiz des Events liegt für mich aber in der Vielfalt, die geboten wird! Es wird toll, neue Facetten des Sports kennenzulernen.

Frage: Sie müssen sich nun mit der Thematik der „World Games“ beschäftigen… Ist es für Sie eine sportliche Herzensangelegenheit oder wurden Sie faktisch von SPORT1 dazu animiert?

Nele Schenker: Aufgrund meiner Vergangenheit bin ich sehr sportinteressiert und vor allem auch sehr an „Mehrsportarten“ interessiert. Mir liegt die Vielfalt des Sports einfach am Herzen! Solch ein Multisport-Event begleiten zu dürfen, ist für mich daher eine großartige Aufgabe. Ich freue mich riesig, dass ich über die „World Games“ berichten darf.

Frage: Sie sind seit 2011 bei SPORT1. Was waren für Sie dort die bisherigen sportjournalistischen Highlights? Sie haben ja auch eine große Affinität zum Frauen-Fußball und die EM im Frauen-Fußball sind ja auch nicht mehr weit…

Nele Schenker: Bei der Frauen-Fußball-EM in den Niederlanden werde ich leider beruflich nicht vor Ort sein – privat möchte ich mir das aber nicht entgehen lassen und plane derzeit einen Kurztrip. Mein bisheriges Highlight waren die „European Games“ in Baku 2015. Es war ein tolles Event und ich habe vor Ort meine „ersten Schritte“ vor der Kamera für SPORT1 machen dürfen – eine sehr lehrreiche und unvergessliche Zeit.

Letzte Frage: Bei welchen Sportevents im Sportsommer 2017 wird man Sie noch live und in Farbe erleben?

Nele Schenker: Ich moderiere im Wechsel mit Oliver Schweslinger die SPORT1 Highlights zum „Confederations Cup“ und der U 21-Europameisterschaft. Mit diesen absoluten Höhepunkten des Fußballsommers geht es auch schon bald mit den „World Games“ los – und danach ist es auch nicht mehr weit bis zum Saisonstart.

Vielen Dank, auf eine interessante Berichterstattung zu den „World Games“ 2017 und weiterhin alles erdenklich Gute – persönlich, beruflich und sportiv!

EXKURS

Zur Einstimmung auf die kommenden „World Games“ noch ein früheres Interview mit der „World Games“-Siegerin 2005, mit Dr. Sabine Felser aus Rostock

Im Blickpunkt: Dr. Sabine Felser aus Rostock

Rückblick auf ein 2014er Interview von M.M. mit Dr. Sabine Felser…

Es gab und gibt großartige Sportlerinnen und Sportler in Mecklenburg-Vorpommern. Einige werden – auch nach ihrer Karriere – nicht immer zu Recht weiter hoch gejubelt, andere – die es mehr als verdient hätten – wurden bereits zu ihrer aktiven Zeit weitestgehend ignoriert und werden es auch weiterhin.

Eine der erfolgreichsten Athletinnen…

Eine der erfolgreichsten Athletinnen aus M-V der letzten 25 Jahre ist zweifellos Sabine Felser, die Rostocker Ju-Jutsuka, die auch in anderen Kampfsportarten ein hervorragendes Niveau erreichte. Aber ihre Erfolge im Ju-Jutsu sprechen für sich: „World Games“-Siegerin 2005, Weltmeisterin 2000 und 2002, Vize-Weltmeisterin 1998, Europameisterin 1999, 2001 bzw. 2003 und zehnfache Deutsche Meisterin.

Höhepunkt – die „World Games 2005“

Unvergessen der 22.Juli 2005, als sie bei den „World Games“, den Weltspielen in den nichtolympischen Sportarten, in Duisburg Gold erkämpfte. Zunächst gewann Sabine ihre Vorkämpfe gegen Eila Günther aus Brandenburg und die Französin Melanie Lavis, setzte sich dann im Halbfinale gegen Lindsay Wyatt (Niederlande) durch und war auch im Finale gegen die Spanierin Aurora Fajardo Prieto die deutlich Bessere.

Bei den damaligen „World Games“ stellte die deutsche Mannschaft mit 64 Medaillen (davon 23 x Gold/einschließlich der Demonstrationssportarten)im Hinblick auf die Medaillenanzahl die erfolgreichste Mannschaft. Russland errang zwar mehr Gold (30 x), aber zwei Medaillen (62) weniger.

Davon bekamen die echten Sportfans, zumindest außerhalb Duisburgs und des austragenden Bundeslandes Nordrhein-Westfalen, nur wenig mit. … Auch in M-V, wo „Erfolge“ von mittelmäßigen Fußball-Mannschaften in unteren Ligen, „Triumphe“ in Pseudo-Sportarten a la Profi-Boxen oder „Events“ in von Brauseherstellern geförderten „Fun-Sportarten“ anscheinend einen größeren Stellenwert besitzen, was viel über den geistigen und charakterlichen Trainingszustand der hiesigen „Verbandsmeier“ und „Vereinsmeier“ aussagt. Denen geht es ohnehin nur um ihr Ego – weniger um den aufrichtigen Sport.

So reiste Sabine seinerzeit gerade 48 Stunden vor Beginn ihres Wettkampfes an, um dann nicht einmal 24 Stunden später wieder aus Duisburg abreisen zu müssen. Der Verband jubelte zwar über eine weitere Goldmedaille für Deutschland, war jedoch nicht bereit, seinen erfolgreichen Sportlerinnen und Sportlern das Ereignis „World Games“ zu gönnen… Erbärmlich!

Auch der Jubel in M-V hielt sich vor neun Jahren in engen Grenzen – ohne das Zutun einiger Sportenthusiasten im Nordosten wäre Sabines Erfolg glatt untergegangen, was nicht verwunderlich ist, blickt man in die sportiven Redaktionsstuben der etablierten Blätter, in die Sendestation des hiesigen GEZ-Senders, in die Büros so genannter „Sport“politiker oder „Sport“funktionäre…

Gegen alle Widrigkeiten

Alles, was nicht nach Fußball, Boxhandschuhen, Motorsportwagen oder „Hütchenspielen“ aussieht, wird missachtet – bestenfalls unmittelbar vor und nach den Olympischen Spielen dürfen sich vermeintliche Randsportarten über „hohen Besuch“ freuen. Für die nicht-olympischen Sportarten sind derartige „Besuche“ allerdings nicht vorgesehen. Sportliche Fairness – adieu!

Sabine brauchte solchen Zuspruch zum Glück gar nicht. Sie ging ihren Weg. Seit mittlerweile 20 Jahren, seit 1994, gibt es Weltmeisterschaften im Ju Jutsu (Fighting System). Bereits bei der dritten WM 1998 gab es Silber für „Bine“ – hinter der Schwedin Jennie Brolin. 2000 und 2002 folgte dann WM-Gold.

Nach dem Erfolg 2005 in Duisburg beendete die Ausnahme-Athletin ihre aktive Laufbahn, wurde Landestrainerin im Ju-Jutsu – dank ihrer Betreuung wurde zum Beispiel Lisa Kohn 2007 Junioren-Weltmeisterin – promovierte mit ausgezeichnetem Resultat in Sportwissenschaften, betätigte sich auch als Öffentlichkeitsarbeiterin in puncto Ju-Jutsu, jobbte in verschiedenen Bereichen, blieb dem Sport in vielfältiger Weise verbunden.

Neue Herausforderungen nach 2005

… Als Freidenkerin, die ihre Meinung deutlich, aber stets sachlich und konstruktiv vertritt, wurde es ihr von einigen Protagonisten nicht leicht gemacht. Aber den „leichten Weg“ wollte die Hanseatin ohnehin nicht gehen. Sie ist eben eine Kämpferin. Das kommt bei einigen Vertretern der selbst ernannten „Elite“ in Politik, Medien und Sport zwar nicht immer gut an, aber wer will schon Lob von Pharisäern.

Mittlerweile baute sich Sabine – zusammen mit Susanne Fischer, einer ebenfalls erfolgreichen Ju Jutsuka und Informatikerin – mit ihrer Firma „Semper Fit“ eine neue Existenz auf, beweist unternehmerischen Geist und kämpft weiter für ihre Ziele.

Nachgefragt

Dr. S.Felser über ihre Wettkampfzeit, ihr Engagement als Trainerin, Undank sowie Ehrenamt im Sport, die Stellung des Leistungssportes in Deutschland und neue Herausforderungen

„Mein Herz schlägt nach wie vor für den Ju-Jutsu-Wettkampfsport…“

Frage: Sabine, Du hast Deine Trainer-Tätigkeit im Ju-Jutsu-Team Rostock e. V. aufgeben… Was waren die Gründe?

Dr. Sabine Felser: Wie schon angesprochen, schlägt mein Herz für den Ju-Jutsu-Wettkampfsport. Ich wollte meinen Schülern bessere Bedingungen schaffen, als ich sie je hatte. Ich habe fast zehn Jahre lang Gelder für Wettkämpfe besorgt, Trainingsstätten organisiert, Training geplant und durchgeführt.

Zu den Wettkämpfen habe ich meine Kämpfer begleitet, Trainingslager organisiert, eben alles gemacht, was im professionellen Sport so üblich ist. Aber ich bin immer wieder an meine Grenzen gestoßen, Unterstützung von außen gab es nur selten.

Im Durchschnitt – über die Jahre betrachtet – habe ich zwischen zehn und fünfzehn Stunden pro Woche für den Verein aufgebracht. Tolle Erfolge waren der Lohn, so unter anderem mit Lisa Kohn, Junioren-Weltmeisterin 2007, dreifache Deutsche Meisterin 2005, 2006 und 2007, Alexander Kriegisch, zweifacher Deutscher Vizemeister 2010/2011), dritte Plätze bei den Deutschen Meisterschaften von Henry Gever 2006, Alwin Ahrens 2010, Susanne Fischer 2011/2014),Hannes Freund 2012, Anna Oestreich 2012 und Lisa Kohn 2014, usw..

Aber der Erfolg wiegt den Aufwand nicht auf. Anerkennung gab nur selten, in letzter Zeit noch nicht einmal vom eigenen Vereinsvorstand. Vereinsarbeit ist ja in erster Linie Ehrenamt. Übungsleiter-Entschädigungen reichen zumeist gerade, um die Fahrkosten zu decken.

Und über den Stellenwert von ehrenamtlicher Tätigkeit brauchen wir hier nicht reden, gewürdigt wird so etwas nicht – und wenn, dann nur in Ausnahmefällen nach vielleicht dreißig oder vierzig Jahren. Wer kann das in dieser Gesellschaft noch durchhalten? Maximal der, der eine unbefristete Anstellung und eine finanzielle Absicherung hat. Beides ist bei mir bis heute nicht der Fall.

Hinzu kommt, dass die heutigen Jugendlichen Schule und Wettkampfsport nicht mehr „unter einen Hut“ bekommen. In den letzten Jahren standen im Durchschnitt nur zwei bis drei Trainingseinheiten pro Woche zur Verfügung… Wie soll das gehen? Wer kann mit so geringem Aufwand noch Erfolge erzielen? Das geht auch in einer Randsportart wie dem Ju Jutsu nicht.

Einmal zum Vergleich: Ich habe während meiner Zeit in der Nationalmannschaft zwischen zwölf bis zwanzig Stunden pro Woche trainiert, neben dem Studium und meinen Jobs. Viele Kinder/Jugendliche können sich allerdings heute nicht mehr quälen, haben kein Durchhaltevermögen und keinen Willen. Aber ohne dieses geht es eben nicht, zumindest nicht im Wettkampfsport. Von daher sehe ich mich, mit meinen Ambitionen, mittlerweile an der falschen Position.

Und für ein wenig Spaß und Tollerei auf der Matte ist mir der Zeitaufwand zu hoch und der Nutzen zu gering. Ich stehe mitten im Berufsleben, muss wirtschaftlich denken, um mir eine Zukunft aufbauen zu können. Aus diesem Grund habe ich mich entschieden, den Verein als Trainerin zu verlassen.

Frage: Du warst bekanntermaßen eine sehr erfolgreiche Ju Jutsuka und Ju Jutsu-Trainerin, die erfolgreichste in M-V. Echte Anerkennung und Respekt gab es, wie erwähnt, nur von Wenigen – und erst recht nicht von einigen Sport-Apparatschiki… Was sind – im Rückblick – für Dich die positiven wie negativen Momente in Deiner Ju Jutsu-Laufbahn?

Dr. Sabine Felser: Positiv sind dieses ganz klar der Gewinn der „World Games“ (2005) und die beiden WM-Titel in Kopenhagen (2000) und Punta del Este/Uruguay (2002). Negative Momente gab es viele, aber das waren keine verlorenen Kämpfe, sondern sportpolitische Entscheidungen, zum Beispiel, dass ich 2001 nicht an den „World Games“ in Japan teilnehmen konnte oder das ich die WM 2004 krankheitsbedingt absagen musste.

Frage: Dein größter Erfolg war zweifellos die Goldmedaille bei den „World Games“ 2005. Wie war damals der sportliche Ablauf, der Wettkampf? Aber: Es gab ja auch einige negative Begleitumstände …

Dr. Sabine Felser: Der sportlich-organisatorische Ablauf ist schnell erzählt. Aufgrund der finanziellen Situation und der Auslastung vor Ort durften wir erst zwei Tage vor den Kämpfen anreisen, hatten also kaum Zeit uns zu akklimatisieren.

Es folgten zwei Kampftage (21./22. Juli 2015) und am darauf folgenden Tag, noch vor der Abschlussfeier, musste ich wieder nach Hause fahren. Der Verband hat uns keine weitere Übernachtung bezahlt, eigene Mittel hatte ich nicht und Unterstützung vom Verein, Stadt und Land habe ich nicht erhalten.

Erschwerend kam hinzu, dass ich mich kurz vor den Kämpfen beim Training an beiden Händen verletzt hatte und mit Bänder- und Kapselrissen an den Start gehen musste. Aber unser Mannschaftsarzt hat ganze Arbeit geleistet, auf Dr. Roland Schachler aus Bayern war immer Verlass. Aber trotz allem, die Stimmung in der Halle war genial. Vor so einem großen Publikum zu kämpfen und im Finale zu stehen, ist unbeschreiblich schön und vor allem bei der Siegerehrung die deutsche Hymne zu hören.

Frage: Wie ist Deine Meinung zum Stellenwert des Leistungssportes in Deutschland und in M-V? Bis auf Profi-Fußballern, Profi-Boxern, Profi-Tennisspielern oder Profi-Golfern müssen – bis auf wenige Ausnahmen – alle um die Existenz kämpfen…

Dr. Sabine Felser: Die Frage kann man beantworten, indem man auf die Ergebnisse der letzten großen Sportereignisse schaut, bei denen keine Profis am Start sind. Deutschland hat in kaum noch einer Sportart eine herausragende Bedeutung. Ein paar Einzel-Erfolge, das war es, egal ob Schwimmen, Leichtathletik oder Judo. Der Fokus liegt in Deutschland – wie eh und je – sowieso nur auf einigen olympischen Sportarten.

Aber der aktuellen Kritik vieler erfolgreicher Leistungssportler olympischer Sportarten ist zu entnehmen, dass das, was sie an Förderung/Unterstützung bekommen, „ein Tropfen auf dem heißen Stein“ ist.

Und jene, die nicht einmal diese Förderung bekommen, weil sie sich für eine nicht-olympische Sportart entschieden haben, lässt man erst gar nicht zu Wort kommen.

Es gibt für alle Leistungssportler ein Leben nach dem Sport. Wenn man jedoch während der aktiven Zeit zwanzig, dreißig Stunden pro Woche trainieren muss, um Weltspitze zu werden bzw. diese zu halten und „nebenbei“ noch arbeiten muss, dann kann das nicht funktionieren und ist nicht erstrebenswert.

Ein weiteres Problem ist, dass sich nicht ausreichend um Sportler gekümmert wird, die verletzungsbedingt ihre Karriere vorzeitig beenden müssen. Diese stehen meist ohne alles da. … Hilfe ist oftmals Fehlanzeige. Wer kann so ein Risiko heute noch eingehen?

Wenn weiterhin an der Unterstützung für Vereine, Schwimm-Unterricht etc. gespart wird, dann wird es in absehbarer Zeit wahrscheinlich keinen wahren Leistungssport mehr in Deutschland geben.

Frage: Wie geht es nun für Dich weiter? Du hast ja mittlerweile mit Susanne Fischer eine eigene Firma… Welche Ambitionen habt ihr mit dieser?

Dr. Sabine Felser: Zuerst einmal steht der Ausbau unserer Präventions- und Fitnessangebote an, wofür ich jetzt ja etwas mehr Zeit habe. Des Weiteren möchten wir in der Zukunft ambitionierte Freizeitsportler bei der Trainingsplanung mit Hilfe der von uns angebotenen Leistungsdiagnostik unterstützen und helfen, ihr Training effizienter zu gestalten. Unser großes Ziel ist es, im wissenschaftlichen Bereich zu arbeiten, sei es in Kooperation mit dem Olympiastützpunkt oder mit anderen Forschungseinrichtungen.

Frage: Was war für Dich bislang der besonders nachhaltigste Moment in Deinem Leben?

Dr. Sabine Felser: Da gibt es einige, unter anderem die Krebserkrankung meiner Mutter 2003, wo es um Leben und Tod ging. Auch meine erfolgreich abgeschlossene Promotion war ein nachhaltiger Moment.

Vielen Dank, trotz aller Widrigkeiten weiterhin maximale Erfolge und alles erdenklich Gute!

Marko Michels

1.Foto (Aufnahme SPORT1): Nele Schenker, die sachkundige und vielseitige SPORT1-Moderatorin.

2.Foto (Aufnahme M.M.): Sabine Felser, die „World Games“-Siegerin 2005 im Ju-Jutsu.