Skeletonsportlerin Tina Hermann im Gespräch

Anfang Dezember 2018 beginnt  die nacholympische Skeleton-Weltcup-Saison in der lettischen Kleinstadt Sigulda. Bis Ende Februar stehen insbesondere die acht Weltcup-Stationen auf dem Programm.  Höhepunkt wird die WM in Whistler/Kanada sein. Eine der erfolgreichsten deutschen Skeleton-Athletinnen der letzten Jahre ist zweifellos Tina Hermann vom WSV Königssee. Die 26-Jährige Weltmeisterin von 2016 belegte bei den Olympischen Winterspielen in Pyeongchang zuletzt Platz fünf. Nun will Hermann wieder durchstarten. Nachgefragt…

Interview

Tina Hermann beim 2. BMW IBSF Weltcup Bob & Skeleton 2015/16 im Veltins-Eiskanal in Winterberg (GER). Foto: © Sportpresse Reker / Dietmar Reker

Frage: Erfolgreiche Winter-Athletinnen werden ja im Sommer gemacht. Wie verlief das Sommer-Training für Sie?

Tina Hermann: Das Sommertraining verlief gut. und ich kam verletzungsfrei durch die Vorbereitung.

Frage: Zu den Olympischen Winterspielen 2018: Wie lautet Ihr Resümee nach neun Monaten Abstand?

Tina Hermann: Natürlich war ich enttäuscht über meinen fünften Platz bei den Olympischen Spielen. Mein Ziel war es, eine Medaille zu gewinnen. Aber mit dem Beginn der Vorbereitung auf die neuen Herausforderungen 2018/19, war die vergangene Saison abgeschlossen.

Frage: Gibt es bis zum Weltcupstart in Sigulda noch Test-Wettkämpfe? Mit wem rechnen Sie auf nationaler und internationaler Ebene?

Tina Hermann: Internationale Testrennen gibt es nicht, aber ich musste mich bei den Qualifikationsrennen des deutschen Nationalteams für den Weltcup qualifizieren. Was die Konkurrenz betrifft: Sowohl national als international rechne ich natürlich mit meiner Teamkollegin Jacqueline Lölling. Dazu kommen  die Österreicherin Janine Flock, die Britin Laura Deas, die kanadischen Sportlerinnen und sicherlich einige andere Konkurrentinnen.

Frage: Sie selbst wurden bereits mehrfache Weltmeisterin und Weltcupsiegerin. An welche Erfolge erinnern Sie sich besonders gern?

Tina Hermann: Da gibt es viele schöne Erinnerungen. Aber der Gewinn der Weltmeisterschaft 2016 in Innsbruck (Igls) war schon etwas ganz besonderes und daran erinnere ich mich gerne zurück. Aber jeder einzelne Sieg hat seine eigenen schönen Momente und Erinnerungen daran.

Tina Hermann wurde 2010 Junioren-Weltmeisterin, 2015 Weltmeisterin mit dem Team und 2016 holte sie sowohl Gold im Einzel als auch mit dem Team. Zudem gewann die Bayerin sechs Einzel-Weltcups und 2016 noch dazu den Gesamt-Weltcup.

Frage: Was ist für Sie das Faszinierende am Skeleton?

Tina Hermann: Skeleton ist einfach eine ganz besondere Sportart. Am meisten mag ich die hohen Geschwindigkeiten und das Gefühl, ganz nah am Eis zu sein und die Fliehkräfte zu spüren.

Frage: Waren Sie eigentlich schon einmal zum Trainieren in M-V?

Tina Hermann: Ja, ich war schon einmal in einem Trainingslager in Zinnowitz.

Letzte Frage: Was ist Ihr Ausgleich zum Skeletonsport?

Tina Hermann: Ich bin Polizeiobermeisterin bei der Bundespolizei. Ansonsten fahre ich in meiner Freizeit sehr gerne Motorrad.

Vielen Dank und weiterhin maximale Erfolge im Skeletonsport!

Wer hätte es gedacht,

Mecklenburg-Vorpommern hat auch schon ein paar Erfolge im Skeleton vorzuweisen. Der gebürtige Teterower Sandro Stielicke (Jahrgang 1986) vom BSC Winterberg wurde beispielsweise 2009 Junioren-Weltmeister, WM-Vierter 2011, Gesamt-Weltcup-Dritter 2009/10 und Gesamt-Weltcup-Zweiter 2010/11. Außerdem nahm Stielicke 2010 an den Olympischen Winterspielen in Vancouver teil und wurde Zehnter.

M. Michels