Das winterolympische Geschehen in Pyeongchang zwischen Short Track und Eisschnelllaufen

Symbolbild – Eisschnelllauf

„Der ewige Kampf seit 2010, um bei Olympia dabei zu sein, hat sich gelohnt“, zog Bianca Walter ihr Fazit nach insgesamt vier Rennen in der Gangneung Ice Arena, dem brodelnden Vulkan der Winterspiele in Korea. Dass im Viertelfinale über 1000 Meter die Weltklasse-Konkurrenz stärker war, musste die 27-Jährige akzeptieren. „Ohne die Verletzung im Vorfeld wäre vielleicht eine Runde mehr drin gewesen, aber das Training bei Wilma Boomstra in Holland hat enorm geholfen. Da habe ich gemerkt, dass ich nicht zu alt bin, um zu lernen.“

Und so könnte sich manches weiterentwickeln. Sportlich wie abseits der kurzen Bahn. „So viel Aufmerksamkeit haben wir noch nie bekommen.“ Short Track sei seit gut einem halben Jahr „in Deutschland bekannter geworden“, merkt Bianca Walter. Und damit es „nicht wieder in der Versenkung verschwindet, wollen viele anpacken. Sportdirektor Robert Bartko will für mehr „Push“ sorgen, die Verpflichtung eines neuen Bundestrainers besitzt natürlich Priorität.

Und „Bibi“ spricht als die Quasi-Öffentlichkeitsarbeiterin von der Chance, „dass eine erfahrene Person junge Leute motivieren kann.“ Sie selbst bedankte sich bei Medienvertretern, in Gangneung bei jedem Race-Day in der Mixed Zone gewartet zu haben. Und berichtete von den minimalen persönlichen Fortschritten in Sachen ST-PR. Zwei kleine Sponsoren, ein Ingenieurbüro und ein Wohnmobil-Vermittler, hatten ihren Weg zu den Spielen begleitet. Über die Gage hülle man lieber den Mantel des Schweigens – nicht der Rede wert.

Ob die vielen kleinen Schritte den dynamischen Sport zwischen Rostock und Oberstdorf und auch unter dem Druck der Leistungssportreform voranbringen, bleibt abzuwarten. Aber: auch 2022 in Peking dürfte Short Track zu den Eyecatchern und Zuschauermagneten gehören. In Korea schlug der neue Olympiasieger Wu Daking aus dem Land der Mitte den Einheimischen in der 500-m-Weltrekordzeit von 39,584 Sekunden ein Schnäppchen, die Halle verstummte kurzfristig. In vier Jahren werden sie dann ihrem Helden und seinen Kollegen einen nie dagewesenen Empfang bereiten. Am besten mit deutschen Kurvenflitzern in aktiver Rolle, die sie bis in die Halbfinals führen sollten. Short Track Speed Skating hat seine Anhänger beim Kufentanz auf dem Vulkan in einen Rausch versetzt. Das Prickeln sollte nicht verebben.

Geburtstag für Claudia Pechstein in Pyeongchang

Ein Tag „ohne“ in Gangneung, die Eisschnellläufer pausieren vor den letzten beiden Wettkampftagen (1000 m / Massenstart). Die letzten Starter nutzen das Eis zum Training. Claudia Pechstein folgte der Einladung zur Pressekonferenz ins Deutsche Haus. Und wurde mit einer Schokoladentorte überrascht. An ihrem 46. Geburtstag ließ es sich DOSB-Präsident Alfons Hörmann nicht nehmen, besonders herzlich zu gratulieren.

„Heute in vier Jahren wäre eine gute Gelegenheit, das Karriereende zu erklären“, antwortete die fünfmalige Olympiasiegerin auf die Frage, ob sie ihre Laufbahn wirklich nach den Spielen in Korea fortsetzen will. Sie blickte zurück auf die vergangenen Einzel- und Teamrennen. Und blickte voraus auf die Entscheidung im Massenstart am Samstag. „Ein Lotteriespiel, ich werde versuchen, mich für das Finale zu qualifizieren. Und da ist alles möglich. Da kann man Erster oder Letzter werden.“

Das abschließende Teamrennen um die Plätze 5 und 6 hatte die Berlinerin da bereits abgehakt, „da ging es um die goldene Ananas – und wir waren alle drei nicht topfit“. Team D musste sich den Chinesen geschlagen geben: Rang 6 in der Gesamtabrechnung.

Dann enden die siebten Winterspiele für die Jubilarin. Am Sonntag geht es nach Hause – aber die Saison ist noch nicht beendet.

Quelle: PM Klaus Dobbratz/Beate Dobbratz, DESG-Presse