Das alpine Ski-Ass Viktoria Rebensburg über die olympische Saison 2017/18

Ende Oktober beginnt  die olympische Alpin-Weltcup-Saison 2017/18 in Sölden und natürlich hoffen die wintersportlich interessierten Sportfans auch hierzulande auf zahlreiche Erfolge der alpinen Ski-Asse des Deutschen Ski-Verbandes. Zu den erfolgreichsten alpinen Ski-Athletinnen des DSV der letzten Jahre gehört zweifellos Viktoria Rebensburg, Jahrgang 1989, SC Kreuth. So wurde die fesche Bajuwarin 2010 Olympiasiegerin, 2014 Olympia-Dritte und 2015 Vize-Weltmeisterin jeweils im Riesenslalom.

MV-SPORT fragte nach

Viktoria Rebensburg über ihr Sommertraining, ihr „Feeling“ im Hinblick auf Pyeongchang 2018, ihre Begeisterung für den alpinen Skisport und ihren Ausgleich zum Sport

„Um die Medaillen mitfahren…“

Frage: Erfolgreiche Winter-Athletinnen werden ja im Sommer gemacht. Wie verlief das Sommer-Training? Sind Sie zufrieden?

Viktoria Rebensburg Foto: Deutscher Skiverband/DSV

Viktoria Rebensburg: Ja, sehr. Ich bin direkt nach dem Weltcup-Finale nach Norwegen gereist, um dort mit dem Speed-Training weiter zu machen und diese Tage schon als Vorbereitung auf die neue Saison zu nutzen.

Nach meiner Rückkehr habe ich nach einem kurzen Urlaub zu Hause mit den Vorbereitungen für die neue Saison begonnen: Den ganzen Sommer über habe ich intensiv trainiert.

Im August war das Wetter in Saas-Fee und Zermatt nicht so gut; wir hatten einige Ausfalltage im Riesenslalom. Hinzu kam, dass ich in dieser Zeit auch eine Grippe hatte. Fazit war, dass der Riesenslalom als meine Kerndisziplin bis zum Abflug nach Chile nicht meinen Ansprüchen genügt hat.

Deshalb haben wir gemeinsam entschieden, dass ich nicht nach Chile fahre, um noch weitere Trainingstage im Riesenslalom in der Schweiz und in Österreich absolvieren zu können, was wir bis heute perfekt genutzt haben.

Frage: Die WM im Ski-Alpin in Sankt Moritz 2017 waren aus deutscher Sicht eher suboptimale Meisterschaften. Wie ist jetzt das „Feeling“ bei Ihnen – dreieinhalb Monate vor Pyeongchang? Welche Ziele haben Sie für die Saison 2017/18?

Viktoria Rebensburg: Mein Ziel ist es, in der kommenden Saison speziell im Riesenslalom, um die kleine Kristallkugel mitzufahren – und natürlich auch im Super-G und in der Abfahrt bei den vorderen Plätzen mit dabei zu sein. Mein klares Ziel für Olympia ist es, um eine Medaille mitzufahren – möglich ist dieses für mich in allen Disziplinen.

Viktoria mit den Riesch-Schwestern und Fanny Chmelar 2010 in der MV-Skihalle in Wittenburg. (Foto: Michels)

Frage: Wie kamen Sie eigentlich zum alpinen Skisport? Was ist das Faszinierende für Sie an dieser Sportart?

Viktoria Rebensburg: Zum alpinen Skisport bin ich gekommen, weil die Leidenschaft, die Freude und der Spaß am Skifahren sehr groß sind – das ist immer noch so. Mich fasziniert die Geschwindigkeit und die Herausforderung, den perfekten Schwung zu finden.

Letzte Frage: Was ist Ihr Ausgleich zum alpinen Ski-Sport?

Viktoria Rebensburg: Ich bin gerne zu Hause am Tegernsee bei meiner Familie und meinen Freunden. Und ich studiere – damit habe ich einen guten Ausgleich zum Skifahren, der mir auch den Blick auf viele andere Themen ermöglicht.

Vielen Dank, dann alles erdenklich Gute für die olympische Saison 2017/18 und maximale Erfolge!

Zur Info: Die deutschen Erfolge im alpinen Skisport der Frauen

Maria Höfl-Riesch 2010. (Foto: Michels)

Bei Weltmeisterschaften gewannen deutsche alpine Skisportlerinnen bis 2017 insgesamt 74 Medaillen, darunter 25 x Gold. Die erfolgreichsten deutschen Ski-Mädel waren dabei Christl Cranz (1934-1939) mit 12 x Gold, 3 x Silber, Rosi Mittermaier (1976, gleichzeitig Olympia) mit 3 x Gold, 1 x Silber, Maria Höfl-Riesch (2009-2013) mit 2 x Gold, 4 x Bronze und Martina Ertl (1993-2005) mit 2 x Gold, 2 x Bronze.

Bei olympischen Entscheidungen bis 2014 schafften deutsche Alpin-Skifrauen 33 Medaillen, darunter 14 x Gold. Das schwarz-rot-goldene Ranking führt Maria Höfl-Riesch (2010-2014) mit 3 x Gold, 1 x Silber vor Katja Seizinger (1992-1998) mit 3 x Gold, 2 x Bronze, Rosi Mittermaier (1976) mit 2 x Gold, 1 x Silber, Ossi Reichert (1952-1956) mit 1 x Gold, 1 x Bronze, Hilde Gerg (1998) mit 1 x Gold, 1 x Bronze und Viktoria Rebensburg (2010-2014) mit ebenfalls 1 x Gold, 1 x Bronze an. Jeweils eine Alpin-Goldene erkämpften Christl Cranz (1936), Heidi Biebl (1960) und Marina Kiehl (1988).

– Viermal errangen deutsche Skisportlerinnen im Alpin-Bereich zudem den Gesamt-Weltcup, so 1975/76 Rosi Mittermaier, 1995/96 bzw. 1997/98 Katja Seizinger und 2010/11 Maria Höfl-Riesch.

Bei Winter-Universiaden holten die deutschen Frauen-Alpin-Asse bis 2017 sechsmal Gold, viermal Silber, zweimal Bronze. Die bereits 1964 im Alter von 23 Jahren tödlich verunglückte Barbara Henneberger triumphierte dreimal (1962), Katrin Stotz zweimal (1991/1993) und Franziska Friedel einmal (1972).

Marko Michels