Eiskunstläuferin Natalie Weinzierl über die olympischen Eiskunstlauf-Konkurrenzen 2018 und eigene Ambitionen

Eiskunstlauf – Symbolbild

Die XXIII. Olympischen Winterspiele in Pyeongchang sind auch wieder Historie. Das deutsche Wintersport-Olympiateam fand nach den suboptimalen Gesamtresultaten von Sotschi 2014 wieder in die Erfolgsspur zurück, begeisterte mit imponierenden Leistungen und konnte 31 Medaillen, darunter vierzehnmal Gold, in Empfang nehmen.

Olympische Eiskunstlauf-Konkurrenzen 2018 beeindruckten

Ein besonderer Höhepunkt der Winterspiele 2018 – nicht nur aus deutscher Sicht – war zweifellos die Gold-Kür von Aliona Savchenko/Bruno Massot im Paarlaufen. Eine einzigartige Darbietung aus Sport, Ästhetik, Kunst und Emotionen…

Darüber hinaus begeisterte bei den olympischen Eiskunstlauf-Konkurrenzen auch die erst 15jährige Alina Sagitowa aus Russland mit ihrem Erfolg bei den Damen und Yuzurua Hanyu aus Japan bei den Herren, der nach 2014 wieder Gold bei der Herren errang. Damit gehört er nach dem dreifachen Olympiasieger Gillis Grafström aus Schweden, der Gold 1920, 1924 bzw. 1928 schaffte, und zusammen mit den anderen bisherigen Zweifach-Olympiasiegern im Herren-Einzel des Eiskunstlaufens, Karl Schäfer aus Österreich (Gold 1932 bzw. 1936) bzw. Richard Button aus den USA (Gold 1948 bzw. 1952, zu den besten Eiskunstläufern „aller Zeiten“ unter den fünf olympischen Ringen.

Tessa Virtue/Scott Moir mit dreimal Gold im olympischen Eiskunstlaufen

Beeindrucken konnten in Pyeongchang zudem das kanadische Duo Tessa Virtue/Scott Moir im Eistanz, nach Gold 2010, Silber 2014 nun 2018 wieder Gold schaffte. Zweimal Gold im seit 1976 olympischen Eistanzen hatte bis dato nur das russische Duo Oksana Grischtschuk/Jewgeni Platow 1994 bzw. 1998 erreicht. In den olympischen Team-Konkurrenzen holten Tessa Virtue/Scott Moir mit den kanadischen Mannschaften zusätzlich 2014 Silber und 2018 Gold.

Im goldenen kanadischen Eiskunstlauf-Team starteten 2018 Kaetlyn Osmond, Patrick Chan, die erwähnten Tessa Virtue/Scott Moir und das Paarlauf-Duo Meagan Duhamel/Eric Radford.

Ja, die fünf Konkurrenzen im Eiskunstlaufen in Pyeongchang 2018 imponierten…

Eine, die verletzungsbedingt nicht vor Ort sein konnte, ist Eiskunstläuferin Natalie Weinzierl, Jahrgang 1994, vom Mannheimer ERC.

MV-SPORT fragte nach

Natalie Weinzierl über die olympischen Eiskunstlauf-Wettbewerbe 2018, ihr Interesse am olympischen Wintersport allgemein und kommenden Herausforderungen bzw. Ziele

„Bin noch nicht am Ende meines Leistungsvermögens angelangt…“

Frage: Winter-Olympia und damit auch die olympischen Eiskunstlauf-Wettkämpfe 2018 sind wieder „abgehakt“. Verfolgten Sie das Eiskunstlauf-Geschehen in Pyeongchang intensiv?

Die ambitionierte Eiskunstläuferin Nathalie Weinzierl. Foto: © Nicole Trucksess

Natalie Weinzierl: Aufgrund des Zeitunterschieds konnte ich mir die Wettbewerbe leider nicht live anschauen, aber ich habe immer sofort nach dem Aufwachen die ERgebnisse gelesen und mir auch die meisten Programme danach angesehen.

Frage: Wie beurteilen Sie persönlich die Kür von Aliona Savchenko/Bruno Massot?

Natalie Weinzierl: Die Kür von Aliona und Bruno ist einzigartig. Ich habe mir das Programm sehr oft angeschaut und jedes Mal sogar vor dem Fernseher Gänsehaut bekommen. Diese Kür ist wahrhaft ein Kunstwerk – gespickt mit Höchstschwierigkeiten. Ich freue mich sehr für die beiden, dass sie Gold gewinnen konnten und sich somit  ihren Traum erfüllen konnten.

Frage: Wie ist Ihre Meinung zu den Ergebnissen bei den Damen? Wer beeindruckte Sie dort am meisten?

Natalie Weinzierl: Bei den Damen war es wieder ein sehr hohes Niveau und die beiden Russinnen (Alina Sagitowa als Erste und Jewgenija Medwedjewa als Zweite) sind vor allem technisch herausragend. Mir persönlich hat Katlyn Osmond sehr gut gefallen. Ihre Programme und auch ihr Laufstil gefallen mir persönlich besser als die der beiden Russinnen. Auch Carolina Kostner aus Italien sehe ich immer wieder gerne laufen, da sie läuferisch eine der besten Eiskunstläuferinnen ist.

Frage: Interessierten Sie sich auch für andere olympische Wettkämpfe in Pyeongchang? Was schauten Sie ebenfalls mit großem Interesse?

Natalie Weinzierl: Ich interessiere mich für fast alle Sportarten, die bei den Winterspielen um Medaillen kämpfen. So lernt man auch einmal Sportarten kennen, von denen man zuvor gar nichts gehört hat.  Ich schaute mir insbesondere Skispringen, Biathlon, Eisschnelllauf, Eishockey und einige Snowboard-Wettkämpfe an. Da ich ja selbst Training hatte und aufgrund der schon erwähnten Zeitumstellung konnte ich allerdings nicht sehr viel verfolgen.

Letzte Frage: Welche sportlichen und persönlichen Ambitionen haben Sie? Ist Peking 2022 ein Thema für Sie?

Natalie Weinzierl: Aktuell laufe ich noch ein paar kleinere internationale Wettbewerbe, bei denen ich Neues ausprobieren kann. Vor allem in der Vorbereitung auf die Wettbewerbe variieren wir ein wenig, um im Hinblick auf die nächste Saison noch etwas verbessern zu können. Auf alle Fälle laufe ich noch vier Jahre bis Peking 2022 weiter, da ich noch einmal bei den Olympischen Winterspielen teilnehmen möchte. Ich weiß, dass ich noch nicht am Ende meines Leistungsvermögens angekommen bin und möchte mich an die Weltspitze heran arbeiten.

Vielen Dank und weiterhin alles Gute!

M.Michels