Viele leichtathletische Höhepunkte zwischen Januar 2018 bzw. März 2018 in M-V und darüber hinaus

Leichtathletik Symbolfoto

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Zwischen Januar 2018 und März 2018 haben die Leichtathletinnen und Leichtathleten nicht nur, aber vor allem unter dem Hallen-Dach „zu tun“.

Gerade in der olympischen Sommer-Kernsportart, der Leichtathletik, „läuft“ die Hallen-Saison im 2018er EM-Jahr weiterhin auf Hoch-Touren. Höhepunkt der leichtathletischen Hallen-Wettkämpfe, durchaus ein kleiner „Gradmesser“ auf dem Weg zu den Freiluft-EM im August 2018 in Berlin und zu Olympia 2020 in Tokyo, sind die 17.Hallen-Leichtathletik-Weltmeisterschaften vom 1.März bis 4.März in Birmingham. Diese finden in der 8000 Zuschauer fassenden „Arena Birmingham“statt. Birmingham ist damit zum zweiten Mal, nach 2003, Gastgeber von Indoor-Welttitelkämpfen in der Leichtathletik.

Die Welt-Titelkämpfe in der Hallen-Leichtathletik gibt es übrigens mittlerweile seit mehr als drei Jahrzehnten.

Paris 1985 – der Beginn…

Angefangen hat alles mit den Weltspielen in der Hallen-Leichtathletik in Paris 1985. Damals imponierten auch die Teilnehmerinnen aus M-V. So gewann Silke Gladasch vom SC Empor Rostock in 7,20 Sekunden die 60 Meter vor der Britin Heather Oakes (7,21 Sekunden) und der Französin Christelle Bulteau (7,34 Sekunden).

Marita Koch siegte bei den Hallen-Europaspielen 1985 in der Leichtathletik in Paris über die 200 Meter. Foto: M.M.

Über die 200 Meter war Marita Koch (ebenfalls SC Empor Rostock) in 23,09 Sekunden nicht zu schlagen. Sie belegte Platz eins vor Marie Christine Cazier (Frankreich) und Kim Robertson (Neuseeland). Und im Weitsprung sorgte Helga Radtke für das dritte Gold aus Sicht des SC Empor Rostock. Sie sprang 6,88 Meter und distanzierte damit die sowjetischen Weitspringerinnen Tatjana Rodionowa und Nijole Medwedewa. Silber gab es hingegen für Ines Müller (SC Empor Rostock) mit 19,68 Meter im Kugelstoßen, hinter Natalja Lissowskaja (Sowjetunion – 20,07 Meter).

Für goldene Momente in der Stadt an der Seine sorgte aus deutscher Sicht auch der Chemnitzer Thomas Schönlebe, der über 400 Meter erfolgreich war. Im Kugelstoßen gab es Silber für den Olympiasieger von 1976, den Olympia-Dritten von 1980 und den Olympia-Vierten von 1988, Udo Beyer, der nur knapp (21,10 Meter) von Remigius Machura (Tschechoslowakei – 21,22 Meter) auf Platz zwei distanziert wurde.

Bei den Herren gab es zudem einige erwartete, aber auch überraschende Sieger. Über die 60 Meter siegte ein gewisser Ben Johnson aus Kanada (6,62 Sekunden) vor dem US-Amerikaner Sam Graddy (6,63 Sekunden).

Über die 1500 Meter wurde ziemlich unerwartet der Australier Michael Hillardt die Nummer eins. Den Stabhochsprung gewann die Leichtathletik-Legende Sergej Bubka (damals Ukrainische SSR – 5,75 Meter) vor Thierry Vigneron (Frankreich – 5,70 Meter) und seinen Bruder Vasily Bubka (5,60 Meter). Das Duell im Hochsprung zwischen Patrick Sjöberg und Javier Sotomayor entschied der Schwede mit 2,32 Meter knapp vor dem Kubaner mit 2,30 Meter für sich.

Und über 60 Meter Hürden sprintete Lokalmatador Stephane Caristan zum Gold.

Bei den Frauen siegten unter anderem die US-Amerikanerin Diane Dixon über die 400 Meter (Der einzige Sieg der USA 1985!), im Hochsprung Stefka Kostadinowa (Bulgarien) mit 1,97 Meter und über die 1500 Meter Elly van Hulst aus den Niederlanden.

Die Hallen-Weltspiele in der Leichtathletik 1985 waren gut besetzt und fanden einigen Zuspruch. Insgesamt starteten in Paris 319 Athletinnen bzw. Athleten aus 69 Ländern in 24 Entscheidungen, wobei 24 Länder Medaillen, darunter 15 Länder eine oder mehrere Goldmedaillen erkämpften. Die meisten Medaillen errangen vor 31 Jahren die UdSSR (acht, darunter 3 x Gold), Frankreich (sieben, darunter 2 x Gold), die DDR (sechs, darunter 4 x Gold), Kanada (sechs, darunter 2 x Gold) und Großbritannien (sechs, ohne WM-Titel).

Die ersten offiziellen-Leichtathletik-WM 1987 in Indianapolis

Zwei Jahre später, 1987, wurden dann die offiziell ersten Hallen-Leichtathletik-WM in Indianapolis durchgeführt. Wieder konnten die Starterinnen und Starter aus M-V Edelmetall erkämpfen. Christina Wachtel (SC Neubrandenburg) entschied die 800 Meter in 2:01,32 Minuten vor der Tschechoslowakin Gabriela Sedlakova und der Russin Ljubow Kirjuchina  für sich.

Die gebürtige Neubrandenburgerin Cornelia Oschkenat lief über die 60 Meter Hürden in 7,82 Sekunden zu Gold – vor den beiden Bulgarinnen Jordanka Donkowa und Ginka Zagortschewa.

Im Weitsprung kam Helga Radtke (Rostock) mit 6,94 Meter dieses Mal auf Platz zwei. Heike Drechsler wurde im Weitsprung mit 7,10 Metern die Beste. Hinter Natalja Lissowskaja (Sowjetunion – 20,52 Meter) wurde die gebürtige Demminerin Ilona Briesenick mit 20,28 Metern Zweite im Kugelstoßen. Dritte wurde dort die Olympiasiegerin von 1984 Claudia Losch.

Heike Drechsler gewann neben dem Weitsprung auch die 200 Meter, vor dem jamaikanischen Duo Merlene Ottey bzw. Grace Jackson,  und über die 400 Meter verwies Sabine Busch die US-Amerikanerin Lillie Leatherwood auf Platz zwei. Die schnellste Geherin im 3000 Meter-Bahn-Gehen war seinerzeit die Russin Olga Krischtop. Zur Sprint-Königin von Indianapolis avancierte die Niederländerin Nelli Fiere-Cooman über die 60 Meter in 7,08 Sekunden. Eine starke Leistung zeigte Stefka Kostadinowa erneut im Hochspringen, das die Bulgarin 1987 mit der bewältigten Höhe von 2,05 Meter gewann.

Im Herren-Bereich gab es in den traditionsreichen amerikanischen Disziplinen 60 Meter (Lee Mc Rae, 6,50 Sekunden), 200 Meter (Kirk Baptiste), 400 Meter (Antonio McKay), 60 Meter Hürden (Tonie Campbell), Weitsprung (Larry Myricks) und im Dreisprung (Mike Conley) die erwarteten Erfolge der USA, die sich damit für das schwache Abschneiden von Paris 1985 rehabilitierte.

Sowjetische Erfolge waren unter anderem  im Hochsprung durch Igor Paklin (2,38 Meter) und im Stabhochsprung durch Sergej Bubka (5,85 Meter) zu verzeichnen. Das Kugelstoßen der Herren entschied der spätere Olympiasieger von 1988 in Seoul Ulf Timmermann für sich.

Um die „Pole Position“ im Medaillenspiegel wetteiferten seinerzeit die „Großen Drei“. Die UdSSR wurde mit 6 x Gold, 5 x Silber, 4 x Bronze die Nummer eins vor den USA mit 6 x Gold, 3 x Silber, 2 x Bronze. Die Deutschen aus Ost und West erkämpften 6 x Gold, 3 x Silber, 1 x Bronze. 23 Länder, darunter nur 8 Länder mit einer oder mehreren Goldmedaillen, „holten“ 1987 in Indianapolis Medaillen.

Insgesamt nahmen 419 Sportlerinnen und Sportler aus 85 Ländern an den ersten Hallen-Leichtathletik-WM 1987 teil, bei denen erneut 24 Entscheidungen auf dem Programm standen.

Die vorerst letzten Hallen-WM 2016 in Portland

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Die fleißigsten Goldmedaillen-Sammlerinnen und –Sammler unter den 547 Athletinnen und Athleten aus 148 Nationen bei den 16.Hallen-Leichtathletik-WM 2016 in Portland kamen aus den Vereinigten Staaten, die dreizehnmal Gold, sechsmal Silber, viermal Bronze gewannen. Dahinter folgen mit Abstand Äthiopien mit 2 x Gold, 2 x Silber, 1 x Bronze, Frankreich mit 1 x Gold, 1 x Silber, 2 x Bronze und Jamaika mit 1 x Gold, 1 x Silber, 1 x Bronze.

Deutschland erkämpfte jeweils Silber durch Max Hess im Herren-Dreisprung sowie Kristin Gierisch im Frauen-Dreisprung und einmal Bronze durch Mathias Brugger im Mehrkampf.

Russische Athletinnen und Athleten waren nach den massiven Doping-Vorwürfen durch den internationalen Leichtathletik-Verband suspendiert worden. Weitere Länder schickten nur Rumpf-Teams oder Nachwuchs-Sportlerinnen bzw. -Sportler.

Bei den Hallen-Leichtathletik-WM 2003 in Birmingham stellten übrigens die USA mit 15 Medaillen, darunter 8 x Gold, und Russland mit 12 Medaillen, darunter 5 x Gold, die erfolgreichsten Mannschaften. Die deutschen Leichtathletinnen und Leichtathleten kamen zu vier Medaillen: Gold durch Tim Lobinger im Stabhochsprung, Silber durch Michael Stolle ebenfalls im Stabhochsprung, Bronze durch die gebürtige Röbelerin Grit Breuer über 400 Meter und zudem Bronze für Astrid Kumbernuss vom SC Neubrandenburg im Kugelstoßen.

Blick in die Gegenwart: Hallen-Saison in der Leichtathletik 2018 aus M-V-Sicht

Gelaufen wird 2018 natürlich auch in M-V jede Menge! Foto: M.M.

Bereits am zweiten Januar-Wochenende 2018, am 13.Januar, finden die Hallen-Landesmeisterschaften MV der Altersklassen U 16/U 20 in Neubrandenburg statt. Eine Woche später, am 20.Januar werden die Hallen-Landesmeisterschaften MV der Altersklassen U 14/U 18 und der Herren bzw. Frauen in der Vier-Tore-Stadt ausgetragen.

Am 21.Januar folgen die Landes-Hallenmeisterschaften der Altersklassen U 10/U 12 (Mehrkampf) auch in Neubrandenburg. Die Seniorinnen und Senioren sind dann bei den gemeinsamen Landes-Hallenmeisterschaften von Hamburg, M-V und Schleswig-Holstein am 11.Februar gefordert.

Einen Tag zuvor, am 10.Februar, gibt es die Norddeutschen Meisterschaften im Winterwurf in Berlin. Interessant wird es zudem bei den 65.Deutschen Hallen-Leichtathletik-Meisterschaften vom 17.Februar bis 18.Februar in Dortmund – mit MV-Beteiligung.

In Torgelow sind vier Wochen später, am 17.März und am 18.März – bei den offenen regionalen Hallenmeisterschaften – die Leichtathletik-Talente der Altersklassen U 9 und U 10 aktiv.

Auch „ohne Hallen-Dach“ haben die Leichtathletinnen und Leichtathleten hierzulande jedoch in den ersten drei Monaten des neuen Jahres ihre Einsätze, so unter anderem am 28.Januar beim VIACTIV-Neujahrslauf in Laage, am 24.Februar beim 39.Winter-Lauf in Waren/Müritz, am 4.März beim 30.Mühlenlauf in Wittenburg und am 24.März beim 35.Ueckermünder Haff-Marathon.

Leichtathletisches Kalenderblatt vom 22.Januar 2017

Im Fokus: Die Hallen-Leichtathletik: Von den Landesmeisterschaften M-V in Neubrandenburg zu den Hallen-EM in Belgrad /Erfolge in Neubrandenburg auch für den 1.LAV Rostock

Die Leichtathletik-EM 2018 finden in Berlin statt (Olympiastadion). Foto: M.M.

Die Temperaturen draussen sind noch zwar noch winterlich, aber auf eine leichtathletische Betätigung und sogar Meisterschaften muss dennoch nicht verzichtet werden. Am dritten Januar-Wochenende 2017 wurden in Neubrandenburg die Landesmeisterschaften in den Altersbereichen Frauen, Männer und U 18 ausgetragen und vor allem die Starterinnen bzw. Starter aus Rostock, Neubrandenburg und Schwerin konnten viele Erfolge erringen.

Erfolge auch für den 1.LAV Rostock

So gewannen im Frauen-Bereich unter anderem Wiebke Stephan (LAV Ribnitz-Damgarten/Sanitz) über die 60 Meter in 7,55 Sekunden, Sophie Weissenberg (SC Neubrandenburg), die U 20-Vize-Weltmeister 2016 im Weitsprung, über die 60 Meter Hürden in 8,74 Sekunden, Greta Blaudzun (LAC Mühl-Rosin) mit 1,55 Meter im Hochsprung, Luzy Lieger (Schweriner SC) mit 3.50 Metern im Stabhochsprung, Sophie Weissenberg (SC Neubrandenburg) auch mit 6,01 Metern im Weitsprung und Karoline Steppin (Schweriner SC) mit 12,56 Metern im Dreisprung.

„Oldie“ mit Dreisprung-Gold

Im Herren-Bereich jubelten beispielsweise Erik Schnittke (SC Neubrandenburg) über die 60 Meter in 7,09 Sekunden, Erik Schoob (1.LAV Rostock) über die 1500 Meter in 4:06,53 Minuten, Ole Krischan Grevsmühl (SV Medizin Schwerin) mit 2,05 Meter im Hochsprung, Tom Linus Humann (Schweriner SC) mit 4,90 Meter im Stabhochsprung, Dominik Kagel (SC Neubrandenburg) mit 6,78 Metern im Weitsprung, „Oldie“ Georg Kossert (SSV 91 Binz) mit 9,20 Metern im Dreisprung und Christian Jagusch (1.LAV Rostock) mit 18,31 Metern im Kugelstossen.

Springerinnen mit hervorragender Perspektive: Maja, Julia, Laure und Dovile-Michelle

Sehr gut in Szene im U 18-Bereich setzten sich unter anderem die Hochspringerinnen des 1.LAV Rostock Maja Küssner (Erste, 1,63 Meter) bzw. Julia Ulbricht (Zweite, 1,60 Meter) und die Stabhochspringerinnen des Schweriner SC Laure Scheutzow (Erste, 3,60 Meter) bzw. Dovile-Michelle Scheutzow (Zweite, 3,40 Meter).

Die Hallen-EM‘17 warten

Der internationale Höhepunkt für die europäischen Leichtathletinnen und Leichtathleten 2017 folgt in sechs Wochen mit den 34.Hallen-Leichtathletik-EM vom 3.März bis 5.März.

Bei den bisherigen Hallen-Leichtathletik-EM seit 1966 (von 1966 bis 1969 Europäische Hallen-Spiele in der Leichtathletik) waren Deutschland (mit DDR, Westdeutschland bzw. vereint) mit 523 Medaillen (darunter 186 x Gold), Russland (mit SU) mit 478 Medaillen (darunter 175 x Gold), Polen mit 176 Medaillen (darunter 56 x Gold), Grossbritannien mit 161 Medaillen (darunter 63 x Gold) und Frankreich mit 161 Medaillen (darunter 49 x Gold) am erfolgreichsten.

Von Wien 1970…

Bei den ersten offiziellen Hallen-Leichtathletik-EM 1970 in Wien erkämpfte die Sowjetunion 15 Medaillen (darunter 10 x Gold) und die Deutsch-Deutschen 20 Medaillen (darunter 4 x Gold). Für die deutschen Erfolge sorgten vor 47 Jahren Renate Meissner (60 Meter), Karin Balzer (60 Meter Hürden), Hartmut Briesenick (Kugelstossen) und Günther Nickel (60 Meter Hürden). Der Rostocker Gerd Dührkop wurde im Hochspringen Zweiter. Im Dreisprung belegte der aus Vorpommern stammende Jörg Drehmel ebenfalls Rang zwei.

…nach Prag 2015

Bei den vorerst letzten Hallen-Leichtathletik-EM 2015 in Prag stellte Russland mit 8 Medaillen, darunter 6 x Gold die erfolgreichste Mannschaft. Die deutsche Auswahl kam auf 1 x Gold, 3 x Silber, 2 x Bronze. David Storl sorgte aus deutscher Sicht für das einzige EM-Gold vor zwei Jahren im Kugelstossen.

Mal schauen, was in Belgrad 2017 möglich sein wird?!

Leichtathletisches Kalenderblatt vom 6.März 2017

Polen am erfolgreichsten /Die 34.Hallen-Leichtathletik-EM in Belgrad im Rückspiegel /Deutsches Team mit neun Medaillen /Hauptsache fair…

Bevor Strom und Bäche endgültig vom Eise befreit sind und die Freiluft-Saison in der Leichtathletik endgültig beginnt – die Laufcup-Saison in M-V 2017 startete bereits mit dem 29.Mühlenlauf in Wittenburg am 5.März – ging es für Europas beste Läuferinnen bzw. Läufer, Springerinnen bzw. Springer, Stosserinnen bzw. Stosser oder Mehrkämpferinnen bzw. Mehrkämpfer, unter das europameisterliche Hallen-Dach in Belgrad.

600 um 26 Goldene

Fast 600 Athletinnen und Athleten, genau 567, aus 48 Ländern trafen sich in der serbischen Hauptstadt, zum friedvollen Wetteifern um die 26 Goldmedaillen in den verschiedenen Disziplinen.

Russland aussen vor

Russland, das 2013 in Göteborg und 2015 in Prag jeweils das Medaillen-Ranking der Hallen-Leichtathletik-EM gewonnen hatte, durfte aufgrund des dortigen vermeintlichen systematischen Dopings nur mit vier Athletinnen bzw. Athleten dabei sein, die wiederum nur als „unabhängige Starter“ zugelassen wurden. Drei verzichteten und nur die Weitspringerin Darya Klishina sagte letztendlich zu. Sie wurde Vierte in ihrem Wettkampf.

Starke Leistungen und viele Fragen

Die Leistungen waren auch ohne russische Athletinnen und Athleten sehr, sehr stark. Da stellen sich zugleich die Fragen, ging tatsächlich alles „sauber“ zu, dopen die Anderen tatsächlich nicht und stellen dennoch bessere Leistungen auf, als die vermeintlich Gedopten?! Oder haben die Anderen bessere „Mittelchen“ als die Russen, die sich zudem schwerer nachweisen lassen? Oder sind die Anderen nur deshalb im Vorteil, weil in jenen Ländern keine „Whistleblower“ zum Bereich Hochleistungssport vorhanden sind?

Nachweis der konkreten individuellen Schuld

Eigentlich war es einmal so, so funktioniert nun einmal ein richtiger demokratischer Rechtsstaat, dass individuelle (Doping-)Schuld nachgewiesen werden muss, wenn es um eine Teilnahme oder Nicht-Teilnahme an einem Wettkampf geht. Das heisst: Gibt es tatsächlich zu allen russischen Leichtathletinnen und Leichtathleten, die im dortigen Nationalkader sind, klare Beweise dafür, dass diese dopten?

Wenn nicht, ist die Sperre fast aller russischen Leichtathletinnen und Leichtathleten mehr als fragwürdig.

Wer betrügt, gehört gesperrt

Um es ganz klar zu sagen: Wer dopt, betrügt und muss gesperrt werden. Nur: Es gibt zahlreiche Länder auf allen Kontinenten – mit Ausnahme der Antarktis – da werden Dopingkontrollen mehr als lax gehändelt, verschwanden in der Vergangenheit oftmals positive Doping-Befunde – nicht nur in angeblich „unterentwickelten“ Ländern,  oder sind Sportlerinnen bzw. Sportler plötzlich bei Doping-Kontrollen nicht da…

So lange das alles der Fall ist, bleiben die aufrichtigen Sportfreunde skeptisch – es gibt nicht nur den „russischen Sündenbock“, der von allem ablenken kann…

Doch genug vom Sportpolitischen…

Zwischen Läufen und Mehrkämpfen

Hin zum Sportiven: Nach Ende der dreitägigen Wettkämpfe bei den 34.Hallen-EM in der Leichtathletik vom 3.März bis 5.März durften sich 26 Länder über Medaillen freuen. 14 Staaten erkämpften eine oder mehrere Goldmedaillen.

In den Lauf-Konkurrenzen der Herren war Polen mit 3 x Gold, 1 x Silber am erfolgreichsten. Der Sprint-König (Sieger über 60 Meter) kam aus Grossbritannien. Richard Kilty siegte in 6,54 Sekunden. In den technischen Disziplinen waren die Polen zudem am besten: mit 3 x Gold, 1 x Bronze.Im  Mehrkampf bei den Herren, im Siebenkampf,  belegte Kevin Mayer aus Frankreich Rang eins.

Bei den Frauen, in den dortigen Lauf-Entscheidungen, präsentierten sich die Britinnen in ausgezeichneter Verfassung und holten 3 x Gold, 2 x Silber, 1 x Bronze. Asha Philip avancierte zur Sprint-Königin in Belgrad und distanzierte die Konkurrenz über 60 Meter in 7,06 Sekunden.

In den technischen Disziplinen bei den Frauen war das deutsche Team mit jeweils 1 x Gold, Silber, Bronze die Nummer eins. Den Mehrkampf bei den Frauen, den Fünfkampf, entschied Nafissatou Thiam (Belgien) für sich.

Angenehme Überraschungen der EM

Angenehme Überraschungen gab es in Belgrad natürlich auch. So gewann Izmir Smajlaj aus Albanien den Weitsprung mit 8,08 Meter – die erste Goldmedaille bei Hallen-EM in dr Leichtathletik für sein Land. Über die 800 Meter der Frauen schaffte die Isländerin Anita Hinriksdottir Rang drei hinter Selina Büchel (Schweiz) und Shelayna Oskan-Clarke (Grossbritannien). Mit viel Können, Anmut und Grazie gelang der Litauerin Airine Palsyte, die Universiade-Siegerin 2015 und Vize-Europameisterin 2016, mit 2,01 Meter der Sieg im Hochspringen der Frauen.

Deutsches Team mit neun Medaillen

Die deutsche Mannschaft erkämpfte in Belgrad neun Medaillen, darunter 2 x Gold, was Rang drei im Medaillenspiegel hinter Polen mit 12 Medaillen, darunter 7 x Gold, und Grossbritannien mit 10 Medaillen, darunter 5 x Gold, bedeutete.

Für den deutschen Medaillen-Glanz in Belgrad sorgten Cindy Roleder über 60 Meter Hürden bzw. Kristin Gierisch im Dreisprung jeweils mit Gold, Lisa Ryzih im Stabhochspringen bzw. Konstanze Klosterhalfen im 1500 Meter Lauf jeweils mit Silber bzw. Richard Ringer im 3000 Meter Lauf, Max Hess im Dreisprung, David Storl im Kugelstossen, Pamela Dutkiewicz über 60 Meter Hürden und Claudia Salman-Rath im Weitspringen jeweils mit Bronze.

Claudine Vita mit Rang fünf im Kugelstossen

Die einzige Teilnehmerin aus M-V an den Hallen-Leichtathletik-EM 2017, Claudine Vita vom SC Neubrandenburg, belegte mit der persönlichen Bestleistung von 18,09 Meter Rang drei im Kugelstossen der Frauen.

Deutschland (mit DDR, Westdeutschland und vereint) führt im „ewigen Medaillenspiegel“ der Hallen-Leichtathletik-EM (mit EM-Hallenspielen 1966/69) mit 532 Medaillen, darunter 188 x Gold, vor Russland (mit SU) mit 505 Medaillen, darunter 187 x Gold.

Und 2019 heißt es bei den nächsten Hallen-Leichtathletik-EM in Glasgow: „Spieglein, Spieglein an der Wand: Wer ist die/der Schnellste im ganzen `Europa-Land`?!“…

Marko Michels