Viel Sport am zweiten Februar-Wochenende

Zwischen olympischen Schneebällen und ballsportlichen Aktivitäten in der Region verlief das vergangene Sport-Wochenende. Bei den ersten elf Entscheidungen der Olympischen Winterspiele verteilten sich die Medaillen im Nordischen Skisport, im Alpinen Skisport, im Eisschnelllaufen, im Biathlon, im Short Track, im Snowboarden, im Ski-Freestyle und im Rennrodeln auf insgesamt vierzehn Länder. Dabei schafften die Norwegerinnen bzw. Norweger mit achtmal Edelmetall die meisten Medaillen, aber erlangten „nur“ eine Goldene. Das deutsche Team erkämpfte bislang dreimal Gold, einmal Bronze – Rang eins im Medaillenspiegel.

Symbolbild – Eisschnelllauf

Drei goldene Momente für Schwarz-Rot-Gold

Aus deutscher Sicht durften Laura Dahlmeier im 7,5 Kilometer Sprint, Arnd Peiffer im 10 Kilometer Sprint (beide Biathlon) und Andreas Wellinger im Skispringen/Normalschanze über Gold jubeln. Der Erfolg von Laura Dahlmeier war dabei erst der zweite deutsche Olympiasieg in dieser Disziplin (seit 1992 olympisch) nach Kati Wilhelm 2002.

Der Triumph von Arnd Peiffer bedeutete indes den fünften deutschen Olympiasieg über die 10 Kilometer (seit 1980 im Olympia-Programm) – nach Frank Ulrich 1980, dem gebürtigen Güstrower Frank-Peter Roetsch 1988, Mark Kirchner 1992 und Sven Fischer 2006. Und nach Helmut Recknagel 1960, Hans-Georg-Aschenbach 1976 und Jens Weißflog 1984 jubelte endlich wieder ein deutscher Skispringer auf der Normalschanze – dank Andreas Wellinger.

Gold im Rennrodeln leider verpasst

Eine vierte mögliche Goldmedaille für das deutsche Team wurde ausgerechnet im Rennrodeln der Herren verpasst. Der Berchtesgadener Felix Loch, Olympiasieger im Einsitzer 2010 bzw. 2014 und Olympiasieger mit der Team-Staffel 2014 sowie nach drei Läufen in Pyeongchang klar in Führung liegend, leistete sich einen Fahrfehler im vierten Durchgang und fiel auf Rang fünf zurück. Es siegte der Österreicher David Gleirscher vor dem Amerikaner Christopher Mazdzer und Johannes Ludwig vom deutschen Team. Für Österreich war es die zweite olympische Goldmedaille im Herren-Einsitzer im Rennrodeln. Vor 50 Jahren, bei den Spielen 1968 in Grenoble, hatte zuletzt „ein Ösi“ gewonnen: Manfred Schmid.

Einsitzer der Herren – Olympiasiege zehnmal in „deutscher Hand“:

  • 1968 durch Thomas Köhler (SC Traktor Oberwiesenthal)
  • 1972 durch Wolfgang Scheidel (ASK Vorwärts Oberhof)
  • 1976 durch Dettlef Günther (SC Traktor Oberwiesenthal)
  • 1980 durch Bernhard Glass (ASK Vorwärts Oberhof)
  • 1988 durch Jens Müller (ASK Vorwärts Oberhof)
  • 1992, 1994 bzw. 1998 durch Georg Hackl (RC Berchtesgaden)
  • 2010 und 2014 durch Felix Loch (ebenfalls RC Berchtesgaden)

Die restlichen drei Olympia-Siege holten zwei Südtiroler: Paul Hildgartner (1984) und Armin Zöggeler (2002 bzw. 2006).

 

Blick auf die anderen Siegerinnen und Sieger

Die anderen sieben Olympiasiege der ersten beiden Wettkampf-Tage sicherten sich Charlotte Kalla (Schweden, Frauen-Skiathlon), Simen Hegstad Krüger (Norwegen, Herren-Skiathlon), Redmond Gerard (USA, Snowboard-Slopestyle der Herren), Sven Kramer (Niederlande, Eisschnelllaufen der Herren, 5000 Meter), Carlijn Achtereekte (Niederlande, Eisschnelllaufen der Frauen, 3000 Meter), Perrine Laffont (Frankreich, Ski-Freestyle, Moguls) und Lim Hyo-jin (Südkorea, Short Track der Herren, 1500 Meter).

Der alpine Abfahrtslauf der Herren wurde aufgrund widriger Witterungsbedingungen (zu viel Wind, auf der Strecke) vom 10. auf den 14. Februar verschoben.

 

Vom olympischen Wintersport zum regionalen Ballsport

Vom FC Hansa Rostock….

Fussball Symbolfoto

Symbolfoto

Nicht nur der olympische Wintersport spielte am Wochenende eine Hauptrolle für die heimischen Sportfans. In der dritten Fußball-Liga der Herren hatte der FC Hansa Rostock, nach 22 Begegnungen Tabellen-Vierter (mit einem Spiel weniger als die Konkurrenz um die vorderen Ränge), sein 23. Saison-Spiel 2017/18 gegen die Würzburger Kickers am 10. Februar im Ostseestadion. Das Spiel endete 3:1 für die Hansa-Kicker von Trainer Pavel Dotchev. Die Erfolgs-Serie des FC Hansa geht also weiter.

…über die Rostock Seawolves…

Die Rostock Seawolves, momentan Tabellen-Dritter der Hauptrunde  in der Herren-Basketball-Bundesliga Nord, mußten Sonntagabend auswärts gegen die Baskets Akademie Weser-Ems / Oldenburger TB ran und unterlagen mit 60:66. Vor den Play-offs sind die Seawolves zum Abschluß der Hauptrunde jeweils zu Hause am 17.Februar 2018 gegen SC Rist Wedel und am 24.Februar 2018 gegen ETB Wohnbau Baskets Essen gefordert.

…zum Volleyball in M-V

Volleyballsportliche Einsätze hatten einige MV-Teams am 10./11. Februar ebenfalls, so der SV Warnemünde (Tabellen-Elfter) in der zweiten Herren-Bundesliga Nord daheim gegen TUB Bocholt (Ergebnis aus Warnemünder Sicht: 2:3) und der 1.VC Parchim (Tabellen-Achter) in der dritten Frauen-Liga auswärts gegen den SC Potsdam II (Ergebnis aus Parchimer Sicht: 0:3).

In der zweiten Bundesliga der Frauen haben die Stralsunder Wildcats (Tabellen-Dritter) am 17.2. zu Hause gegen den SV Bad Laer ihre nächste Partie und der VCO Schwerin (Tabellen-Dreizehnter) hofft auf erfolgreiche Auseinandersetzungen am 17./18.2. gegen die TV Gladbeck GIANTS bzw. den SBV Bad Laer.

Der PSV Neustrelitz (Tabellen-Vierter) möchte hingegen am 17.2. beim TSV Spandau 1860 in der dritten Liga der Herren Nord erfolgreich bestehen.

Und die deutschen Meisterinnen 2017 vom Schweriner SC, derzeit Tabellen-Dritter der Hauptrunde, haben am Valentinstag, am 14.2., ihr Spitzenspiel in der Palmberg-Arena in Schwerin gegen den Dresdner SC, die gegenwärtigen Tabellen-Ersten.

Auch auf dem Handball-Parkett (mit M-V) einiges los…

In der dritten Herren-Liga mußten die Mecklenburger Stiere Schwerin (Tabellen-Dritter) zum HF Springe reisen (Ergebnis aus Schweriner Sicht: 31:34, Schwerin nun Vierter). Der HC Empor Rostock (Tabellen-Dreizehnter) empfing den HSV Hannover (Ergebnis aus Rostocker Sicht: 27:28).

In der dritten Liga der Frauen hatte der SV Grün-Weiß Schwerin (Tabellen-Achter) das Team von MTV 1860 Altlandsberg zu Gast (Ergebnis: 30:22-Sieg für die Grün-Weißen!).

Und in den vierten Ligen, den Ostsee-Spree-Ligen der Frauen und Herren, hatten die MV-Teams spielfrei. Bei den Frauen sind die TSG Wismar Zweiter und der Rostocker HC Vierter. Am 17.Februar kommt es in Wismar zum Landesderby zwischen der TSG Wismar und dem Rostocker HC.

Die Herren aus M-V sind in der OOS ebenfalls vorn mit dabei. Der Stralsunder HV ist Zweiter, der HSV Insel Usedom Dritter, die SG Uni Greifswald/Loitz Achter und der Bad Doberander SV von 1990 Zehnter. Die nächsten Begegnungen mit MV-Beteiligung in der OOS der Heren sind am dritten Februar-Wochenende 2018: HSV Insel Usedom versus SG Uni Greifswald/Loitz, Bad Doberaner SV von 1990 versus VfV Spandau und Stralsunder HV gegen Grünheider SV.

Am Puck: Die Rostock Piranhas

Am zweiten Februar-Wochenende 2018 waren hingegen  die Rostock Piranhas in der Eishockey-Oberliga Nord (Qualifikationsrunde) gleich doppelt aktiv: am 9.2. auswärts beim Herner EV (2:7-Niederlage für Rostock) und am 11.2. zu Hause gegen die Harzer Falken (5:3-Sieg für Rostock).

 

Auf den internationalen Ballsport geblickt…

Hallen-Hockey-WM 2018

Vom 7. bis 11.Februar 2018 wurde unweit von M-V, in Berlin, zudem die fünfte Hallen-Hockey-WM der Damen und der Herren ausgetragen. Bei den Damen setzte sich Deutschland vor den Niederlanden (Finalergebnis 2:1), Weissrussland bzw. der Ukraine durch. Und bei den Herren triumphierte Österreich vor Deutschland (Finalergebnis 3:3, 2:3 nach Penalty-Schießen), dem Iran sowie Australien.

Fed Cup im Frauen Tennis mit deutscher Beteiligung

Im Viertelfinale des Fed Cups im Frauen-Tennis, dessen 56.Auflage 2018 ausgespielt wird, trafen zwischen dem 9.Februar und 11.Februar in Minsk die Mannschaften aus Weissrussland und Deutschland aufeinander. Das deutsche Team setzte sich dort überraschend mit 3:2 gegen die Gastgeberinnen durch und erreichte das Halbfinale.

 


 

Blick zum Curling in Pyeongchang

Ebenfalls im Programm der Olympischen Winterspiele ist Curling. Dieses „Schach auf dem Eis“ war erstmals 1924 olympisch. Seit 1998 ist es offiziell Teil der Spiele. Bei den letzten Winterspielen 2014 triumphierten in den Team-Wettbewerben der Frauen und der Herren jeweils Kanada. In Pyeongchang 2018 steht nun ein weiterer Curling-Wettbewerb auf der Agenda – die Entscheidung in der Disziplin Mixed-Doppel.

Sieger der letzten globalen Meisterschaften vor Olympia 2018:

  • WM der Herren in Edmonton 2017: Kanada vs. Schweden (4:2)
  • WM der Frauen in Peking 2017:  Kanada vs. Russland (8:3)
  • WM Mixed-Doppel in Lethbridge 2017) Schweiz vs. Kanada (6:5)

Für das olympische Herren-Mannschaftsturnier 2018 qualifizierten sich Dänemark, Italien, Großbritannien, Japan, Kanada, Norwegen, Schweden, die Schweiz, Südkorea und die USA (Gold-Finale am 24. Februar).
Bei der Frauen-Team-Konkurrenz sind China, Dänemark, Japan, Kanada, Russland, Schweden, die Schweiz, Südkorea, Großbritannien und die USA am Start Gold-Finale am 25. Februar).
Und im Mixed-Doppel-Turnier wetteifern China, Finnland, Kanada, Norwegen, Russland, die Schweiz, Südkorea und die USA um Gold (Finale am 13. Februar). Deutsche Teams sind bei Olympia 2018 leider nicht aktiv.

 


 

Curlingsportliches Kalenderblatt vom 6.November 2009 / Interview mit Skip Dr. Andrea Schöpp vor den XXI.Olympischen Winterspielen in Vancouver (Beitrag von rostock-sport.de)

Vor Vancouver 2010: Faszination Curling

Natürlich ist Curling auch 2010 wieder eine olympische Sportart. Curling ist dabei ohnehin eine sehr traditionsreiche Wintersportart, der älteste Curlingstein ist bereits 502 Jahre alt. Bei Olympia war Curling gleich 1924 olympische Disziplin – allerdings nur für Männer und Großbritannien war seinerzeit in Chamonix erfolgreich. Dann dauerte es 74 Jahre bis Curling wieder richtig olympisch wurde.

1932 (nur Herren), 1988 (Frauen bzw. Herren) und 1992 (Frauen bzw. Herren) gab es zumindest olympische Demonstrationsturniere, wobei in Albertville 1992 die Schweizer Männer und die deutschen Frauen um Andrea Schöpp triumphierten. Weitere sechs Jahre später war es endlich so weit – die Curling-Sportlerinnen und Sportler starteten wieder unter den olympischen Ringen. Das war 1998 in Nagano. Kanada siegte bei den Frauen, die Schweiz bei den Männern. Zuletzt, 2014 in Sotschi, waren Kanadas Frauen und Männer die Besten.

Dr. Andrea Schöpp, Jahrgang 1965, Geburtsort Garmisch-Partenkirchen, u.a. Siegerin beim olympischen Demonstrationswettbewerb im Curling 1992, über ihre Sportart

“ Schach mit zusätzlicher physischer Hochleistung…“

Frage: Frau Dr. Schöpp, die Olympischen Winterspiele in Vancouver 2010 rücken immer näher. Als „Außenstehende“: Was erhoffen Sie sich von den Curling-Turnieren in Vancouver? Wie beurteilen Sie das internationale Kräfteverhältnis bei den Damen und Herren?

Dr. Andrea Schöpp: Ich erhoffe mir, dass unser Sport durch das Interesse der Medien weitere Anhänger findet und sich damit insgesamt in Deutschland besser manifestiert. Für mich persönlich hoffe ich natürlich, dass wir eine gute Woche erwischen und vielleicht im vorderen Feld mitmischen können. International ist sowohl bei den Herren als auch bei den Damen kaum mehr ein Unterschied zwischen den teilnehmenden Nationen, das heißt, alle Teams haben ziemlich die gleichen Gewinnchancen.

Frage: Sie sind eine der erfolgreichsten Curlerinnen aller Zeiten. Sie gewannen bei den WM 1988 den Titel, wurden sechsmal Europameisterin zwischen 1986 und 1998, 2008 sogar Mixed Europameisterin. Ein besonderer Erfolg dürfte jedoch der erste Platz beim olympischen Demonstrationswettbewerb in Albertville 1992 sein. Welcher der aufgezählten Erfolge ist Ihr wertvollster? Wie war die Stimmung, das Ambiente beim Turnier 1992?

Dr. Andrea Schöpp: Für einen Außenstehenden ist das vermutlich schwer zu verstehen, aber die für mich selber wichtigsten Erfolge bzw. Medaillen haben sie bei ihrer Aufzählung gar nicht dabei. Dazu gehört meine erste internationale Medaille bei der EM 1980, bei der wir als erstes Team in Deutschland und als jüngster Skip überhaupt, Bronze gewannen.

Die andere wichtige Medaille war die Goldmedaille der B-EM hier in Garmisch-Partenkirchen 2005, die für uns nicht nur den Aufstieg in die A-Gruppe sondern auch die Teilnahme an der WM bedeutete. Der Abstieg in die B-Gruppe wurde nicht von uns verschuldet und somit war es für uns sehr schwierig, uns wieder aus B nach A zu qualifizieren.

Meine Erinnerungen an Olympische Spiele sind nicht die besten, denn nirgendwo sonst wird einem als Curler so bewußt, dass man eine Randsportart betreibt und das dann auch noch als absoluter Amateur. Albertville bzw. Pralognon 1992 bleiben für mich allerdings nicht nur wegen des Erfolgs in guter Erinnerung. Pralognon ist ein sehr kleines Bergdorf mit einem kleinen, aber sehr anspruchsvollen Skigebiet. Ich war dort jeden Tag und jede freie Minute auf Ski und habe die Zeit wirklich genossen. Bei so einer tollen Landschaft und so schönen Tiefschneefahrten muß man einfach auch gut Curling spielen.

Frage: Nicht nur vor dem Hintergrund Ihrer Erfolge: Was ist das Faszinierende für Sie am Curling? Was zeichnet diese Sportart, die 1924 olympisch war, dann 1932, 1988 sowie 1992 olympisch demonstriert wurde und seit 1998 wieder olympisch ist, aus?

Dr. Andrea Schöpp: Die Kombination aus körperlicher und psychischer bzw. mentaler Leistung. Man kann Curling quasi als Schach mit zusätzlicher physischer Hochleistung bezeichnen. Die taktische Komponente, das analytische Denken, das Vorausplanen von Spielzügen, das Anpassen an das, was die eigenen und gegnerischen Spieler dann tatsächlich auch auf dem Eis umsetzen, das alles verlangt absolute geistige Anstrengung und Intelligenz. Aber ohne einen gut durchtrainierten Körper kann ich taktisch noch so gut sein, es wird mir nicht helfen, da ich dann nicht in der Lage bin, das geistige auf dem Eis umzusetzen.

Frage: Sie studierten an der Universität München und promovierten 1996. Welcher Fachrichtung widmen Sie sich? Sind Sie trotz Ihrer beruflichen Verpflichtungen dem Curling aktuell noch „treu“?

Dr. Andrea Schöpp: Ich habe Statistik studiert mit Anwendungsgebiet Biologie/Genetik und habe in Wirtschaftswissenschaften promoviert. Nach 15 Jahren als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der LMU München habe ich mich vor drei Jahren dazu entschlossen, mich mit Nachhilfe in Mathematik und Physik selbständig zu machen und diesen Schritt nie bereut. Es macht mir nicht nur Spaß mit den Kindern zu arbeiten, sondern ermöglicht mir auch weiterhin den großen Zeitaufwand für Curling als Leistungsport .

Vielen Dank!
M.M.

Zur Info: Bei Winter-Olympia 2010 gewannen Schwedens Frauen und Kanadas Herren jeweils Olympia-Gold. Die deutschen Teams bei den Frauen und Herren belegten jeweils Rang sechs.