Symbolbild Bogenschießen

Er ist einer der schnellsten und effektivsten Jäger überhaupt. Ob allein oder an der Seite des Menschen. Die altägyptische Mythologie kam nicht ohne ihn aus. Und immer dann, wenn schwierige Aufgaben zu bewältigen sind, verwandeln sich die die Helden der russischen Märchen in diesen Kosmopoliten. Der Falke.

Nun ist dieser faszinierende Greifvogel auch in Wismar aufgetaucht. Zumindest als Sinnbild und Namensgeber der neu gegründeten Wismarer Bogengilde. „Die Jagdfalken“ nennt sich der Verein, der aus der Abteilung Bogensport des Schützenvereins Hanse e.V. 1990 hervorgegangen ist. Ein Name, der Assoziationen weckt. Falke und Bogen, Bogen und Falke. Denn auch die Jagd mit Pfeil und Bogen ist eines der ältesten und ursprünglichsten Handwerke der Menschheit. „Der Falke ist ein majestätisches Tier welches sich mit Eleganz, Präzision und extremer Geschwindigkeit bewegt. Er bewegt sich ebenso lautlos wie der Pfeil sich auf sein Ziel zubewegt. Auch unser Sport erfordert ein hohes Maß an Körperbeherrschung und Genauigkeit. Für uns hätte es daher gar kein passenderes Wappentier geben können“, so der frisch gewählte Vereinspräsident, Paul Ennen.

Bogenschießen in der Region Wismar voranbringen

Gejagt wird bei der Wismarer Bogengilde allerdings nur nach Ringen, gezielt und geschossen auf standardisierte Zielscheiben. Das eigene Ziel hat der Verein klar formuliert: Bogenschießen soll in der Region um und in Wismar vorangebracht werden. Eine Mission, die durchaus gelingen kann. Immerhin sind die 20 Gründungsmitglieder allesamt ehrgeizige Bogensportenthusiasten. Und Paul Ennen ist kein unbekannter in der Szene. Seit Jahren ist der 34-Jährige eng mit dem Sport verbunden, ist aktiver Schütze in einer Bogensport begeisterten Familie, war bis vor kurzem Vorsitzender der Sportjugend im Kreissportbund Nordwestmecklenburg.

Die Wismarer Bogengilde „Die Jagdfalken“ e. V. ist in 2 größten Verbänden in Deutschland, dem Deutschen Schützenbund (DSB) und dem Deutschen Bogensport-Verband (DBSV 1959) vertreten. Der Grund leuchtet ein. Paul Ennen: „Da die Disziplinen an denen wir teilnehmen möchten leider nicht von einem Verband komplett angeboten werden, müssen wir in mehreren Verbänden aktiv sein.“

Und die Falken, die ein ca. 4.7 ha großes Gelände zu Trainings- und Veranstaltungszwecken zur Verfügung haben, sind gleich hervorragend ins neue Jahr gestartet. So übertraf der Vereinsnachwuchs direkt die Erwartungen bei den Hallen-Landesmeisterschaften in Göhren. In der Klasse Instinktivbogen der Schüler C ließ Pascal Schleuder gleich einmal die ganze Konkurrenz mit Abstand hinter sich und holte sich den Titel.

Einsteiger herzlich willkommen

Um die Ausbildung der zukünftigen Bogenschützen kümmern sich aktuell drei Trainer. Dabei ist jeder Interessierte ab 8 Jahren, der das Bogenschießen erlernen möchte, herzlich willkommen. Auch weil die Jagdfalken Moderne mit Tradition verbinden, also das Schießen mit hochmodernen Sportgeräten oder einfacher Holzbögen vermitteln.
Wer Bogensport betreiben will, muss oft aber tief in die Tasche greifen. „Die Anschaffung eines professionellen Compoundbogen geht schnell in die tausende. Daher sollte diese Investition wohl überlegt sein. Man findet aber auch wie in jeder anderen Bogenklasse günstige Einsteigermodelle unter 500 Euro. Viele Händler bieten auch mittlerweile Mietprogramme an“, erläutert Paul Ennen. Interessierte, die den Sport und die Wismarer Bogengilde besser kennenlernen möchten, haben die Möglichkeit, ein Schnuppertraining zu absolvieren. Trainiert wird regelmäßig am Freitag ab 18 Uhr sowie am Sonntag ab 17 Uhr.

 

Recourve-, Compound-, Jagdbogen? Jagdfalken-Präsident Paul Ennen erklärt:

„Ein Recurvebogen erkennt man deutlich an seinen zum Ziel hin gekrümmten Wurfarmen. Diese gebogenen Enden dienen dem Bogen als Hebel und geben dem Pfeil eine gute Beschleunigung. Bei einem Recurve werden die Wurfarme durch eine einzige Sehne gespannt. Der Compoundbogen hingegen wird durch ein Kabelsystem mit Umlenkrollen gespannt. Dies erinnert ein wenig an ein Flaschenzugsystem. Hier sehen wir im aufgespannten Zustand eine Sehne und 2 Kabel sowie die meist 2 Umlenkrollen oder auch „Cams“ genannt. Die modernen Compounds verfügen zudem auch über ein „LetOff“ welches das Zuggewicht im maximalen Auszug um bis zu 90% reduziert.

Der Jagdbogen hingegen ist nur eine Klassenbezeichnung der Verbände. Wir unterscheiden grundsätzlich den Recurvebogen in 3 Bogenklassen: Den Jagdbogen, den Blankbogen und den olympischen Recurve. Jeder Verband hat hier aber wiederum seine eigenen Bezeichnungen.“

red