Vollzogen: Start in die olympische Wintersport-Saison 2017/18

Erste Wettk├Ąmpfe im Ski-Freestyle, im Snowboarden, im Short Track, im Eiskunstlaufen und im Skispringen

Die olympische Wintersport-Saison 2017/18 ist schon „in der Spur“. Die Ski-Freestylerinnen und -Freestyler ermittelten bereits die ersten Weltcup-Siegerinnen bzw. -Sieger Ende August/Anfang September (in Cardrona, Neuseeland) sowie Mitte September (in Cerro Catedral, Argentinien). So gingen die ersten Siege des „Olympia-Winters“ 2018 bei den Herren an Alex Ferreira (USA, Halfpipe) bzw. James Woods (Gro├čbritannien, Slopestyle) und bei den Frauen an Cassi Sharpe (Kanada, Halfpipe) bzw. Kelly Sildaru (Estland, Slopestyle).

Auch im Snowboarden startete die Olympia-Saison bereits

Und auch die Snowboard-Asse waren schon aktiv – an gleicher „Stelle“ wie die Freestyler. Die Premieren-Erfolge der Snowboard-Weltcup-Serie 2017/18 erk├Ąmpften bei den Herren Marcus Kleveland (Norwegen, Slopestyle) bzw. Yuto Totsuka (Japan, Halfpipe) und bei den Frauen Jamie Anderson (USA, Slopestyle) bzw. Chloe Kim (USA, Halfpipe).

In den vier Snowboard-Cross-Wettk├Ąmpfen, jeweils zwei bei den Herren und bei den Frauen, setzten sich Mitte September in Cerro Catedral bei den Herren zweimal Alex Pullis (Australien) und bei den Frauen Chloe Trespeuch (Frankreich) bzw. Lindsey Jacobellis (USA) durch.

Sommer-Grand Prix ebenfalls im Angebot

Sommer-Grand Prix im Skispringen und in der Nordischen Kombination gab es 2017 ebenfalls. In der Grand Prix-Serie im Skispringen der Frauen zwischen Mitte August und Mitte September belegte in der Gesamt-Wertung die Japanerin Sara Takanashi Rang eins, bei den Herren, deren Grand Prix-Konkurrenzen zwischen Mitte Juli und Anfang Oktober ausgetragen wurde, war der Pole Dawid Kubacki der Beste. Und in der Nordischen Kombination ├╝berzeugte insbesondere der ├ľsterreicher Mario Seidl.

S├╝dkorea beim ersten Short Track-Weltcup 2017/18 sehr erfolgreich

Auf dem sportlichen Eis ging es 2017/18 bereits zudem schon „hoch her“. So starteten die Short Trackerinnen und Short Tracker Ende September/Anfang Oktober in Budapest in die olympische Saison. Dabei waren die S├╝dkoreanerinnen und S├╝dkoreaner wieder einmal das „Ma├č aller Short Track-Dinge“.

In den jeweils vier Wettk├Ąmpfen der Frauen und Herren (1500 Meter, 500 Meter, 1000 Meter und Staffeln) gewann S├╝dkorea sechsmal Gold, dreimal Silber, zweimal Bronze. Min Jeong Choi schaffte dabei den totalen Triumph bei den Frauen. F├╝r die Europ├Ąerinnen gab es Silber durch Arianna Fontana (Italien) ├╝ber 500 Meter, Bronze durch Elise Christie (Gro├čbritannien) ├╝ber 1000 Meter und zus├Ątzlich Bronze f├╝r die russische Frauen-Staffel. Dreimal Silber errang die Kanadierin Kim Boutin. Und mit Bronze ├╝ber die 1500 Meter ├╝berraschte Deanna Lockett (Australien).

Bei den Herren war der S├╝dkoreaner Hyo Jun Lim mit Gold ├╝ber 1500 Meter bzw. ├╝ber 1000 Meter und Silber mit der koreanischen Staffel der erfolgreichste Teilnehmer in Budapest. Lokalmatador Shaolin Sandor Liu distanzierte die Konkurrenz ├╝ber die 500 Meter und in der Herren-Staffel triumphierte Kanada.

In Mecklenburg-Vorpommern hat Short Track auch eine gro├če Tradition und wird beim ESV Turbine Rostock pr├Ąsentiert. Bei den Olympischen Winterspielen 1998, 2002, 2006 bzw. 2010 und bei den Olympischen Jugend-Winterspielen 2016 nahmen ebenfalls Rostocker Short Trackerinnen bzw. Short Tracker teil.

Vom Weltcup im Short Track zur Nebelhorn-Trophy im Eiskunstlaufen

Um Medaillen wetteiferten Ende September au├čerdem die Eiskunstl├Ąuferinnen und Eiskunstl├Ąufer bei der 49.Nebelhorn-Trophy in Oberstdorf, die seit 1969 veranstaltet wird.

Bei den Frauen ├╝berzeugte Kailani Craine aus Australien. Bei den Herren jubelte Jorik Hendrickx aus Belgien ├╝ber Gold vor dem US-Amerikaner Alexander Johnsonen. Im Eistanzen brillierten Penny Coomes/Nicholas Buckland (Gro├čbritannien, Dritte: Kavita Lorenz/Joti Polizoakis aus Deutschland).

Im Paarlaufen waren Evgenia Tarasova/Vladimir Morozov vor dem deutschen Duo Aliona Savchenko/Bruno Massot und Ekaterina Alexandrovskaja/Harley Windsor aus Australien die Besten. Vom 20.Oktober bis 22.Oktober steht dann f├╝r die Eiskunstl├Ąuferinnen und Eiskunstl├Ąufer die erste Station in der Grand Prix-Serien 2017/18, der Rostelecom-Cup in Moskau, auf dem Programm.

Die Eiskunstlauf-WM 2017 in der R├╝ckblende

Apropos Eiskunstlaufen – da wurden vor sechs Monaten die diesj├Ąhrigen WM ausgetragen.

Ende M├Ąrz bis Anfang April 2017 fanden die Elite-Weltmeisterschaften im Eiskunstlaufen in Helsinki statt. Rund zehn Monate vor den Winterspielen 2018 in Pyeongchang siegten Evgenia Medvedeva (Russland) bei den Frauen, Yuzuru Hanyu (Japan) bei den Herren, Sui Wenjing/Han Cong (China) im Paarlaufen und Tessa Virtue/Scott Moir (Kanada) im Eistanzen.

WM-Silber f├╝r Aliona Savchenko und Bruno Massot

Aus deutscher Sicht gab es im Paarlaufen durch das seit Ende 2015 zusammen laufende Duo Aliona Savchenko/Bruno Massot Silber. Aliona und Bruno hatten bereits bei den EM 2016 bzw. 2017 jeweils Silber errungen und bei den WM 2016 den Bronze-Platz belegt.

Das vom geb├╝rtigen Greifswalder Robin Szolkowy trainierte russische Paar Evgenia Tarasova/Vladimir Morozov, die amtierenden Europameister, kam auf Rang drei.

Vor 30 Jahren: Drittes WM-Gold f├╝r Katarina

2017 ist allerdings nicht nur – aus eiskunstl├Ąuferischer Sicht – aus aktuellem Anlass interessant, sondern nicht zuletzt ist es „ein Jubil├Ąumsjahr“… Mit ein wenig Wehmut erinnert sich der interessierte Sportfan an die Eiskunstlauf-WM vor 30 Jahren, 1987 in Cincinnati, zur├╝ck, als Katarina Witt den dritten ihrer vier WM-Titel beim damaligen „Klassenfeind“, der heute der neue „Gro├če Bruder“ ist, gewann. Seinerzeit gab es noch den „Kalten Krieg“ zwischen Ost und West, der seit 2014 wieder k├╝nstlich aufgew├Ąrmt wird, und das „sch├Ânste Gesicht des real existierenden Sozialismus“, also „KW“,┬á lie├č das amerikanische Eis „schmelzen“.

So begeisterte sie als „Maria“ aus der „West Side Story“ das amerikanische Publikum und revanchierte sich f├╝r ihre WM-Niederlage 1986 in Genf gegen Debi Thomas (USA). Katarina verwies 1987 Debi Thomas, deren Landsfrau Caryn Kadavy, Liz Manley (Kanada), Kira Iwanowa (SU), Claudia Leistner (Westdeutschland), Jill Trenary (USA), Midori Ito (Japan), Anna Kondraschowa (SU) und Joanne Conway (Gro├čbritannien) auf die weiteren Pl├Ątze.

Das waren noch Eiskunstlauf-Zeiten!

M-V und das weltmeisterliche Eiskunstlaufen

Sehr erfolgreiche eiskunstlaufsportive Zeiten hatte in der Historie auch M-V…

Mecklenburger und Vorpommern qualifizierten sich leider nicht f├╝r die WM 2017, was durchaus auch passend gewesen w├Ąre… Denn: M-V hat in dieser Sportart auch eine gewisse „Tradition“ und die Medaillen-Bilanz „f├╝r M-V“ bei Eiskunstlauf-WM lautet┬á 5 x Gold, 4 x Silber, 2 x Bronze.

In den 1970ern gewann der geb├╝rtige Rostocker Rolf Oesterreich, Jahrgang 1952, mit seiner Partnerin Romy Kermer (beide SC Dynamo Berlin) im Paarlaufen Bronze bei den WM 1974 in M├╝nchen, Silber bei den WM 1975 in Colorado Springs und nochmals Silber bei den WM 1976 in G├Âteborg (dazu unter anderem Olympia-Silber 1976 in Innsbruck).

Und in den 2000ern sorgte der geb├╝rtige Greifswalder Robin Szolkowy, Jahrgang 1979, mit seiner Partnerin, der bereits erw├Ąhnten Aliona Savchenko, die nach dem R├╝cktritt von Robin 2014 seit 2015 mit Bruno Massot l├Ąuft, f├╝r sportliche Sternstunden im Paarlaufen…

So gab es f├╝r das Duo f├╝nfmal WM-Gold (2008 in G├Âteborg, 2009 in Los Angeles, 2011 in Moskau, 2012 in Nizza, 2014 in Saitama), zweimal WM-Silber (2010 in Turin, 2013 im kanadischen London) bzw. einmal WM-Bronze (2007 in Tokyo). Bei Winter-Olympia „sch├╝rften“ Robin und Aliona ebenfalls Edelmetall – Bronze in Vancouver 2010 und Bronze in Sotschi 2014.

Ein bekannter Eiskunstl├Ąufer der 1960er Jahre stammt ebenfalls aus M-V. Der geb├╝rtige Rostocker Ralph Borghard, Jahrgang 1944, belegte bei den Europameisterschaften 1962 Rang 15, 1963 Rang sechs und 1966 ebenfalls Rang sechs bei den Herren. Zudem war er WM-Teilnehmer 1966 und Olympia-Starter 1964 in Innsbruck.

Mal schauen, wie es dann sportlich in Pyeongchang im Februar 2018 aussehen wird.

Marko Michels

Archiv-Foto (Michels): Rostocker Eiskunstl├Ąuferinnen in Aktion.

 

 

Scroll to Top