Mecklenburgerin Denise Grahl dabei

Faszination Schwimmsport. Foto: Michels

Das Jahr 2017 war bislang ein sehr ereignisreiches schwimmsportliches Jahr. Vom 14.Juli bis 30.Juli wurden die 17.FINA-Weltmeisterschaften in Budapest ausgetragen, wobei die USA mit 38 Medaillen, darunter 18 x Gold, zur erfolgreichsten Nation im Becken-Schwimmen avancierten. Das deutsche Team kam durch Franziska Hentke über 200 Meter Schmetterling nur zu einer Medaille, zu Silber.

Kürzlich gab es zudem auch das 62.Internationale Neptunschwimmfest in Rostock, bei dem 400 Schwimmerinnen und Schwimmer an den Start gingen.

Anfang Dezember nach Mexico-City

Und in einem Monat, vom 2.Dezember bis 7.Dezember, werden die achten IPC-Schwimm-Weltmeisterschaften  für Athletinnen und Athleten mit Handicaps in Mexico-City, der Olympiastadt von 1968, stattfinden. Dort werden circa 600 Schwimmerinnen und Schwimmer aus mehr als 70 Ländern erwartet.

Für das deutsche Schwimm-Team wurden Tobias Pollap, Maike Naomi Schnittger, Elena Krawzow, Janina Breuer und die gebürtige Schwerinerin Denise Grahl, Jahrgang 199, nominiert. Denise Grahl startet für den SV Hanse Rostock und errang bei den Paralympics 2016 in Rio de Janeiro Silber über 50 Meter Freistil.

MV und das Para-Schwimmen

Bei den vorerst letzten IPC-Schwimm-WM 2015 in Glasgow schaffte sie Bronze über 50 Meter Freistil, jeweils Platz fünf über 100 Meter Freistil bzw. 400 Meter Freistil und Platz sieben über 50 Meter Schmetterling.

Bei den letzten Großereignissen im Para-Schwimmen überzeugten aus MV-Sicht zudem Torben Schmidtke, Jahrgang 1989, gebürtiger Schweriner, für Potsdam startend, und Verena Schott, Jahrgang 1989, gebürtige Greifswalderin, für Berlin startend.

Torben erreichte bei den Paralympics 2012 Silber, bei den Paralympics 2016 Bronze, bei den WM 2013 Silber sowie bei den WM 2015 Bronze, jeweils über 100 Meter Brust, und Verena gelangte bei den Paralympics 2012 zu Silber über 200 Meter Lagen.

Die IPC-WM im Schwimmsport: Ein Überblick

Starteten bei den ersten IPC-WM im Schwimmen in Valletta noch 500 Teilnehmer aus 44 Ländern, so waren es 1998 in Christchurch 450 Teilnehmer aus 51 Ländern, 2002 in Mar del Plata 580 Teilnehmer aus 53 Nationen, 2006 in Durban 550 Teilnehmer aus 49 Nationen, 2010 in Eindhoven 650 Teilnehmer aus 53 Nationen, 2013 in Montreal 530 Teilnehmer aus 57 Ländern und 2015 in Glasgow 580 Teinehmer aus 70 Ländern.

Im Jahr 1998 war Kanada mit 25 x Gold das beste Schwimm-Land im WM-Medaillen-Ranking, dann folgten 2002 sowie 2006 jeweils Großbritannien mit 32 x Gold bzw. 24 x Gold und 2010 die Ukraine mit 20 x Gold.  Die meisten Medaillen erschwammen 2013 in Montreal die Ukraine (83, darunter 33 x Gold), Großbritannien (55, darunter 18 x Gold) bzw. Russland (54, darunter 19 x Gold). Auch in Glasgow 2013 dominierten Russland (71 x Edelmetall, darunter 32 x Gold) und die Ukraine (63 Medaillen, darunter 21 x Gold).

Das deutsche Para-Schwimm-Team holte 2013 fünfmal Gold, sechsmal Silber, sechsmal Bronze und 2015 zweimal Gold, viermal Silber, fünfmal Bronze.

Zur Info: In der Geschichte der paralympischen Schwimm-Wettbewerbe erkämpften Schwimmerinnen und Schwimmer aus M-V acht Podest-Ränge. 2004 in Athen, schwamm die Greifswalderin Natalie Ball zu insgesamt vier Medaillen. Silber über 50 Meter Freistil, 100 Meter Freistil sowie 100 Meter Brust sowie Bronze über 200 Meter Lagen. 2012 in London wurde Torben Schmidtke wie bereits erwähnt Zweiter.

Ihm gleich tat es damals die gebürtige Greifswalderin Verena Schott über 200 Meter Lagen. Und 2016 jubelte neben Schmidtke auch die Wahl-Rostockerin Denise Grahl (Silber auf der 50 Meter Freistil-Strecke) über Edelmetall.

Last but not least: 1990 wetteiferten die weltbesten Schwimmerinnen und Schwimmer mit Handicaps bereits bei den inoffiziellen Para-WM in Assen um Edelmetall.

Und: Die IPC-WM im Schwimmsport 2017 sollten eigentlich bereits Anfang Oktober 2017 durchgeführt werden. Allerdings verhinderte das schwere Erbeben, das Mexiko Ende September heimsuchte, deren Organisation…

Marko Michels